Mitglied inaktiv
Hallo Biggi, mein Sohn wird am 13.12.06 ein Jahr alt und ich habe in den vergangenen Monaten oft stundenlang dieses Forum gelesen. Mir ist es nach dem Lesen stets besser gegangen und ich habe neuen Mut und viel Kraft daraus geschöpft. Ich habe meinen Sohn knapp sechs Monaten voll gestillt und danach langsam angefangen Beikost einzuführen. Mein Sohn gehört auch nicht zu denen, die mit Begeisterung alles Eßbare ausprobieren, sodass ich die Mahlzeiten ohne weiteres ersetzen könnte. Er kann auch noch nicht größere Stücke zu sich nehmen, selbst bei einem gröberen Brei fängt er an zu würgen. Am liebsten möchte ich die Stillzeit langsam und nach dem Badarf meines Sohnes ausklingen lassen. Bis er von sich aus bereit ist festere Nahrung zu essen. Er bekommt mittags einen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei und abends einen Milch-Getreide-Brei (mit Folgemilch). Er und ich genießen das Stillen unheimlich. Andererseits möchte ich ungern eine Langzeitstillende werden, die ihr Kind mit drei Jahren noch an der Brust hängen hat. Zur Zeit bekommt er die Brust noch absolut nach seinem Bedarf und auch die ganze Nacht über. Er meldet sich nachts ca. alle 2 Stunden, vom Durchschlafen sind wir also noch weit entfernt. Nun zu meiner Frage. Letztens war ich beim Frauenarzt und er sagte mir, dass viele Mütter richtige Probleme mit dem Abstillen in so einem fortgeschrittenen Alter ihrer Babys haben, weil es nur noch Gewohnheit ist und die Kinder davon schlecht wegkommen. Ein Abstillen wäre also nur mit viel Aufwand und Mühe verbunden. Hat er Recht, oder kann meine o.g. Rechnung doch aufgehen? Zum Schluß noch ein ganz, ganz dickes Lob. Die Arbeit, die Du hier leistest ist unbezahlbar.
Liebe Elfi, herzlichen Dank für das liebe Lob :-). Es ist sicher schwieriger ein Kleinkind, das sich mitten in seiner Ich findungsphase oder einem Entwicklungsschub befindet abzustillen, als ein Baby, das sich noch nicht so gut ausdrücken und wehren kann. Ganz allgemein ist es so, dass das längere Stillen sich positiv auf die langfristige Gesundheit eines Kindes auswirkt (nicht zuletzt deshalb wird von der WHO eine mindestens zweijährige Stillzeit für alle Kinder empfohlen). Die Beziehung eines gestillten Kindes zu seiner Mutter bzw. zu seinen Eltern ist sicher als eng und in aller Regel gut zu bezeichnen. Stillen alleine macht noch keine gute Eltern Kind Beziehung, doch ist es in der Regel so, dass langzeitstillende Mütter auch sensibler gegenüber den Gefühlen und Bedürfnissen ihrer Kinder sind. Stillen ist viel, viel mehr als reine Nahrungsaufnahme. Es ist Trost, Geborgenheit, sicherer Hafen und ein Weg zur Ruhe zu kommen, wenn die Wellen des Alltags so hoch geschlagen sind, dass das Kind keinen Weg mehr weiß, um mit sich selbst und der Umgebung ins Reine zu kommen. Leider verstehen manche Menschen (vor allem diejenigen, die selbst nicht oder nur sehr kurz gestillt haben) nicht, dass Stillen all das, was ich oben beschrieben habe und noch viel mehr bedeutet. Sie erkennen nicht, dass ein entsetztes, wütendes oder verletztes Kind an der Brust wieder den Weg zu sich selbst zurück findet und dabei auch noch sein Gesicht wahren kann. Es wird von der Mutter nicht bloßgestellt, sondern angenommen und kann sich in der sicheren Geborgenheit des Stillens wieder erholen und beruhigen. Lass dich nicht beirren und vertrau auf dein Gefühl. Du kannst dein Baby ganz sicher auch vor dem zweiten Geburtstag abstillen, wenn Du nicht mehr möchtest, aber Du kannst das mit viel Liebe und nicht im "Hau-Ruck-Verfahren" durchziehen. Dein Sohn ist noch nicht einmal ganz ein Jahr alt und wie Du schreibst, ist das Stillen für ihn auch noch viel Nahrung, weil das Essen noch nicht so schmeckt. Dies wird sich in der nächsten Zeit ändern und dein Kind wird das Stillen nicht mehr als Hauptnahrungsmittel brauchen - es wird also leichter werden. Wenn Du dir DANN für dich sicher bist, dass Du nicht mehr stillen magst, dann wird das vermutlich nicht ganz ohne Trauer bei deinem Kind gehen. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. In diesen Gesprächen kannst Du dein Kind immer wieder darauf hinweisen, dass Du der Meinung bist, dass das Stillen in der Nacht nun eingeschränkt wird, dass Du es aber weiterhin genau so sehr lieb hast, wie schon immer. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt dir, dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedesmal deinem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Du kannst dein Kind ja in der ersten Zeit zuerst stillen und dann deinem Partner übergeben. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, dein Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du allmählich und mit viel Liebe vorgehst und nicht zu schnell die Geduld verlierst. Denke daran, dass das Stillen für dein Kind viel mehr ist, als nur Ernährung. Außerdem möchte ich dir das Buch "Wir stillen noch über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen, das bei La Leche Liga und jeder La Leche Liga Stillberaterin (also auch bei uns) und im Buchhandel erhältlich ist. Mit Geduld, Ruhe und viel Liebe, werdet ihr das schaffen. LLLiebe Grüße Biggi
Mitglied inaktiv
Hallo elfi, ohne biggi vorgreifen zu wollen, aber ich habe grade deinen beitrag gelesen und mich wieder so über die ärzte aufgeregt..... auch nochn mann, oder, selber keinen blassen vom muttersein und schon garnicht vonm stillen... aahhhhhhhhhhh !!! laß dir doch nicht von so einem reinreden, der soll di ch untersuchen, alles andere ist deine sache und die deines sohnes...man. nichts für ungut, das mußte ich mal loswerden, still weiter, solange du noch kannst/willst !!!! Hör auf dich (in deinem tiefsten innern tust du das ja schon ;-))) Alles liebe und gute, eine schöne stillzeit noch !! LG
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