Sicher mit dem Auto unterwegs

Sicher mit dem Auto unterwegs

Schon Babys werden früh mobil: Bald nach ihrer Geburt erleben sie die erste Autofahrt mit Mama nach Hause. Wenig später steht der erste Trip zur Oma an. Und können die Kleinen erst einmal sitzen, dürfen Sie mit Mama und Papa auf Fahrradtour gehen.

 

Damit bei so viel Unternehmungsfreude alles gut geht, haben wir die wichtigsten Sicherheits-Tipps rund um Auto- und Fahrrad zusammengestellt:

Im Auto gilt: Die richtige Sitzgröße macht’s

In Deutschland müssen Kinder unter 12 Jahren oder unter einer Größe von 1,50 m durch dafür zugelassene, altersgerechte Autokindersitze gesichert werden. Für eine leichtere Orientierung werden die Sitze gemäß der europäischen Prüfnorm ECE R 44 bestimmten Gruppen zugeordnet.

Autokindersitz - Gruppe 0

Die Gruppe für Neugeborene und Babys bis rund 10 Kilo Gewicht (ca. 9 Monate); Sitze mit der Auszeichnung "0+" sind bis zu einem Gewicht von 13 Kilo (ca. 18 Monate) zugelassen. Alle Sitze der Gruppe 0 und 0+ haben integrierte Gurte. Es gibt allerdings verschiedene Sitztypen: Die Babyschalen haben einen Tragegriff, lassen sich daher mit dem darin liegenden Kind gut aus dem Auto heben und herumtragen. Viele Eltern finden das in den Anfangsmonaten sehr praktisch. Allerdings wachsen die Babys oft schon im zweiten Lebenshalbjahr aus diesen Schalen heraus (= das Köpfchen ragt um mehr als ein Drittel über den Rand). Babyschalen werden gegen die Fahrtrichtung auf dem Sitz befestigt - so, wie es Experten der Sicherheit des Babys zuliebe dringend empfehlen. Reboard-Sitze werden ebenfalls gegen die Fahrtrichtung montiert. Sie sind kompakter als die Babyschalen und kaum jemand wird sie ständig rein und raus heben wollen. Dafür gelten sie aber in Punkto Sicherheit als besonders empfehlenswert und reichen größenmäßig oft länger hin. Reboard-Sitze mit integrierten Gurten gibt es auch noch in Gruppe I (s. unten), da selbst etwas größere Kinder gegen die Fahrtrichtung sitzen sollten, solange es irgend geht. Eine Kategorie für sich sind "Babywannen". Meistens sind das Kinderwagenaufsätze, die für den Babytransport im Auto zugelassen sind und auf der Rückbank festgegurtet werden. Die Kinder entwachsen den Wannen jedoch schnell und die meisten Eltern finden sie bald unpraktisch. Sicherheitstipp: Auch wenn Sie Ihr Baby vielleicht gerne direkt im Blick haben - optimal ist es, Babyschale oder Reboard-Sitz möglichst auf der Rückbank anzugurten. Soll Ihr Kleines auf dem Beifahrersitz in einem gegen die Fahrtrichtung montierten Sitz mitfahren, muss der Airbag deaktiviert sein! Falls er sich bei einem Unfall entfaltet, kann Ihr Kind tödliche Verletzungen erleiden. Hat Ihr Auto hinten Seitenairbags, sollte der Kindersitz seitlich besonders viel Halt bieten (auch am Kopf), damit Ihr Kind möglichst nicht aus der idealen Sitzposition rutscht.

Autokindersitz - Gruppe I

Die Gruppe für Kinder mit einem Gewicht von 9 bis 18 Kilo (ca. 9 Monate bis 4 Jahre). In dieser Gruppe haben Sie bereits eine etwas größere Auswahl. Zum Teil wird Ihre Wahl sicher davon mitbestimmt sein, wie geräumig Ihr Auto ist, ob Sie ein Kind oder mehrere Kinder zu sichern haben, Ihr Kleines oft oder nur gelegentlich im Auto mitnehmen und wie Sie mit der Handhabung eines Sitzes klarkommen. Wie gesagt, sehen es Sicherheitsexperten gerne, wenn Ihr Kind noch eine Weile in einem Reboard-Sitz mitfährt. Leider sind die oft recht platzraubend und schwierig zu montieren. Es gibt aber auch verschiedene nach vorne gerichtete Sitze:

  • Sitze mit integriertem (Hosenträger-)Gurt fürs Kind, bei denen der Auto-Dreipunktgurt hinter dem Sitz verläuft. Vorteil: Sie können die Gurthalterung für Sitz und Kind jeweils separat optimal einstellen. Auch wenn dies bei manchen Sitzen ein wenig Zeit in Anspruch nimmt, lohnt sich eine genaue Justierung in jeden Fall.
  • Sitze mit spezieller Gurtführung oder mit Fangkörper, bei denen der Auto-Dreipunktgurt Kind und Sitz hält. Diese Sitze lassen sich allerdings normalerweise nicht so verstellen, dass jüngere Kinder mal in eine eher liegende (Schlaf-)Position gebracht werden können.

Experten weisen auch darauf hin, dass bei den Varianten ohne Fangkörper der Gurtverlauf für kleinere Kinder oft nicht ideal ist. Die Kleinen hängen mehr als dass sie sitzen. Tipp: Es gibt Hosenträger-Sitze, die später so umgerüstet werden können, dass nur noch der Dreipunktgurt nötig ist.

Autokindersitz - Gruppe II

Die Gruppe ist für ein Körpergewicht von 15 bis 25 Kilo (ca. 3 bis 7 Jahre) gedacht. Sitze dieser Klasse haben üblicherweise keine integrierten eigenen Gurte: Der Auto-Dreipunktgurt hält Sitz und Kind. Die Varianten sind vielfältig. Es gibt einerseits kompakte Sitze, deren Sitzflächen und Rückenlehnen seitlich ähnlich geformt sind, wie bei den Schalen für jüngere Kinder. Vorteil: Der Kopf Ihres Kindes wird gut gestützt, sein Körper hat viel Halt. Das ist beim Schlafen, vor allem aber bei einem Unfall wichtig. Damit der Kopf bei einem Seitenaufprall geschützt ist, sollte der Kopfbereich des Sitzes möglichst weit vorstehende Seitenflügel haben. Ebenfalls zulässig, wenn auch wegen mangelndem Seitenaufprallschutz nicht zu empfehlen, sind reine Sitzerhöher oder Fangtische. Letztere sind, vereinfacht gesagt, meistens wie ein Mini-Tritthocker geformt, den Ihr Kind über seine Knie stellt. Durch eine Einbuchtung entlang der Tischfront wird der Dreipunktgurt geführt. Fangtisch und Sitzerhöher haben vor allem einen Zweck: Den Gurt so zu führen, dass er möglichst gut am Körper Ihres Kindes sitzt. Sorgen Sie unbedingt dafür, dass der Kopf Ihres Kindes gestützt ist. Entweder durch die Auto-Rückenlehne bzw. -Kopfstütze oder die zum Sitzerhöher passende Rückenlehne.

Autokindersitz - Gruppe III

Diese Gruppe umfasst Sicherungssysteme für Kinder mit 18 bis 36 Kilo Körpergewicht (ca. 4 bis 12 Jahre). In der Regel handelt es sich um Sitzerhöher, wobei eine Rücken-/Kopfstütze unverändert wichtig ist. Auch hier gilt jedoch, dass ein ausreichender Seitenaufprallschutz fehlt. Es gibt übrigens auch Kombisysteme, die (meist ab Gruppe I) viele Jahre lang mitwachsen: Durch verschiedenes Zubehör oder indem einzelne Teile verstellt bzw. entfernt werden, lassen sich diese Sitze jeweils altersgemäß umrüsten. Sie sind zwar in der Anschaffung etwas teurer. Dafür brauchen Sie aber auch nicht so oft einen neuen Sitz. Offen bleibt natürlich, ob der Sitz in jedes neue Auto passt und ob Ihr Kind ihn Jahr für Jahr akzeptieren wird. Beim Kauf eines Autokindersitzes genau hinschauen

  • Vorsicht bei gebrauchten Sitzen! Hier bleibt Ihnen in aller Regel verborgen, was dieser Sitz schon alles "durchgestanden" hat bzw. ob er den Sicherheitsanforderungen in einem Ernstfall noch entsprechen würde. Auf "Nummer Sicher" gehen Sie immer mit dem Kauf eines neuen Sitzes.
  • Ab 8. April 2008 dürfen nur noch ausschließlich Kindersitze verwendet werden, die ein offizielles Prüfsiegel mit der gültigen Norm ECE R 44/03 oder 44/04 aufweisen. An einem kleinen Textilfähnchen, das am Sitz befestigt ist, kann die Prüfnummer abgelesen werden. Beginnt diese ECE-Prüfnummer mit den Ziffern 01 oder 02, darf der Sitz nicht mehr benutzt werden. Dagegen entsprechen Kindersitze, die mit den Anfangsziffern 03 und 04 gekennzeichnet sind, den europäischen Normen. Nur derart gekennzeichnete Kindersitze sind für den Straßenverkehr geeignet und zu verwenden.
  • Probieren Sie beim Händler aus, ob Sie mit dem Sitz zurecht kommen und er sich mühelos in Ihrem Auto befestigen lässt. Achtung: Sitze, die auf dem orangefarbenen ECE-Sicherheits-Label den Vermerk "Spezial" oder "Nicht universal" haben, passen nur für bestimmte Auto-Typen.
  • Ist Ihr Kind schon größer, dann nehmen Sie es zum Kauf mit und lassen Sie es Probe sitzen. Es ist wichtig, dass Ihr Kind sich in dem Sitz wohlfühlt und ihn mag.
  • Testen Sie, ob die Gurte, die Ihr Kind im Sitz halten, gut zu verstellen sind. Sie müssen immer perfekt anliegen, sollten daher leicht anzupassen sein.

Angurten - oder aus der Fahrt wird nix!

Der beste Sitz ist nutzlos, wenn Ihr Kind nicht drinsitzt. Manchmal sind Eltern versucht, die Kleinen auf längeren Fahrten aus dem Sitz krabbeln zu lassen, damit sie nicht quengeln. Tun Sie’s nicht! Nur wenn absolut klar ist, dass jeder im Auto immer angeschnallt ist, wird Ihr Kind seinen Sitz akzeptieren. Sie ersparen sich viele Kämpfe, wenn Sie von Anfang an konsequent sind und bleiben. Sehr wichtig ist, dass der Sitz wirklich perfekt befestigt ist. Prüfen Sie regelmäßig, ob auch alle Gurte, die ihn halten, ganz straff sind. Wenn Sie einen neuen Sitz kaufen, sollten Sie sich die Zeit nehmen, genau durchzulesen, wie er korrekt montiert wird. Bitte daran denken: Wenn Sie andere Kinder mitnehmen, z.B. kleine Besucher heimfahren, müssen auch die richtig gesichert sein.

Zuletzt überarbeitet: Dezember 2018

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