labbi
Guten Tag, meine Tochter wird in zwei Wochen ein Jahr alt. Sie ist ein typisches Stillkind und nimmt weder einen Schnuller, Daumen oder Schmusetier. Nach dem Abendbrot ( Käse, Brot, Milchbrei, jeweils kleine Mengen) bringen wir sie, auch der Papi, glücklich ins Bett. Zwischen 22-23 Uhr möchte Sie gestiilt werden und dann erwacht sie jede zwei Stunden. Wenn sie nicht die Brust bekommt, weint sie bitterlich und kommt nicht mehr zur Ruhe. Sie macht eine Brücke und ist richtig wütend. Gerne möchte ich das nächtliche Stillen reduzieren, bestenfalls abstillen. Das Wohl meiner Tochter steht an oberster Stelle, daher hatte ich auch kein Problem sie so lange zu stillen, aber nach einem Jahr möchte ich gerne mal wieder etwas länger schlafen (> 5 Stunden am Stück :-)) Gibt es eine sanfte Methode sie langsam von meiner Brust zu lösen? PS. Mittagsschlaf: sie ist bis vor kurzem ohne Brust eingeschlafen. Nach einer starken Erkältung und Magen-Darm Krankheit wollte sie wieder vermehrt die Brust und schläft jetzt Mittags nur noch so ein .
Kristina Wrede
Liebe labbi, hast du schon von der Pantley-Methode gehört, die eine stillfreie Zeit in der Nacht erreichen kann? Vielleicht wäre das eine Möglichkeit auch für euch? Allerdings: Ob ein Baby nach dem Abstillen besser schläft kann leider nicht vorhergesagt werden. Nicht bei allen ist das nämlich so, was in erster Linie damit zusammen hängt, dass die Kleinen ein ganz anderes Schlafmuster haben als wir Großen, und von Natur aus dafür "programmiert" sind, häufig aufzuwachen. Mit einem Jahr können mache Kinder es schon verkraften, ein paar Stunden lang in der Nacht nicht zu stillen. Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihr während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und ihn nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das erst im Herbst auf Deutsch erschienen ist und das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Es ist übrigens eine ganz normale Reaktion, dass Kinder bei Krankheiten wieder vermehrt stillen (ihre Natur weiß, was das Beste für sie ist...), und vielleicht kannst du ihr ja das Einschlafstillen am Nachmittag noch zugestehen, während du an der Stillfreien Zeit in der Nacht arbeitest - so muss die kleine Maus nicht gleich alles auf einmal aufgeben, was ihr gut tut. Lieben Gruß, Kristina
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