Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Ingrid Henkes:

Träumerei wird zur Herausforderung

Frage: Träumerei wird zur Herausforderung

TatsächlichLiebe

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Liebe Frau Henkes,  unser Alltag mit 2 Kindern (2,5 und 5) wird durch die endlose Träumerei des Großen immer mehr zur Herausforderung. Gefühlt befindet man sich für jeden Schritt im Kampf. War er auf Toilette, graut mir schon davor, dass er gleich Hände waschen muss. Mal klappt es problemlos, aber meist sieht er auf dem Weg zum Waschbecken irgendetwas, das er in die Hand nehmen muss oder er steht dann erstmal auf dem Hocker vorm Waschbecken und fängt einfach nicht an. Kann ich nicht dabei bleiben, macht er sich auch gerne mal die Haare nass, provoziert also. Oft werde ich dann nach der 10. Aufforderung (erst ganz normal "Wasch Dir jetzt bitte die Hände", dann aber ungeduldiger "Jetzt wasch Dir endlich die Hände! Du fasst mit Deinen Klohänden alles an! Das geht nicht!" bis ich irgendwann wutentbrannt seine Hände wasche. Ist auch ok für ihn, er steigt dann ab und geht spielen etc. So ist es auch mit dem Anziehen und sämtlichen alltäglichen Vorgängen.  Bestrafen und belohnen wird nicht für sinnvoll gehalten. Aber was macht man, wenn man sich den Mund fusselig redet und das Kind einfach nicht folgt? Er schaltet teils einfach völlig auf Durchzug und ist immer sehr verträumt. Das hat uns im Frühling auch der Kindergarten berichtet. So kann er auch schon eine Stunde gewissenhaft basteln, Bügelperlen stecken oder alleine Lego bauen. Er ist ganz fit, körperlich und geistig und kann das auch alles. Nur verliert er sich im Träumen und Abgelenktsein. Hätte ich nicht das 2. Kind und meist Zeitdruck morgens, würde ich ihn auch träumen lassen, aber gewisse Dinge müssen dann irgendwann einfach erledigt werden.  Der Kleine bekommt übrigens in vergleichbaren Dingen kaum geholfen, weil er alles selbst machen will gerade und das auch macht. Hände waschen, Jacke und Schuhe ausziehen. Dass der Große das Gefühl hat ihm müsse geholfen werden, weil der Kleine viel geholfen bekommt, kann es aus meiner Sicht nicht sein. Der Kleine deckt auch begeistert den Esstisch, wozu der Große gar keine Lust hat. Es ist ihm auch egal, dass der Kleine das macht.  Ich hoffe sehr auf Ihre Tipps und bedanke mich herzlich dafür.  Viele Grüße 


Ingrid Henkes

Ingrid Henkes

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Guten Tag, das Verträumtsein Ihres Sohnes ist ein Wesenszug von ihm. Das lässt sich durch Schimpfen oder Bestrafen nicht ändern. Das merken Sie ja an seiner Reaktion. Ihr Sohn verhält sich nicht so, weil er Sie ärgern oder provozieren will. Es könnte helfen, wenn Sie ihm bei manchen wichtigen Handlungen noch helfen. Bevor Sie sich darüber ärgern, dass er sich die Hände nicht wäscht, machen Sie es für ihn. Versuchen Sie, die Persönlichkeit Ihres Sohnes zu akzeptieren. Möglicherweise kann Ihr/e Kinderarzt/ärztin Ihnen Unterstützungsangebote nennen, die Ihnen helfen, sich auf die Persönlichkeit Ihres Sohnes leichter einzustellen und die ihm helfen, kleine Aufmerksamkeitsinseln zu entwickeln. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes


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