ajana84
Hallo, Mein Baby ist fast 7 Monate alt. Mit dem Stillen klappt es super. Er bekommt schon Beikost und hat feste Esszeiten. 8:00 Stillen, 12:00 Gemüse/Fleischbrei, 16:00 Obstbrei und dann stillen, 20:00 Hafer oder Griesbrei und dann Stillen, nachts zwische 01:00 und 04:00 stillen. Mittags isst er den Brei sehr gut. Obst mag er nicht. Kann ich ihm auch nachmittags Gemüsebrei geben? Habe gehört dass Obst wichtig für die Verdauung ist. Abends ist er ca 100 g Milchbrei und wird danach noch gestillt. Haben es auch schon abends mit Folgemilch probiert. Er kommt nachts zwar nur 1-2 mal, trotzdem würde ich mir wünschen nachts nicht mehr zu stillen. Wie kann ich die nächtliche Mahlzeit auslassen? Manchmal habe ich das Gefühl, dass er die Brust nur zum wieder einschlafen braucht. Aber ohne Stillen bekomme ich ihn nicht mehr zum Schlafen. Abends schläft er alleine im Bett ein. Wie soll ich mich am besten Verhalten?
Liebe ajana84, Ihr Baby ist gerade erst sieben Monate alt und bekommt schon so viel Beikost. Ihr Kind ist im ersten Jahr ein SÄUGling und braucht Milch und nicht so viel Beikost. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Auch ist es völlig normal, dass Ihr Baby nachts noch Hunger hat. Die Kinder beginnen die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Der scheinbare Rückschritt im Schlafverhalten ist eigentlich ein Fortschritt, denn er zeigt, dass die Entwicklung des Kindes voranschreitet. Abgesehen von den umstrittenen Schlaftrainingsprogrammen, die von Stillexperten nahezu einhellig abgelehnt werden, bleibt in dieser Zeit nicht viel, als geduldig zu bleiben und sich die Tage und Nächte so einfach wie möglich zu gestalten. Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab sechs Monaten (oder einer anderen Altersgrenze) nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten. Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25 % ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind. Es gibt Kinder, die nachts keine Nahrung mehr brauchen, aber es gibt eben auch sehr viele Kinder, die mit einem halben Jahr noch nicht so weit sind. So wie manche Kinder bereits mit elf Monaten laufen und andere damit erst mit 16 Monaten beginnen, so entwickeln sich auch alle anderen Dinge bei jedem Kind individuell verschieden und diese Entwicklung lässt sich begleiten, aber nicht beschleunigen. Es gibt kein Patentrezept, um ein Kind zu längeren Schlafphasen zu bringen. Hätte ich eines, das das Kind achtet, würde ich ein Buch darüber schreiben und damit einen Bestseller landen, an dem sich gut verdienen ließe. Wenn Sie gerne lesen und ein Buch lesen möchten, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich Ihnen wärmstens "Schlafen und Wachen ein Elternbuch für Kindernächte" von Dr. William Sears empfehlen, das Sie im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL Stillberaterin bekommen können. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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