Estefania81
Hallo liebe Biggi, Mein 1. Kind vor 3 1/2 Jahren habe ich "versucht" 4 Monate teilzustillen (die Milch reichte nicht/musste damals schon zufüttern trotz Stilltrink etc.). Nach der Schwangerschaft hat sich angeblich herausgestellt, dass ich das PCO-Syndrom habe und deswegen vielleicht zu wenig Milch produziere. Mein 2. Kind ist jetzt 9 Wochen alt, ich wollte eigentlich gleich Flasche geben, um mir diese Doppelbelastung Stillen/Flasche nicht mehr anzutun und wieder zu verzweifeln weils evtl nicht reicht. Im Kreissaal hat er aber wie ein Pirhania gezogen, so dass Hebamme und Doc gesagt haben ich soll das Stillen unbedingt versuchen. Bis zum 5. Tag waren meine Brustwaren ganz wund und es tat schrecklich weh, es kamen nur ein paar wässrige Tropfen und mein kleiner wollte alle 5-10 Min an die Brust, ich konnte nicht mehr, und sein Saugreflex war so stark, dass er einfach alles annuckelte. Deswegen gaben wir am 5. Tag Flasche dazu. Nun habe ich das Ganze 9 Wochen durchgezogen, trotz Anlegen braucht er danach noch 120ml Flasche.Wieder das Gleiche also wie beim 1. Kind. Er kommt am Tag alle 4 Stunden etwa und schläft aber seit acht Tagen nachts schön durch (von 22 Uhr - 7 Uhr) . Ich habe mal abgepumpt und es kamen bei beiden Brüsten zusammen 40-50ml heraus. Nachträglich hat mir jemand die Plazentanosoden nahe gelegt, ich hatte die Plazenta eingefrohren und hab die Globuli noch machen lassen. Es dauerte 2 Wochen bis sie kamen. Seit 4 Tagen nehme ich sie 4 x tgl in D20. Ich habe auch etwas mehr Milch, allerdings ist meine Brust trotzdem nie richtig voll und hart, tut aber etwas weh (nur morgens wenn ich nachts nicht anlege ist sie härter). Wenn er aber trinkt ist es nach einigen Schlücken kein richtig festes Ziehen mehr und wenn ich kontolliere, ob noch Milch drin ist dann spritzt sie heraus. Irgendwo hab ich jetzt natürlich Angst doch Einsehen zu müssen dass es so nichts bringt. Dass er an der Brust nicht mehr richtig zieht und meine Muhe doch umsonst ist. Kann ich ihm das wieder aneignen? Kann es doch noch soweit kommen vollzustillen? Mir fällt es schwer Abzustillen, aber auf Dauer ist beides zu zeitaufwendig hab auch noch den "Großen". Stimmt es, dass wenn bei den Plazentanosoden am 5. Tag noch kein 2. Milcheinschuss da ist auch wirklich keiner mehr kommt? Hab jetzt soviel versucht. Was würdest du mir raten? Liebe Grüße
Liebe Estefania81, ein nicht zu unterschätzender Faktor ist tatsächlich das Stillmanagement in der Zeit unmittelbar nach der Geburt. Nicht immer, lässt sich alles, was in diesem Zeitraum nicht optimal gelaufen ist, wieder korrigieren. Es gibt die „Prolaktin Rezeptoren Theorie", die besagt, dass das häufige Saugen des Babys in den ersten Tagen der Stillperiode die Entwicklung der Prolaktinrezeptoren im Brustdrüsengewebe fördert. Bleibt die Förderung dieser Entwicklung durch zu wenig Stimulation aus, ist es nicht immer möglich die Milchmenge später entsprechend zu steigern. Im Tierversuch ist diese Theorie bereits belegt. Allerdings haben Sie Ihr Baby ja oft angelegt!!! Keine Pumpe der Welt kann die Brust so gut stimulieren und entleeren, wie ein effektiv saugendes Baby. Auch gibt es leider mehr als eine Pumpe auf dem Markt, die für den ihr zugedachten Zweck nicht geeignet ist. Außerdem ist Abpumpen eine Fähigkeit, die gelernt und geübt werden muss. Kaum eine Frau ist in der Lage sich an die Pumpe zu setzen und sofort große Mengen Milch abzupumpen, selbst wenn sie eine gute Pumpe zur Verfügung hat (und schon gar nicht, wenn sie zuvor keine ausführliche Pumpberatung erhalten hat und da hapert es in der Regel oft schon ganz gewaltig. Meist bekommt die Frau die Pumpe in die Hand gedrückt und dazu den Satz „Gebrauchsanweisung liegt bei"). Es ist sogar die Regel, dass bei den ersten Pumpversuchen nur wenige Milliliter oder sogar gar nichts heraus kommt. Es gibt sogar Frauen, mit absolut reichlicher Milchmenge, die beim Abpumpen keinen einzigen Tropfen Milch gewinnen können, denn nicht jede Frau ist in der Lage sich mit dieser Maschine zu arrangieren. Ich kenne unzählige Mütter mit PCO, die ohne Probleme stillen, es kann auch gut sein, dass dein Kind durch die Flasche saugverwirrt ist und deshalb nicht mehr korrekt und effektiv an der Brust trinkt. Die Trinktechniken an Brust und Flasche (künstlichem Sauger) unterscheiden sich grundlegend. Manche Kinder kommen mit dem Wechsel zwischen den beiden Techniken nicht klar und versuchen dann mit der falschen Technik an der Brust zu trinken. Das funktioniert nicht, das Kind bekommt an der Brust keine oder nur wenig Milch, ist frustriert und lehnt die Brust dann im schlimmsten Fall sogar ab. In dieser Situation spricht man dann von einer Saugverwirrung. Nun kann ein verhängnisvoller Kreislauf beginnen: da das Kind mit der falschen Technik an der Brust trinkt, wird es an der Brust hektisch, saugt an, lässt wieder los, dreht den Kopf hin und her schluckt viel Luft (die wiederum führt möglicherweise zu Bauchproblemen) und da es die Brust nicht mehr richtig stimuliert kommt es zu einem Rückgang der Milchmenge und damit zu weiterem Zufüttern, wenn dieser Kreislauf nicht unterbrochen wird. Eine Saugverwirrung ist alles andere als lustig und Stillberaterinnen wissen aus Erfahrung nur zu gut, warum sie künstlichen Saugern wie Schnuller und Flasche kritisch gegenüberstehen, denn beide bescheren uns immer wieder eine Menge „Beschäftigung". Wenn eine Frau merkt, dass ihre Milchmenge nicht mehr für der Bedarf des Kindes ausreicht, dann ist die erste Maßnahme, das Kind häufiger anzulegen. So erhält die Brust das Signal „es wird mehr Milch gebraucht" und reagiert mit einer gesteigerten Milchbildung. Wird in dieser Situation zugefüttert geschieht genau das Gegenteil: der Brust wird ein noch geringerer Bedarf vorgegaukelt und die Milchbildung verringert sich, statt sich zu erhöhen. Falls Sie noch keinen Kontakt zu einer Stillberaterin haben, sollten Sie sich an eine Stillberaterin vor Ort wenden, die sie beim Stillen sehen kann und so feststellen kann, ob Ihr Baby korrekt an der Brust saugt oder vielleicht ein Saugproblem vorliegt, das behandelt werden müsste. Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße, Biggi
Ähnliche Fragen
hallo vanessa mein name ich habe ein problem es ist mein zweites kind bei so wie auch bei der ersten habe ich versucht zu stillen doch ich habe trotz mehr maligen abstillen immer nur 35 ml drin doch meine brüste sind riesig und tun auch weh die kleine hat ne saugverwirrung die mag auch nicht mehr wirklich dran seit dem ich zu füttere und ist auch n ...
Hallo das wird ein etwas längerer Post. Ich habe 2 Kinder und konnte keins stillen bzw nicht lange 1 kind 1 Monat 2. Kind 7 Tage. Ich habe extrem empfindliche brustwarzen. Selbst meine Hebamme bewunderte mich dafür das ich es immer wieder versucht habe. Dieses Mal klappt es auch mit Höllen schmerzen aber ohne Blutungen. Nun sind es 7 Wochen und i ...
Mein Baby wurde per Kaiserschnitt geboren. Es gab Komplikationen und ich habe 3 Liter Blut verloren. Hb ist bei 8 und ich muss Eisentabletten nehmen. Baby ist jetzt 10 Tage alt. Ich stille alle 3 Stunden muss aber danach immer Pre zufüttern, weil ich zu wenig Milch habe. Wenn ich pumpe bekomme ich maximal 15-20 ml zusammen. Ich finde es frust ...
Liebe Biggi, ich habe soeben viele deiner Antworten auf gestellte Fragen zum Thema Abstillen gelesen und war berührt von deiner Empathie und deinem Verständnis für jede einzelne Situation der Mütter die verzweifelt, verunsichert und einfach nicht weiter wissen - so wie ich. Hier unsere Situation. Unser Sohn ist jetzt 19 Monate alt und wird fast ...
Hallo. Ich würde gerne "abstillen", habe seit Mitte Mai für unseren Sohn abgepumpt. Durch Brustentzündung im Dezember und Milchstaus etc. bin ich mittlerweile soweit, dass ich schon mitten im Abstillprozess bin, jetzt aber gerade nicht weiß wie ich es "beende". Ich pumpe nur noch morgens und abends 10 Minuten und es kommt auch nicht mehr viel raus ...
Hallo, Mein Sohn wird in sechs Wochen 3 Jahre alt. Er geht halbtags in den Kindergarten, den Rest der Zeit kümmere ich mich um ihn. Ich versuche ihn seit ca. 6 Monaten abzustillen. Zuerst haben wir es auf vier mal reduziert (morgens, Mittagsschlaf, abends und einmal nachts), dann habe ich versucht, es auf zweimal zu reduzieren, ohne nennenswert ...
Hallo, wir stillen immer noch :) Mein Sohn wird im Mai 2 Jahre und seit ein paar Wochen merke ich, dass er nur noch an der Brust "nuckelt" und eigentlich nicht mehr trinkt. Er trinkt 1x immer um ca. 23 Uhr richtig viel und die restlichen male nuckelt er nur wie bei eimem Schnuller. Er lässt sich aber anders (außer durch ewiges herumtragem) micht me ...
Hallo Frau Welter, ich bin leider total verunsichert und weiß nicht recht an wen ich mich wenden kann. Ich habe jetzt auch viele ähnliche Beiträge und Ihre Antworten dazu gelesen, aber nichts passt so richtig zu mir. Mein Sohn wird in einem Monat 2 Jahre. Nach anfänglichen Problemen beim stillen, haben wir eine richtig schöne Stillzeit zusammen. M ...
Hallo, Meine Tochter ist 13 Monate alt und aufgrund einer anstehenden Kinderwunschbehandlung muss ich sie leider jetzt schon abstillen. Ich habe es bereits geschafft sie nachts abzustillen und sie schafft es mehrere Stunden zu schlafen, wacht aber dennoch öfter auf. Sie wird aktuell mehrmals gestillt: morgens nach dem aufwachen, mehrmals tagsüber ...
Hallo Biggi, meine Tochter ist 2 1/4 Jahre alt. Sie stillt noch sehr viel tagsüber und auch nachts noch häufig. Unsere Nächte sind oft sehr sehr unruhig und ich bin morgens völlig gerädert, da ich manchmal einfach nicht wieder in den Schlaf finde. Jetzt haben mein Mann und ich den Plan, unsere Tochter nachts abzustillen. Dazu möchte er die Nächte ...
Die letzten 10 Beiträge
- Nachts abstillen
- Schwierigkeiten beim Abstillen
- Periode & Stillen
- Für erneuten Kinderwunsch abstillen nötig?
- Kind trinkt nicht mehr sonder nuckelt nur noch - Zeit zum Abstillen?
- Nächtliches Dauerstillen und Spucken
- Grünliche Milch und Stuhl
- Stillen nach abgewöhnen stillhütchen
- Offene Wunde an Brustwarze und eitrig entzündete Drüse (?)
- Schwanger stillen