Kautschuk
Hallo und guten Tag. Meine Kleine ist nun 17 Wochen alt und wird von Anfang an voll gestillt, was eigentlich auch gut klappt. Sie wächst und gedeiht. :) Allerdings stille ich immer noch in sehr sehr kurzen Abständen. Wir haben teilweise bis zu 13, 14 Mahlzeiten am Tag. Momentan ist es wieder mehr, was, wie ich gelesen habe, in dieser Entwicklungsphase auch nicht ungewöhnlich ist. Allerdings waren wir noch nie unter 9 oder 10 Mahlzeiten. Ich möchte nicht nach der Uhr stillen, sondern weiter nach Bedarf. Die Frage, die ich mir stelle, ist nur, ob ich vielleicht den Bedarf einfach falsch einschätze und sie zu oft anlege. Es ist fast nie so, dass sie nur nuckelt. Sie trinkt. Allerdings oft nicht länger als ein paar Minuten. Gibt es eine Möglichkeit, die Stillmahlzeiten sanft zu reduzieren? Oder warte ich einfach ab, bis sich das von selbst einpegelt? Ich hätte gerne wieder ein ganz klein wenig mehr Struktur im Tag bzw. würde auch gerne besser abschätzen können, wie viel ins Fläschchen kommt, wenn mein Mann sie fütter. Manchmal trinkt sie 120 ml, manchmal nur 40. Wir kommen irgendwie nicht aus dem Ausprobieren heraus. Vielen Dank.
Liebe Kautschuk, mit der Brust kannst Du dein Kind nicht zustöpseln. Kein Kind lässt sich an die Brust zwingen und wenn dein Kind nicht gestillt werden will, sondern ein anderes Bedürfnis hat, dann wird es dies unmissverständlich kundtun. Stillen ist eine aktive Sache von beiden Partnern und ohne dass das Kind mitmacht, geht es nicht. Alle Stillexperten sind sich einige, dass Stillen nach Bedarf für Mutter und Kind am besten ist. So wird sichergestellt, dass das Baby die Nahrung, die es braucht, genau dann bekommt, wenn es sie braucht und sich das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage einstellen kann. Während eines Wachstumsschubs kann es durchaus sein, dass ein Baby alle Stunde an die Brust möchte. Es gibt keinen Grund einen Mindestabstand zwischen zwei Stillmahlzeiten einzuhalten. Im Extremfall kann das „Hinhalten" des Babys zu Gedeihstörungen führen. All die Erzählungen von einem bestimmten Rhythmus eines Babys sind schlicht und ergreifend falsch. Muttermilch ist innerhalb von 60 bis 90 Minuten verdaut und der Organismus eines Babys ist auf häufige Mahlzeiten eingestellt. So kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys. Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Das Dauerstillen kann sehr anstrengend und auch nervend sein, aber es hat seinen Sinn. Rein wissenschaftlich gesehen ist es so, dass das Baby durch den Stillmarathon die Prolaktinausschüttung anregt und so dafür sorgt, dass die Milchbildung angeregt wird und genügend Milch für das Kind zur Verfügung steht. LLLiebe Grüße Biggi
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