Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Wie kann ich meinem Kleinen Getränke schmackhaft machen und abstillen?

Frage: Wie kann ich meinem Kleinen Getränke schmackhaft machen und abstillen?

Happylee

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Guten Tag, Mein Sohn ist jetzt knappe 10 Monate alt und ein fröhliches und aufgewecktes Kerlchen. Nach einem schwierigen Stillstart (mit blutig gebissene BW) haben wir ihm lange Zeit weder Schnuller noch Flasche angeboten aus Sorge vor einer Saugverwirrung. Bis heute kann er mit beidem rein garnichts anfangen und betrachtet es eher als Spielzeug, auf dem man kauen kann. Nachdem ich lange sehr gerne gestillt habe, brauche ich jetzt ein wenig mehr Freiheit, nicht zuletzt, weil ich in 10 Wochen wieder anfangen werde zu arbeiten. Obwohl wir schon seit mehreren Monaten üben und versuchen ihm eine Trinkalternative anzubieten, hat er bisher keine andere Quelle als Ersatz für sich erkannt. Wir haben Löffel, Schnapsglas, Schnabelbecher, diverse Flaschen und normale Gläser versucht mit unterschiedlichen Getränken (Muttermilch frisch abgepumt, TK MuMi, Wasser, Tee) und sind immer lange bei einer Sache geblieben und haben nicht wild gewechselt, damit er Zeit hat sich zu gewöhnen. Bisher vollkommen erfolglos. Auch die Beikosteinführung läuft nicht so gut. Nachdem er mit 5 Monaten 2 Wochen lang Brei ganz prima fand, ging es von heute auf morgen gar nicht mehr. Ich bin über Monate immer drangeblieben, hab es ihm immer wieder angeboten, füttere aber inzwischen keinen Brei mehr (außer abends Haferbrei, den er mal ok findet und mal gar nicht), sondern versuche Fingerfood, aber meistens fliegt mir das Essen nach kurzer Begutachtung um die Ohren, obwohl er das essen kann und es manchmal auch macht. Aber Ich bin mit meinem Latein einfach am Ende! Dazu kommt, dass ich immer häufiger das Stillen nicht mehr genießen kann, sondern regelrecht einen Rappel kriege. Wie soll er denn in der Krippe klar kommen?! Mir geht es gar nicht unbedingt darum, ihn komplett abzustillen. Ich kann mir gut vorstellen, ihn abends spät oder morgens früh noch zu stillen. Aber er muss ja irgendwie tagsüber auch ohne mich Flüssigkeit zu sich nehmen. Ich wäre für jeden Tip dankbar...


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Happylee, lassen Sie Ihr Kind mit dem (leeren) Becher spielen, setzen Sie auf seinen Nachahmungstrieb und versuchen Sie es nicht mit Druck. Wieviel Flüssigkeit ein Baby zusätzlich zur Beikost braucht, hängt davon ab, wieviel Beikost es isst, wie warm es ist, wie aktiv das Kind ist und einigem anderen mehr. Ein Kind, dass noch viel breiartige Kost isst, bekommt zudem über die Nahrung relativ viel Flüssigkeit. Bieten Sie Ihrem Kind zur Beikost immer Wasser an, dann hat es die Möglichkeit zu trinken, wenn es durstig ist. Wasser ist das optimale Getränk, sowohl für Kinder wie für Erwachsene, Saft oder Tee ist nicht notwendig. Solange der Urin des Babys hell, fast farblos aussieht und nicht unangenehm riecht, bekommt es in der Regel genügend Flüssigkeit. Haben Sie Geduld, Ihr Baby wird das Trinken schon lernen und akzeptieren und sollten Sie den Eindruck haben, dass die Trinkmenge deutlich zu gering ist und Ihr Kind dennoch nicht mehr trinken will, dann machen Sie aus dem Gemüsebrei einfach Gemüsesuppe. Es gibt auch Tassen mit eingebautem Strohhalm, die eignen sich super und die meisten Babys kommen schnell damit klar :-). Sie können auch einfach einen Strohhalm mitnehmen und eine Tasse halten. Wurde der Eisenwert des Kindes schon einmal kontrolliert? Kann Euer Kind eventuell einen Zinkmangel haben? Beides kann die Ursache für ein schlecht essendes und/oder schlecht gedeihendes Kind sein. So schwer es auch fällt, versuchen Sie die Geduld zu bewahren und machen Sie bitte keinen Kampf ums Essen. Wenn es erst einmal so ist, dass das Essen Machtkampf bedeutet, dann sind wir Eltern sehr schnell die Verlierer und viele Essstörungen haben ihre Ursache in einem krampfhaften Machtkampf ums Essen im Baby und Kleinkindalter. Der beste Weg, ein Kind zu einem "schwierigen Esser" zu machen besteht darin, es zum Essen zu zwingen! Ein Kind darf essen, aber es muss nicht essen und eine sehr bewährte Methode lautet "Die Mutter bietet an, was es gibt, das Kind entscheidet wie viel oder wenige es davon isst“. Bleiben Sie entspannt, Sie werden sehen, dass es in der Krippe ganz andere Regeln gibt und der Nachahmungseffekt sollte nicht unterschätzt werden. Ihr Baby wird lernen, mehr zu essen und anfangs können Sie notfalls abgepumpte Milch mitgeben, die Ihr Baby sicher nehmen wird, wenn es argen Hunger hat. Es tut mir leid, dass ich keine anderen Tipps habe, ich wünsche Ihnen, dass es bald besser klappt. Sie könnten auch versuchen, zur Flasche hin abzustillen, wäre das eine Lösung für Sie? Sie sollten dann anfangs Muttermilch mit Säuglingsmilch mischen und dann immer weiter strecken, das klappt meist ganz gut. Lassen Sie IMMER JEMANDEN ANDERS die Flasche anbieten, nie Sie selbst. Es gibt einige Tricks, die Sie probieren können: - versuchen Sie, die Flasche anzubieten, wenn Ihr Baby nicht allzu hungrig (zur regulären Stillzeit wird er keine Experimente mitmachen wollen) ist; - lassen Sie die fütternde Person das Baby ganz liebevoll halten, während die Flasche angeboten wird; - anstelle den Sauger in den Mund zu schieben, lassen Sie die Betreuung die Unterlippe damit kitzeln, damit sie selbst ihn nimmt; - Ihr Baby könnte in ein Kleidungsstück eingewickelt werden, welches nach Ihnen riecht; - der Sauger der Flasche könnte mit warmen Wasser auf etwa Körpertemperatur gebracht werden; - versuchen Sie verschiedene Sauger - Silikon + Kautschuk, verschieden Formen, größere oder kleinere Sauger; - versuchen Sie, verschiedene Positionen ausprobieren zu lassen; - vielleicht geht es mit rhythmischen Schaukeln besser, auch Gehen kann Erfolg bringen. Einige Babys nahmen die Flasche, wenn sie im Autositz saßen, besser; - probieren Sie, die Flasche zu geben, wenn Ihr Baby schläft; - versuchen Sie es weiter - aber bedenken Sie auch, sie kann auch aus einer Tasse, vom Löffel, mit der Pipette oder dem "Soft Cup" gefüttert werden; Versuchen Sie verschiedene Sorten der Säuglingsmilch aus und wie gesagt, oft klappt es mit abgepumpter Muttermilch am besten! Wichtig ist, dass Sie wirklich geduldig bleiben. LLLiebe Grüße Biggi


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