Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Ingrid Henkes:

Ereignisse rückgängig machen - Autismus?

Frage: Ereignisse rückgängig machen - Autismus?

MartinaAnna

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Sg. Frau Henkes, in einer Fortbildung habe ich gehört, dass es auf Autismus hindeuten kann, wenn Kleinkinder Ereignisse, die nicht so abgelaufen sind, wie sie es sich wünschen , rückgängig gemacht werden sollen. Leider war es eine Fortbildung online mit KI, so dass ich keine Fragen stellen konnte.  Unser Sohn ist zweieinhalb Jahre alt. Er möchte immer, dass eine spezielle Person etwas macht, zB ihm die Zähne putzen, ihm ein Trinkglas geben, seine Spielsachen holen... Meistens Mama, manchmal Papa. Wir haben schon gehört, dass wir ihm seinen Willen nicht immer lassen sollen, weswegen wir versuchen, es ihm zu erklären , seine Wut zu verstehen, aber trotzdem durchzuziehen, was gerade passt (wenn ich zB Kopfschmerzen hab, muss eben der Papa mehr übernehmen). Das funktioniert NULL, seit Monaten. Wenn er möchte, dass die Mama ihn aus dem Autositz holt und es macht aber der Papa, steht er nachher in der Wohnung mindestens 30min schreiend bei der Eingangstür, will zurück ins Auto, damit er wieder rein kann und der Papa soll ihn rausholen. Das einzige was manchmal hilft, ist dann Ablenkung. Aber selten. Was sagen Sie dazu? Ist das ein Zeichen von Autismus? Unser Sohn ist ansonsten sehr kommunikativ und empathisch.   Liebe Grüße MArtina 


Ingrid Henkes

Ingrid Henkes

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Guten Tag, Sie müssen sich keine Sorgen machen. Kommunikative und empathische Kinder leiden nicht unter Autismus. Sie merken ja auch, dass Ihr Sohn mit Ihnen in Beziehung ist und diese sucht. Kleinkinder lieben meist Wiederholungen. Das gibt ihnen Sicherheit und sie lernen, Neues einzuüben. Im Laufe der Entwicklung werden diese Wiederholungen dann immer weniger nötig. Ihr Sohn ist altersmäßig in der Trotzphase. In dieser Phase erproben Kinder ihren Willen und lernen ihre Wirkmächtigkeit kennen. Das verhilft ihnen zu größerer Autonomie. Kinder sollen in dieser Phase durchaus ihren Willen bekommen. Das geht jedoch nicht durchgängig und vor allem dann nicht, wenn es ums Bestimmen über andere Personen geht. Trösten Sie Ihren Sohn, weil er mit seiner Wut noch nicht umgehen kann. Für ihn ist dieses heftige Gefühl schwer auszuhalten. Es hilft ihm, wenn er merkt, dass Sie ihn verstehen. Das bedeutet nicht, dass Sie ihm seinen Willen lassen müssen. Er darf wütend werden, auch über einen längeren Zeitraum. Sie können versuchen, ihn zu beruhigen oder abzulenken, wie Sie das schon machen. Lassen Sie ihm die Zeit, die er braucht. Er hat noch keine Frustrationstoleranz entwickeln können. Die lernt er mit Ihrer beruhigenden Führung.  Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes


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