Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Wie kann ich abstillen?

Frage: Wie kann ich abstillen?

luciasmama

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Hallo! Meine Tochter ist nun knapp 10 Monate alt und braucht das Stillen noch zum Einschlafen am Tag und auch zur und während der Nacht. Ab und zu trinkt sie auch noch tagsüber 1-2 Mal. Da ich ab 1.9. wieder arbeiten muss, habe ich überlegt, ob es nicht besser wäre, abzustillen. Ich denke es ist einfacher für Sie wenn sie z.B. Mittags das Stillen nicht mehr braucht wenn sie dann im Kindergarten ist. Und abends wäre es sicher leichter für den Papa wenn er sie mal ins Bett bringen muss. Bisher sind alle Versuche gescheitert! Sie nimmt seit Monaten schon keinen Nuckel, spuckt diesen also aus oder spielt damit. Tee aus dem Fläschchen möchte sie abends bzw nachts auch nicht. Sie fordert vehement die Brust ein! Kuscheln usw bringt auch nichts. Ich bin auch kein Freund von "schreien lassen" so wie es einige Bekannte empfehlen. Diese Methode kommt für mich nicht in Frage. Einerseits bedaure ich es, dass ich "nur" wegen der Arbeit abstillen muss aber ich denke, es wäre leichter für sie und auch den Papa. Oder könnte es sein, dass sie es im Kindergarten zum Einschlafen gar nicht möchte bzw in Erwägung zieht weil ich nicht greifbar bin? Ich bin wirklich sehr unsicher....was wäre für die Kleine das Beste? Liebe Grüße


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Liebe Luciasmama, ehrlich gesagt ist es meist besser, NICHT abzustillen. Der wichtigste Grund dafür ist: Wenn du wieder arbeiten gehst, verändert sich euer ganzes System, und das kann deine Maus verunsichern. Obendrein wirst du häufiger gestresst sein... Wenn deine Lucia dann an die Brust dürfte, wenn ihr euch zuhause wieder versammelt, würde sie die Geborgenheit von eh und je finden und spüren, dass doch alles ok ist. Wenn sie abgestillt wird, obwohl sie es offenbar doch noch braucht, dann hat sie 2 große Hürden in kurzer Zeit zu schaffen, und das ist eine große Herausforderung. Du kannst sie ja weiterhin abends, nachts und in der Früh stillen, und tagsüber allmählich stillfrei werden lassen. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Du Deinem Kind die Brust nicht von Dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die Deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du Dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt Dich hinzulegen, wenn Du Dein Kind zum Einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es Dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn Dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst Dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Wichtig ist, dass deine Kleine spürt, dass Du ihr zwar die Brust entziehst, nicht aber deine Liebe. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen. Ich hoffe, die Antwort hilft dir ein wenig weiter. LIeben Gruß, Kristina


zweizwerge

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Hallo, tatsächlich klappt Einschlafen ohne Brust im Allgemeinen viel besser, wenn die Mama eindeutig nicht da ist. Also z.B. erst vom Kind verabschieden, sichtbar das Haus verlassen und dann den Papa ins Bett bringen lassen. Wenn die Mama da ist, fordert das Kind sonst sinnvollerweise per Schreien die Mama auf, es gefälligst auch zu stillen ;-). Im Kindergarten /Krippe isn der Gruppe ist Einschlafen auch viel einfacher als daheim - sagten mir die Erzieherinnen, und es hat sich auch wirklich bestätigt. Sie weiß ja, dass Du dann nicht da bist, und alle anderen Kinder schlafen auch. Alles Gute!


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