Mehr Kindergeld – und weitere Neuerungen in 2023

Münzstapel auf Geldscheinen

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Ab sofort bekommen Eltern einheitlich für jedes ihrer Kinder 250 Euro im Monat Kindergeld. Damit haben Familien mit zwei Kindern jetzt 744 Euro mehr im Jahr, Familien mit drei Kindern haben 1.044 Euro mehr im Jahr.

Außerdem: Sofortzuschlag und Kinderzuschlag

Familien mit einem niedrigen Einkommen erhalten zusätzlich den Sofortzuschlag von 20 Euro im Monat und können von der Erhöhung des Kinderzuschlags profitieren. Der Sofortzuschlag wird durch die Stellen, die auch die jeweilige Grundleistung auszahlen, überwiesen und wird für Familien, die bereits den Kinderzuschlag oder eine andere der Leistungen erhalten, ohne besonderen Antrag gezahlt. Den Kinderzuschlag können Familien mit kleinem Einkommen ebenfalls in Anspruch nehmen, der Höchstbetrag wurde zum 1. Januar auf 250 Euro im Monat angehoben.

Preisbremsen für Gas und Strom

Ab März sollen die Preisbremsen für Gas und Strom greifen: Gaskunden sollen einen garantierten Bruttopreis von 12 Cent pro Kilowattstunde für 80 Prozent ihres bisherigen Verbrauchs zahlen. Für Stromkunden sind 40 Cent pro Kilowattstunde geplant. Rückwirkend sollen die Vergünstigungen dann auch für Januar und Februar berücksichtigt werden.
Studierende und Fachschüler bekommen Anfang des Jahres zur Unterstützung bei den gestiegenen Preisen eine Pauschale von 200 Euro ausgezahlt. Voraussetzung ist eine Immatrikulation an einer Hochschule in Deutschland am 1. Dezember.

Ab diesem Monat wird der sogenannte CO2-Preis zwischen Mietern und Vermietern geteilt. Der Vermieter muss von der Klimaabgabe fürs Heizen umso mehr übernehmen je weniger klimafreundlich sein Haus ist. Abgerechnet wird nach einem Stufenmodell.

49-Euro-Ticket, Krankenkassenbeiträge, Midi-Jobs und Mehrwegbehälter

Das 49-Euro-Ticket soll kommen: Das Startdatum ist aber noch unklar, momentan werden der 1.April oder der 1.Mai als Starttermine genannt. Dann sollen Fahrgäste für 49 Euro einen Monat in ganz Deutschland den gesamten öffentlichen Personennahverkehr nutzen können.

Die Beiträge für die Krankenkasse steigen, sie klettern von 15,9 Prozent um voraussichtlich 0,3 Punkte auf 16,2 Prozent im Schnitt.

In einem Midi-Job dürfen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen künftig nicht nur 1.600 Euro, sondern 2.000 Euro verdienen, bevor sie volle Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen.

Restaurants, Bistros und Cafés, die Speisen zum Mitnehmen anbieten, müssen dazu ab sofort Mehrwegbehälter anbieten, für die natürlich auch Pfand verlangt werden darf. Wegwerf-Verpackungen sind verboten. Von der neuen Regel ausgenommen sind kleine Imbisse, Kioske oder Spätis. Sie müssen aber zumindest erlauben, dass Kunden ihr Essen in einer eigenen Box mitnehmen.

Staatliche Leistungen: Bürgergeld und Wohngeld

Hartz-IV ist Geschichte, jetzt gibt es das Bürgergeld. Grundsätzlich sollen die Jobcenter nun stärker darauf fokusieren, Arbeitslose in dauerhafte Arbeit zu bringen anstatt sie nur in einfache Helferjobs zu vermitteln. Die Beträge zur Grundsicherung sind dieses Jahr um 50 Euro angestiegen, Alleinstehende bekommen jetzt 502 Euro im Monat ausgezahlt. Der Hauptteil der Reform wird aber erst Mitte des Jahres gelten.

Einen staatlichen Mietzuschuss in Form von Wohngeld werden in diesem Jahr mehr Haushalte in Anspruch nehmen. Es wird erhöht um 190 Euro im Schnitt pro Monat, damit kann ein Haushalt im Schnitt rund 370 Euro Wohngeld pro Monat bekommen. Die staatliche Leistung können Menschen beantragen, die wenig Geld zur Verfügung haben, unabhängig davon, ob sie Sozialleistungen beziehen.

Steuerrecht: Grundfreibetrag ist gestiegen

Natürlich gab es auch im Steuerrecht Änderungen: Der steuerliche Grundfreibetrag ist auf 10.908 Euro gestiegen. Bis zu diesem Jahreseinkommen müssen keine Steuer gezahlt werden. Die Grenze für den Spitzensteuersatz von 42 Prozent wurde nach oben verschoben, er ist jetzt ab einem Jahreseinkommen von 62.810 Euro fällig.

Die Frist für die Abgabe der Grundsteuererklärung wurde verlängert, sie ist jetzt bis Ende Januar fällig. Die Homeoffice-Pauschale wurde angehoben, statt wie bisher 600 Euro kann man nun bis zu 1.000 Euro als Werbungskosten ansetzen. Hier werden allen Steuerzahlern ohnehin 1.200 Euro angerechnet. Man profitiert nur, wenn Homeoffice-Pauschale und andere Ausgaben diesen Betrag übersteigen.


Quellen:
Die Bundesregierung: Höheres Kindergeld und weitere Verbesserungen für Kinder
Familie.de: Das kommt 2023 auf Familien zu: Neue Gesetze, Erhöhungen & weitere Änderungen
Westdeutsche Zeitung: Bürgergeld, Rente, 49-Euro-Ticket: Das ändert sich 2023

Zuletzt überarbeitet: Januar 2023

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