ZwilliMami 2015
Guten Tag, ich würde gerne eine Frage stellen. Ich habe mit viel Freude meine Zwillinge gestillt. Seit dem ersten Geburtstag habe ich schon das Gefühl sie abstillen zu wollen, aber wegen Zahnen, Krankheit doch noch Rücksicht auf die Kinder genommen. Sie werden noch einschlafgestillt wobei das Mittags gut läuft d.h. sie schlafen nach dem Stillen direkt ein. Abends gibt es viel Theater sie trinken zusammen tandem. Dann docken sie ab und ich stille beide abwechseln seitlich bis sie endlich schlafen wobei sie Theater machen herumspringen etc. Hätte gern dass sie im Bett liegen bleiben. Das sage ich ihnen auch und lege sie immer wieder hin aber leider hören sie darauf auch nicht. Nachts werden beide auch noch 2-3x wach und wollen stillen dann schlafen sie auch schnell wieder ein. Mein Mann kann mir leider nicht viel helfen. Wie soll ich das mit dem Abstillen angehen? Die jüngere nimmt keinen Nucki und wenn ich mal versucht habe dass sie ohne Brust einschläft hat sie ganz furchtbar geweint. Sie ist ein Schreikind und sehr anstrengend. Ich liebe meine Kinder aber ich denke ich kann Ihnen auch auf anderem Weg Liebe und Geborgenheit geben. Das stillen ist bei Ihnen wohl mehr Gewohnheit und die Suche nach Nähe denke ich. Sie essen sehr gut und trinken auch viel Vollmilch. Nur halt zum Einschlafen nicht...
Liebe ZwilliMami 2015, Stillen ist eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Das Wichtigste überhaupt ist allerdings, dass Du fest zu deinem Entschluss stehst. Solange hier noch der geringste Zweifel besteht, werden deine Kinder diese Zweifel spüren und Du wirst weiterhin `schwach" werden. Für viele von uns ist es sehr ungewohnt zu sehen, wie begeistert und mit wie viel Freude ein Kleinkind stillt. Deine Kinder verhalten sich gar nicht so "brustversessen" wie Du glaubst, viele langzeitgestillte Kinder zeigen sehr deutlich wie viel ihnen das Stillen bedeutet. Wird es dem Kind überlassen, wann es sich selbst abstillt, dann stillen sich die meisten Kinder irgendwann zwischen dem zweiten und dem vierten Geburtstag ab. Ein Abstillen deutlich vor dem zweiten Geburtstag auf Initiative des Kindes hin ist eher unwahrscheinlich. All diese theoretischen Überlegungen helfen dir jedoch nicht weiter, denn Du fühlst dich in der derzeitigen Situation unwohl. Wenn sich in einer Stillbeziehung ein Partner nicht mehr wohl fühlt, dann ist es an der Zeit zu überlegen, was geändert werden kann. Sicher sind deine Kinder in diesem Alter noch nicht in der Lage alles Gesprochene bis ins letzte Detail zu verstehen, doch ich denke, dass der erste Schritt für dich sein sollte, dass Du mit deinen Kindern darüber sprichst, wie es dir geht und was Du nicht mehr möchtest. Dann könnt ihr als Eltern eine Art Plan machen, wie ihr vorgehen wollt, um das Stillen etwas einzuschränken. Stillen nach Bedarf ist bei einem Kind über einem Jahr nicht mehr ein so eng gefasster Begriff wie bei einem kleinen Baby und liebevoller Konsequenz lassen sich auch bei einem Kind in diesem Alter in einem gewissen Rahmen Regeln aufstellen. Selbstverständlich wird sich nicht von heute auf morgen eine plötzliche Änderung ergeben, das geschieht in kleinen Schritten und selbstverständlich wirst Du mit Rückschritten rechnen müssen, doch mit viel Liebe und Beharrlichkeit, kannst Du einen Weg finden, dass ihr wieder zu einer harmonischen Stillbeziehung finden werdet. Falls Du feststellst, dass das punktuelle Abstillen (also eine Art eingeschränktes Stillen) für dich immer noch nicht der Weg ist, den Du gehen willst, dann solltest Du dich in einem ruhigen Moment mit dir selbst auseinander setzen, was Du willst und dann entsprechend dieser Entscheidung und ohne Zweifel handeln. Wichtig ist dabei, dass Du dir deiner Entscheidung ganz sicher bist, denn jedweden Zweifel werden deine Kinder sofort spüren und entsprechend handeln. Wenn Du nicht mehr stillen möchtest, wird es am besten sein, wenn du schrittweise vorgehst, z.B. in dem du zunächst eine gewisse stillfreie Zeit in der Nacht einführst. Dazu kannst du wie folgt vorgehen: Erkläre den Kindern schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die sie wieder erkennen können (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich ein Kind (oder beide) dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihnen während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das nun auf Deutsch erschienen ist und das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Ich hoffe, die Antwort hilft dir weiter. LLLiebe Grüße, Biggi
zweizwerge
Hallo, viele Grüße von einer andren Zwillingsmami :-). Eure Einschlafsituation abends hört sich nicht so völlig glücklich an, wobei ich nicht weiß, ob das Stillen dabei eher positiv oder eher problematisch ist... Mich würde dabei vor allem das Hin-und Her in der zweiten Phase und das Herumspringen stören, während Du noch einen stillst. Wahrscheinlich würde ich das so lösen, dass für jeden spätestens dann Schluss mit Stillen ist, wenn er einmal aufgestanden ist. Oder für beide, wenn einer abdockt, aber nur, wenn es vernünftigerweise für den zweiten auch passen sollte (sonst ist Sippenhaft ja immer so eine Sache) - Du willst ja aber sowieso eher weg vom Stillen. Vielleicht kannst Du danach, wenn sie dabei nicht einschlafen, etwas anderes für beide attraktives einführen. z.B. etwas vorlesen oder eine Geschichte erzählen, und damit auch langsam (oder schneller) das Einschlafstillen als Ritual ersetzen. Und wenn einer trotzdem ganz viel Theater macht, kann Dein Mann den dann übernehmen? Zumindest bei uns wollen beide zum Schlafen unbedingt mit mir kuscheln, so dass das evtl. Wirkung hat. Wenn Du aber ein Rezept immer ganz ohne Theater findest, sag bitte Bescheid :-). Ich habe probiert, die Probleme möglichst so zu lösen, dass es am einfachsten war. Wir haben also irgendwann (>1J) nachts abgestillt, und tags noch einige Zeit länger gestillt, weil es einfach leichter war, während nachts 2-3x (an den guten Tagen) mit Zwillingen halt auch irgendwann schlaucht... Vom Alter her sollte nachts abstillen eigentlich auch klappen. Ich hatte davor ziemlich Respekt, weil es mit zweien einfach nicht trivial ist. Aber grundsätzlich funktioniert die "Radiowecker-Methode" (such mal auf dieser Seite) auch mit Zwillingen. Wir haben es uns für den Urlaub vorgenommen, und in der ersten Hälfte der Nacht (dh, in der länger werdenden Phase ohne Stillen) in getrennten Räumen geschlafen. Mein Mann hat dabei die Betreuung des "einfacheren" Zwillings übernommen. Wir haben es so gehandhabt, dass ab dem ersten Aufwachen nach der festgelegten Zeit dann gestillt wurde, dh. bei dem ausgelagerten Kind ist mein Mann dann mit Kind sofort rübergekommen. Vom Aufwecken per Radiowecker halte ich jetzt nichts, aber das kann man sicher verschieden sehen. Es war aber schon fies, beim Trösten, weil nicht gestillt wird, bei einem Kind nicht direkt dabei zu sein und nur zu hören, dass das Kind sich (zu Recht) beschwert. Aber: das Kind, das von meinem Mann betreut wurde, hat immer noch zu ihm ein intensiveres Verhältnis als der andere (zu mir auch sehr gut, aber er ist flexibel und es muss nicht immer ich sein :-). Auf jeden Fall solltet Ihr Euch beim Abstillen auf ein paar anstrengende Nächte einstellen. Da Deine Kinder ja wahrscheinlich auch schon recht verständig sind, kannst Du mit ihnen ja auch vorher schon drüber sprechen. Zum Tagsüber abstillen (da waren meine aber schon 3) habe ich es so gemacht, dass ich nach Weihnachten immer wieder mit ihnen darüber gesprochen habe, dass Ostern irgendwann im Frühling ist (also gaaanz lange weg) und dass sie dann schon ganz groß sind. Und dann brauchen sie nicht mehr zu stillen, und die Brust ist nach so langem Stillen auch schon ganz müde und muss sich ausruhen. Damit waren sie zu dem Zeitpunkt einverstanden, und ich habe es immer wieder ins Gedächtnis gerufen. Kurz vor Ostern (und an Ostern) fand zumindest einer die Abmachung nicht mehr so toll, der andere hat es aber gut akzeptiert, was das ganze schonmal viel einfacher machte. Ich hatte mir damals ein Buch über das Abstillen (herausgegeben von der LLL, aber war es auf deutsch oder englisch?) ausgeliehen, ich weiß nicht, ob Du das irgendwo auftreiben kannst. Darin waren noch einige andere Vorschläge bei größeren Kindern, z.B. ein möglichst unwiderstehliches Geschenk im Tausch gegen das Stillen, ein Angebot einer Abstillparty usw - das fand ich bei uns nicht so passend, aber es kommt sicher immer auf die Kinder an. Viel Erfolg!
ZwilliMami 2015
Lieben Dank für die Antworten! Vor allem auch von einer Zwillingsmami mit eigener Erfahrung. Denke ich werde das mal mit meinem Mann besprechen. Gerade das Nachts abstillen ist wohl auch allein nicht so gut machbar mit zwillingen. Aber das wird dann schon als erster Schritt etwas helfen denke ich. Das ich wenn sie abgedockt haben und herumlaufen danach nicht mehr stille ist auch eine Überlegung wert. Obwohl das sicher auch lautstarken Protest zur folge haben wird ;)
zweizwerge
Huhu, ja, Protest muss man manchmal aushalten :-). vorher überlegen, ob es Dir wichtig ist, und dann ggf. tun. :-)
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