Birgit Neumann

Birgit Neumann

Dipl. Ökotrophologin

Birgit Neumann studierte Ökotrophologie mit dem Schwerpunkt Ausbildung und Beratung und schloss ihr Studium mit dem Titel Diplom Ökotrophologin (Dipl.oec.troph.) ab. Seit dem Studium ist sie als Ernährungs­beraterin und Kursleiterin tätig. Mit regelmäßigen Fortbildungen hält sie ihr Wissen zur Baby- und Kinder­ernährung auf dem aktuellen Stand.

Birgit Neumann

Baby trinkt sehr wenig Milch

Antwort von Birgit Neumann

Frage:

Guten Tag!

Meine Tochter, aktuell gerade 9 Monate geworden, trinkt kaum noch Milch. Angefangen hat sie mit etwa 4./5. Monat immer mehr die Milch zu verweigern. Am Anfang dachte ich es ist bestimmt eine dieser Phasen, aber es hat sich über Monate nichts geändert. Mit Beikost haben wir trotzdem erst im 6. Lebensmonat begonnen.

Aktuell sieht unser Speiseplan so aus:

Morgens 7 Uhr Milchbrei mit etwa 100ml 1er angerührt (mehr isst sie nicht). Den Milchbrei morgens habe ich zwangsläufig eingeführt, da sie ihre Milchflasche sofort mit der Zunge wegdrückt und ihren Kopf wegdreht. Es war jeden Morgen ein Kampf und das ist ja nicht zielführend.

Vormittag gegen 10h trinkt sie 100ml 1er Milch

Mittags gegen 13h einen Gemüse Fleisch Brei

Nachmittags 100ml 1er Milch

Abends Milchbrei mit etwa 150ml 1er Milch

Zum Einschlafen etwa nochmals 60ml 1er Milch

Nachts kommt sie 1x und bekommt etwa 170ml 1er Milch.

Mittlerweile ist jeder Tropfen ein Kampf. Sie trinkt jetzt oft nur noch 60ml, wenn überhaupt. Keine Flasche wird leer getrunken (außer die Nachts, die wird komplett ausgetrunken). Habe schon eine Schnabeltasse versucht, Magic Cup, normaler Becher. Sinnlos. Sobald sie die Milch merkt, zieht sie ein paar Mal an und verweigert dann das Weitertrinken. Und darum kämpfen und unter Zwang ist es auch nicht sinnvoll und das möchte ich natürlich nicht. Die Milch ist seit Beginn die selbe, Hipp Combiotik 1er. Wir haben auch nie gewechselt also den Geschmack kennt sie.

Haben Sie einen Rat? Ich kann doch nicht den ganzen Tag Milchbrei anbieten.

Sie ist vom Gewicht her aber super entwickelt. Aktuell 9 Monate geworden, ca. 11 kg und fast 80cm groß.

Danke und liebe Grüße

von Isabell898 am 11.10.2021, 16:30 Uhr

 

Antwort auf:

Baby trinkt sehr wenig Milch

Hallo Isabell898
Ganz allgemein gehalten, kann ich dir als Antwort auf deine Frage folgendes schreiben:
Gesunde und reif geborene Babys essen und trinken altersentsprechende Kost (Milch und geeignete Beikost) wenn sie hungrig sind. Etwaige Defizite machen sich schnell im Wachstum, bei der Größen- und Gewichtszunahme u.a. bemerkbar.
Hier ist bei deiner Tochter eigentliche alles in Ordnung wie du schreibst.
Deine Tochter trinkt derzeit etwa um die 500 -600 ml Milch. Das ist vollkommen altersentsprechend ist. Es ist genau genommen sogar etwas mehr, als für dieses Alter empfohlen. Sie trinkt diese Milchmenge in kleinen Portionseinheiten, auf mehrere kleinere Portionen am Tag/Nacht verteilt. Dazu isst sie Beikost.
Ob euer Essplan passt, das kann dir dein Kind selbst iegentlich am allerbesten rückmelden. Und sie scheint doch durchaus satt und zufrieden zu sein? Im Alter deiner Tochter werden etwa 400-500 ml Säuglingsmilch (Pre-Milch/1er nach Bedarf ggf auch mal mehr) täglich empfohlen, und zwar zusätzlich zur Beikost und Familienkost.
Ein zeitlicher Abstand von etwa 2-3 h zwischen den Mahlzeiten ist tagsüber sinnvoll.
Die genannten Empfehlungen darfst du immer individuell an eure Bedürfnisse anpassen.

Dein (gesundes) Kind darf immer so viel oder so wenig essen und trinken, wie es aktuell braucht. Um die Übergänge sinnvoll gestalten, kannst du ab jetzt langsam und aber immer öfter einen sinnvollen Mix aus Brei, breiartigen Speisen und leicht kaubaren Speisen anbieten, welche sich dein Kind selbständig in oder an den Mund befördern kann.
Ich gebe dir zur Übersicht und zur Orientierung einfach mal die üblichen Empfehlungen. Du kannst davon das verwerten, was für euch passt.

Frühstück:
Brot/Getreide und "Milch". Familienkost. Müsli oder was gewünscht. Ziel ist es zunächst, dein Kind an den Tisch zu setzen und mit verlockenden Angeboten an ein Frühstück zu gewöhnen.
Bspw mit klein geschnittenen Brotwürfelchen (mit Butter), dazu ein paar weiche Obststückchen oder das, was euch zum Frühstück eben gefällt

ZMZ:
Brot/Getreide und/oder Obst je nach dem wie lange die Zeitspanne bis zum Mittagessen ist, kann eine Zwischenmahlzeit sinnvoll sein. Hier gibt es entweder etwas Obst oder je nach dem evtl noch einmal etwas Brot.

Mittagessen:
gewohnter Brei bzw breifrei Angebote und dazu übliches Familienmittagessen – und/oder auch breifrei = in der Konsistenz adaptierte Nahrungsbasics wie weich gegarte Gemüsestückchen, Nudeln o.a.. Neu ist jetzt, dass neben dem üblichen Brei auch die übliche Familienkost und diese vermehrt in stückiger Konsistenz angeboten werden darf. Jetzt steht die Nahrung (alles was dazu gehört) und das selbständige Essen sowie das Esserlebnis ganz besonders im Vordergrund der Mahlzeit.

Nachmittag/ZMZ:
Obst oder Getreidestängelchen o.ä., Kinderkekse, Muffins, Waffeln etc
nachmittags ist ohnehin ein milchfreier Energienachschub durch Kohlenhydrate (Obst und/oder Getreide) erwünscht, ggf GOB

Abends: Brot oder Brei - ein Kombination aus Getreide mit Milch fördert den guten Nachtschlaf. dazu Obst/Gemüse ggf geeignete Rohkost und Familienkost

tagsüber zwischendurch bzw nach den Mahlzeiten: zusätzlich Getränk (Wasser/Tee) anbieten - nach Bedarf

Du kannst deine Frage, wenn du magst, evtl nochmal an Frau Last und ihre Kolleginnen im Nachbarforum "Ernährung" einstellen. Auch Frau Simon im Nachbarforum "Babypflege" kann dir vielleicht ein paar hilfreiche Zeilen schreiben.
Ansonsten ist euer KiA natürlich der erste Ansprechpartner, wenn du ernsthafte Probleme dahinter vermutest. Er kann dich umgekehrt vielleicht auch beruhigen. Denn er kennt dein Kind und den bisherigen Entwicklungsverlauf, kann den Größen- und Gewichtsverlauf beurteilen und euch entsprechend beraten.
Grüße
Birgit Neumann

von Birgit Neumann am 12.10.2021

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