Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Zu wenig Milch?

Frage: Zu wenig Milch?

Mitglied inaktiv

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Guten Tag Frau Welter! Ich habe jetzt 1 Monat alte Tochter und denke, dass ich zu wenig Milch habe. Die kleine ist immer unruhig nach dem Stillen und besonderes abends hat sie Probleme mit Einschlafen. ich denke, dass sie Bauchweh hat. Welche Lebensmittel soll ich vermeiden? Mit freundlichen Grüßen, Anna


Biggi Welter

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Liebe Anna, um mir ein genaues Bild machen zu können, brauche ich einige Angaben von Ihnen. Wie schwer und wie groß war Ihre Tochter bei der Geburt? Was war das niedrigste Gewicht und wann war das niedrigste Gewicht? Was wiegt Ihre Tochter heute? Nimmt der Kopfumfang Ihrer Tochter zu? Wie viele nasse Windeln hat Ihre Tochter innerhalb von 24 Stunden? Bekommt Ihre Tochter Tee, Wasser, Saft oder künstliche Säuglingsnahrung? Verwenden Sie einen Schnuller? Entwickelt sich Ihre Tochter altersentsprechend und ist in seinen Wachphasen an der Umwelt interessiert? Wie oft wird Ihr Kind in 24 Std. gestillt? Wird es nach Bedarf gestillt? Ich weiß, dass dies jetzt sehr viele Fragen sind. Die Antworten darauf helfen mir, Ihnen Genaueres sagen zu können. Listen mit „geeigneten“ oder „verbotenen“ Lebensmitteln gibt es keine. Es lässt sich keineswegs sicher sagen Gemüse X verursacht Blähungen und Obst Y führt zu einem wunden Po. Ich habe schon häufig das absolute Extrem erlebt, dass Mütter sich nur noch von Reis und Wasser ernährt haben und sich an den Blähungen ihres Babys überhaupt nichts geändert hat, aber die Mutter fühlte sich durch die „Radikaldiät“ absolut schlecht. Es gibt keine allgemeingültige „Stilldiät“ oder generell verbotenen oder erlaubte Nahrungsmittel für die Frau während der Stillzeit (mit der Einschränkung, dass Alkohol möglichst gemieden werden soll). Der Einfluss der Ernährung der Mutter auf das Verhalten des Kindes wird meist erheblich überschätzt. Eine stillende Mutter muss weder bestimmte Nahrungsmittel (z.B. Kuhmilch) zu sich nehmen, noch müssen alle stillenden Mütter bestimmte Nahrungsmittel meiden. Von Ausnahmefällen abgesehen macht die Mehrheit der stillenden Mütter die Erfahrung, dass sie alles, was sie mögen, in Maßen essen können ﷓ auch Schokolade und stark gewürzte Speisen ﷓ ohne dass sich dies auf ihre Babys auswirkt und viele kleine Babys haben Blähungen ganz gleich, was ihre Mütter essen. Auch wenn viele Mütter davon gehört haben, dass durch den Genuss von „blähenden" Lebensmitteln Blähungen bei ihrem Baby hervorgerufen werden, ist diese Meinung mit Vorsicht zu genießen. Darmgase entstehen bei der Verarbeitung von Faserstoffen (Ballaststoffen) durch die Darmbakterien im Verdauungstrakt. Weder Verdauungsgase noch Ballaststoffe gehen in die Muttermilch über, auch nicht, wenn die Mutter unter extremen Blähungen leidet. Genau so wenig verändern stark säurehaltige Nahrungsmittel den pH﷓Wert der Muttermilch. In diesem Zusammenhang ist interessant, wie unterschiedlich die Empfehlungen für stillende Mütter in verschiedenen Ländern sind. In Neuseeland zum Beispiel wird stillenden Müttern geraten keine Tomatensuppe zu essen, in Italien jedoch dürfen die Mütter mit Tomaten zubereitete Gerichte ohne Bedenken essen, außerdem wird ihnen empfohlen, möglichst viel weiße Nahrung wie Teigwaren und Weißwein zu sich zu nehmen. Diese Empfehlung beruht auf der Vorstellung, dass Milch am reichlichsten durch Nahrungsmittel gebildet wird, die die gleiche Farbe besitzen. Mexikanische Mütter essen weiter Bohnen und indische Mütter essen weiter sehr stark gewürztes Essen, ohne dass die Babys dadurch Probleme haben. Normalerweise können stillende Mütter alles essen, bei manchen Nahrungsmitteln ist es allerdings anzuraten, dass sie nicht im Übermaß genossen werden. Sollte ein Baby doch einmal einen wunden Po bekommen oder übermäßige Blähungen, kann durch Ausprobieren herausgefunden werden, was die Ursache sein könnte und dieses Lebensmittel dann in Zukunft gemieden werden. Am ehesten ist es so, dass Lebensmittel, die bei der Mutter Blähungen verursachen auch Blähungen beim Baby hervorrufen können, doch auch das muss nicht so ein. LLLiebe Grüße Biggi


Mitglied inaktiv

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Liebe Frau Welter! Ich möchte mich zuerst für Ihren ausführlichen Antwort bedanken. Und Hier sind die Angaben zu meiner Tochter, die Anastasia heißt und wurde am 31.05.2001 geboren. - bei der Geburt war sie 3510 gr schwer, 52 cm groß, 36,5 cm Kopfumfang; - Bei der Entlastung 4 Tage nach der Geburt wog sie dann 3390 gr. - am 22.06. hatte sie ihre U3 und da war der Kopfumfang 37,5 cm - Ich wechsele Ihre Windeln jedes mal nach dem Stillen, d.h. 5-6 mal am Tag und die Windeln sind mal viel mal wenig voll; - manchmal, aber sehr selten gebe ich ihr Fencheltee, das ist aber alles, sonst wird sie vollgestillt; - ich gebe ihr schnuller meistens zum Einschlafen; - sie ist sehr aktiv und reagiert auch sehr gut auf die Geräusche und kuckt alles an - ich weiß nicht ob sie das schon bewußt macht; - ich stille sie nach Bedarf, außer sie schläft über 5 Stunden - dann wecke ich sie; - ich verwende für das Stillen die Hütchen, weil ich sehr flache Brustwarzen habe. Ich glaube ich habe alle Fragen beantwortet. Mit freundlichen Grüßen, Anna


Biggi Welter

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Liebe Anna, was wiegt Ihre Tochter denn heute? Sie schreiben, dass Sie Ihre Tochter mit Stillhütchen stillen, vielleicht ist genau dies das Problem. Stillhütchen bringen in der Regel sehr viel mehr Probleme mit sich, als sie (scheinbar) lösen. Sie sollten immer der letzte Ausweg sein und nur unter Begleitung durch eine erfahrene Stillberaterin als möglichst kurzfristige Lösung verwendet werden. Sicher ist es besser, wenn ein Kind mit Stillhütchen gestillt wird, als dass es überhaupt nicht gestillt wird und es gibt Frauen, die über Monate hinweg ohne Probleme mit Stillhütchen stillen. In diesen Fällen haben sich dann glücklicherweise eine Frau mit überaus guter Milchproduktion und leicht fließender Milch und ein Baby mit sehr gutem Saugverhalten getroffen und wenn das Baby gut gedeiht, die Mutter mit der Situation glücklich ist und nicht genervt darüber ständig Stillhütchen zu verwenden und auszukochen usw. muss nicht unbedingt etwas an der Situation geändert werden. doch leider sind diese Frauen eher die Ausnahme. Stillhütchen bringen die folgenden Probleme mit sich: An einem Stillhütchen saugt ein Kind mit einer anderen Technik als an der Brust, es lernt also auf diese Weise nicht das korrekte Saugen und kann zudem saugverwirrt werden. Viele Kinder können dann nicht mehr ohne Hütchen an der Brust trinken. Mit Stillhütchen können die Stillmahlzeiten sehr lange dauern, da ein Baby an einem Stillhütchen viermal so lange brauchen kann, um die gleiche Menge Milch aus der Brust zu entleeren. Manchen Babys ist dies auch zu anstrengend, so dass sie nicht genügend trinken. Außerdem wird durch das Stillhütchen die Brust nicht mehr in dem Maße stimuliert, wie es ohne der Fall ist, was zu einem Rückgang der Milchmenge führen kann. Auch ist die Immunantwort der Brust mit Stillhütchen - das ja den direkten Kontakt mit dem Mund und der Ausatemluft des Kindes und der Brust verhindert - nicht so gut wie ohne. Das Stillhütchen kann zum Keimträger werden und so eine Soorinfektion immer wieder aufflammen lassen. Es gibt auch Mütter, die mit einem Kontaktekzem auf das Stillhütchen reagieren. Und nicht zuletzt, sind diese Dinger schlicht lästig. Das Entwöhnen eines Babys von Stillhütchen erfordert einige Geduld und Beharrlichkeit, aber es ist möglich. Die folgenden Vorgehensweisen haben sich bewährt. Schrittweises Abschneiden der Spitze des Stillhütchens. Einige Mütter entwöhnen ihre Babys erfolgreich von den Stillhütchen, indem diese umstülpen und dann jeden Tag (oder vor jedem Stillen, wenn das Baby dies akzeptiert) einen dünnen Streifen aus der Mitte herausschneiden, bis nichts mehr übrig bleibt. Zum Schneiden wird eine scharfe Hautschere oder eine Rasierklinge verwendet. Bei einem Stillhütchen aus Silikon darf diese Methode nicht angewendet werden, weil beim Schneiden scharfe Kanten entstehen. Das Stillhütchen schnell wegziehen, während das Baby an der Brust trinkt. Das Baby trinkt zu Beginn mit dem Stillhütchen. Nachdem der Milchspendereflex eingesetzt hat, wird das Stillhütchen schnell weggezogen und das Baby direkt an die Brust angelegt. Das Stillhütchen mit Stoff ausstopfen. Manche Mütter haben ihren Babys die Stillhütchen abgewöhnt, indem sie diese mit etwas sauberem Stoff ausgestopft und das Stillhütchen zu Beginn der Stillmahlzeit wie gewohnt angelegt haben. Das Baby wird merken, dass es die Milch nur direkt von der Brust bekommt und allmählich die Brust dem Stillhütchen vorziehen. Weitere gezielte Hilfe kann Ihnen eine Stillberaterin vor Ort im direkten Gespräch geben. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegene LLL- Stillberaterin heraus. Sie sollten während der Umstellung keinen Schnuller geben, da Ihr Baby lernen soll, wie es an der Brust trinken kann. Auch mit Flachwarzen kann man ein Kind stillen! Hohlwarzen sind nicht zwingend ein Stillhindernis. Diese Warzenform kann - muss aber nicht - Probleme beim Anlegen verursachen. Das englische Wort für „Stillen“ verdeutlicht so schön, dass die Form der Brustwarze nicht unbedingt wichtig für den Stillerfolg ist: Stillen heißt „Breastfeeding“ also Brusternährung. Es heißt nicht etwa „Nipplefeeding“ sondern „Breastfeeding“. Das Kind trinkt nicht ausschließlich an der Brustwarze, sondern an der Brust. Ein korrekt angelegtes Kind umfasst nicht nur die Brustwarze, sondern auch einen Teil des Warzenhofes. Wenn ein Kind ausschließlich die Brustwarze beim Saugen an der Brust fasst, dann führt das zu wunden Brustwarzen. Eine Beraterin vor Ort kann Ihnen zeigen, wie Sie Ihr Kind korrekt anlegen. Auch sollten Sie keine Flaschen geben, damit das gesamte Saugbedürfnis Ihres Kindes an der Brust gestillt wird. Babys im Alter von Ihrer Tochter brauchen noch keine zusätzliche Flüssigkeit. Muttermilch hat einen hohen Wasseranteil, indem alle übrigen Bestandteile gelöst sind. Durch diesen hohen Wassergehalt wirkt die Muttermilch durstlöschend. Am Anfang der Stillmahlzeit ist die Milch dünnflüssiger, am Ende hat sie einen höheren Fettgehalt (Vordermilch und Hintermilch). Um den Hunger zu stillen, muss das Baby daher länger an einer Seite trinken, bis es genügend Kalorien erhalten hat. Trinkt es nur kurz und erhält dabei nur Vordermilch, wird sein Durst gelöscht. Selbst bei sehr heißem Wetter erhält das Baby ausreichend Flüssigkeit, wenn es häufig genug angelegt wird. Selbst in heißen Klimaten ist keine zusätzliche Flüssigkeitsgabe notwendig. Zusätzlicher Saft oder Tee würde nur dazu führen, dass das Interesse des Babys an der Brust nachlässt und das wiederum wirkt sich ungünstig auf die Milchproduktion aus. Die Milchmenge richtet sich danach, wie viel das Baby trinkt. Wird es seltener angelegt, geht die Milchmenge zurück. Tee oder Saft haben keinen bzw. nur einen geringen Nährwert und können deshalb das Gedeihen des Babys negativ beeinflussen. Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag, llliebe Grüße Biggi


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