Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Wie kann ich mein Kind abstillen?

Frage: Wie kann ich mein Kind abstillen?

Mitglied inaktiv

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Sehr geehrte Frau Welter, mein Sohn ist jetzt 14 Monate alt und ich stille Mittags (vor dem Mittagschlaf), abends und nachts. Aber ehrlich gesagt möchte ich mit dem stillen aufhören. Ich weiß aber nicht wie ich ihn abstillen soll. Er macht riesengroßes Theater wenn er mittags nicht ran darf (gebe dann irgendwann nach, hab den kleinen Mann doch ganz doll lieb und kann ihn nicht ewig schreien lassen, weiss ja das er es nicht böse meint sondern einfach die Nähe genießt). Flasche und Nuckel nimmt er nicht. Er trinkt aus Tassen, lehnt diese aber mittags ab. 3 Mal konnte ich ihn mittags ohne zu stillen hinlegen, aber auch nur weil er ganz doll müde war. Wenn ich ihn abends ins Bett bringe springt er mir vor Freude fast vom Arm wenn er merkt das er gestillt wird. Da freut er sich so sehr, lacht und quiekt...das find ich immer so niedlich, aber deshalb kann ich doch nun nicht ewig stillen. Er kommt momentan auch nachts aller 1,5 h zum stillen. Das macht mich etwas fertig. Ich habe auch das Gefühl das ich teilweise nachts gar keine Milch habe, obwohl ich den ganzen lieben langen Tag fast nur Stilltee trinke. Wie soll ich das denn bloß hinkriegen??? Ich habe momentan das Gefühl das ich ihn nie weg kriege. Vielen Dank für Ihre Antwort. LG Kathi


Biggi Welter

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Liebe Kathi, Stillen ist viel, viel mehr als nur Nahrung für den Körper und deshalb bedeutet Stillen nicht nur, dass das Kind Mahlzeiten an der Brust zu sich nimmt. Das sollte Ihnen absolut bewusst sein, wenn Sie Ihr Kind abstillen: Sie ersetzen nicht einfach nur ein Nahrungsmittel durch etwas anderes. Die immer wieder vorgeschlagene "Curry Methode" (auch Senf Methode genannt) kann einen sehr gravierenden Vertrauensbruch bedeuten. Stellen Sie sich vor, Ihr kleiner Sohn kommt vertrauensvoll zu Ihnen, um an der Brust zu trinken und muss dann erfahren, dass die Brust abscheulich schmeckt. Können Sie sich den Schreck und Schock vorstellen? Ich will nicht leugnen, dass Kinder auf diese Weise abgestillt werden, doch um welchen Preis. Wenn Sie jetzt für sich beschlossen haben, dass Sie Ihren Sohn abstillen wollen, so kann ich Ihnen nur davon abraten es auf durch "kalten Entzug" zu tun. Ich werden Ihnen jetzt ein paar weniger drastische Methoden beschreiben, die sich beim Abstillen eines älteren Kindes bewährt haben, vielleicht ist ja etwas dabei, was Ihnen weiterhilft: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt "biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Sie Ihrem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Sie viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmen, die Ihrem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Sie Ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie Ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal ist es sinnvoll, wenn der Vater das abendliche Zubettbringen übernimmt. Manchmal bringt es das Abstillen auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das können Sie flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Sie können auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Womöglich wäre "punktuelles Abstillen" eine Lösung für Sie. Es ist eine Alternative zum vollständigen Abstillen. Damit meine ich, dass zu bestimmten Zeiten nicht mehr gestillt wird oder Sie versuchen Ihr Kind davon zu überzeugen, nach einer ausreichend langen Zeit an der Brust, etwas anderes zu tun. Außerdem möchte ich Ihnen das Buch "Wir stillen noch über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen. Das Buch ist im Buchhandel oder bei der La Leche Liga und bei jeder LLL Stillberaterin oder im Stillshop auf dieser Seite erhältlich. Zum Schluss noch etwas, was unter Umständen paradox klingt: einige Kinder stillen sich von alleine ab, sobald ihre Mutter die Abstillbemühungen aufgibt. LLLiebe Grüße Biggi


Mitglied inaktiv

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Hallo, kann leider keine Antwort geben, bin aber in der gleichen Situation, nur das meine Kleine schon 17 Monate alt ist. Bin mal auf die Antwort gespannt.


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