Dr. med. Ludger Nohr

Stundenlanges Schreien

Antwort von Dr. med. Ludger Nohr

   

 

Stundenlanges Schreien

Sehr geehrter Herr Dr. Nohr
Ich bin seit 2 Monaten mit unserer Tochter (17 Wochen) sehr oft bei den Grosseltern und schlafe auch hier mit ihr. Ich stille meine Tochter seit Geburt, sie bekommt aber ab und zu einen Schoppen bei Abwesenheiten. Ausnahmslos bringe ich sie zu Bett, immer etwa zwischen 20:30 bis 22:00 und schlafe neben ihr bis morgens. Das klappt ganz gut. Durch den Tag lassen mich meine Eltern 1-3 Stunden weggehen, was eigentlich nie ein Problem ist, dann wird meine Tochter natürlich nicht gestillt sondern trinkt problemlos einen Schoppen. Gestern Abend war ich von 18:45-21:15 Uhr weg. Mein Vater erzählte mir dann, dass sie etwa nach 30 Min nach meiner Abwesenheit dann volle 2 h geweint und geschrien habe.
- Heisst das, dass mein Kind mich in den Abendstunden vermisst ? (Meine Eltern haben sie bis zu meiner Rückkehr einfühlsam begleitet, getröstet etc)
-soll ich das Weggehen abends lassen, bis sie etwas älter ist oder soll ich üben mit ihr, ev kürzere Zeitspannen weggehen und schauen wie es läuft ?
- Als ich dann zurückkam, lag sie schlafend da, ich wickelte sie und sie lächelte mich und meine Eltern an, wie wenn nichts gewesen wäre...meine Eltern sagten, sie wäre aus Erschöpfung vom weinen eingeschlafen. Das tut mir weh.

Bitte sagen Sie mir Ihre Meinung dazu.

Herzlichen Dank - liebe Grüsse, Nora

von Nora11 am 29.08.2019, 07:05 Uhr

 

Antwort:

Stundenlanges Schreien

Liebe Nora,
mit einem Baby von 17 Wochen können Sie Wegsein nicht üben. Ihr Kind braucht beim Wachwerden in der Nacht idealerweise eine nahe Bezugsperson wie Sie es sind. Das bedeutet allerdings nicht, dass Ihre Tochter bei Ihnen sofort ruhig wäre, aber die Chancen und das Erleben der Situation sind natürlich anders, als wenn Menschen aus der zweiten Reihe da sind. Das müssen Sie abwägen: Aus Kindersicht sollten Sie immer erreichbar sein, aber das Leben ist nicht ideal und es gibt auch andere Interessen und Pflichten, die für die Eltern, Familie wichtiger(er) sein können. Und dann geht halt nur die "zweitbeste" Lösung, die in der Anwesenheit von Menschen besteht, die nicht so nah, aber auch nicht unvertraut sind. Dieses Abwägen, was ist jetzt und perspektivisch wichtiger, kann Ihnen keiner abnehmen.
Dr.Ludger Nohr

von Dr. med. Ludger Nohr am 29.08.2019

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