Dr. med. Ludger Nohr

Wie das alleine beschäftigen schmackhaft machen?

Antwort von Dr. med. Ludger Nohr

   

Antwort:

Wie das alleine beschäftigen schmackhaft machen?

Hallo,
das ist ein häufig beschriebenes Phänomen. Das Wunschkind wird rund um die Uhr bespielt, alle sind zufrieden und dann ändert sich die Situation. Für die Erwachsenen verständlich und handhabbar, für die Kinder nicht nachzuvollziehen und enttäuschend. Ihnen geht nur etwas verloren und das wird auch als Kränkung durch Sie erlebt (andere/s ist wichtiger). Deshalb ist es auch bei den Großeltern anders, weil sich da nichts ändert.
Ich kann das verstehen und will es auch nicht kritisieren. Ich will nur deutlich machen, warum jetzt eine "Überbrückungshilfe" nötig ist und es nicht schnell besser ist.
Sich alleine zu beschäftigen ist zudem für viele Kinder weder einfach noch wünschenswert, ist also eine wachsende Fähigkeit, die langsam erlernt werden muß. Das beginnt dann eben mit kurzen Zeiten und Tätigkeiten/Spielen, die er sowieso mag (damit meine ich weder TV noch Tablet o.ä.. Das kann es zwischendurch auch geben, aber da sollte man vorher die Dauer festlegen). Überbrücken heißt auch, Ziele und Gemeinsames ins Auge zu fassen, die nach der Zwischenzeit wieder stattfinden können. Er muß erst die Erfahrung machen können, dass bestimmte Situationen alleine Spaß machen können.
Wenn man das als Lernen akzeptiert, dann ist die Geduld und Gelassenheit auch größer. Sie werden noch häufig überbrücken müssen und enttäuschend sein, was aber mit der Bindung nichts zu tun hat. Die besteht (oder nicht) auf einer ganz anderen, tieferen Ebene.
Dr.Ludger Nohr

von Dr. med. Ludger Nohr am 30.11.2020

 
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