Netti26
Hallo, meine kleine ist jetzt 6 Monate und tagsüber bekommt sie Beikost. Sobald sie auf ist bekommt sie keine Brust mehr. Abends bekommt sie auch brei ( mit WASSER Angerührt) und danach sollte sie eig ins bett gehen können. Doch leider brauchr sie zum einschlafen abends meine Brust. WIe kann ich ihr das abgewöhnen. Flaschen jeglicher Art nimmt sie nciht und es gibt ein riesiges Theater. Nachts wird sie gegen 4 uhr wach und bekommt zur zet auch noch meine brust. würde aber gerne abstillen. weiß nur nicht wie. muttermilch aus der flasche nimtm sie auch nicht. wenn sie abends doch mal einschlöft nach ihrem brei wacht sie spätestens 2 std später wieder auf und will meine brust. was kann ich tun?
Kristina Wrede
Liebe Netti26, ehrlich gesagt: Mit 6 Monaten ist es meist noch zu früh und die Frage ist, woher die von dir geschriebenen "musts" kommen: Warum sollte sie tagsüber nicht mehr stillen? Warum sollte sie abends ins eigene Bett gehen können (gehen kann sie ja sowieso noch nicht) WIeso sollte sie ohne deine Brust einschlafen können? Du sprichst von einem 6 Monate alten Baby, nicht von einer Sechsjährigen, korrekt? Hast du gewusst dass ein junger Elefant eingeht, wenn er in den ersten 2 Lebensjahren nicht die PERMANENTE Anwesenheit seines Hauptbezugs"tieres" hat (kann auch ein Mensch sein...). Wenn ein Elefantenbaby zum Waisenkind wird bekommt es im Zoo selbstverständlich einen Pfleger zur Seite gestellt, der Tag und Nacht Hautkontakt bietet. Kein Mensch würde die Notwendigkeit dafür in Frage stellen. Und viele Erwachsene sind ihren Haustieren gegenüber toleranter als den Bedürfnissen unserer Babys. Wieso eigentlich? Von unseren eigenen Babys, die total unreif geboren werden, erwarten wir so viel mehr. Das ist ein Punkt, der viele Diskussionen auslöst und bei Mutter und Kind zu vielen Tränen führen kann: Das Kind soll "wach" ins Bett gelegt werden und alleine einschlafen können (was eine enorme neurologische Leistung darstellt). Wenn es aber nur an der Brust oder im Körperkontakt mit der Mutter einschlafen kann, dann verurteilen wir dies als schlechte oder gar schädliche Angewohnheit... Aber das ist es gar nicht! Es hat seinen Grund, warum stillende Mütter die besten Einschlafhilfen SIND. Beim Saugen an der Brust findet ein Baby das, was es braucht: Trost, Nahrung, Sicherheit. Es liegt vermutlich an einer gewissen neurologischen Unreife, wenn einige Babys das mehr brauchen als andere, und es "verwächst" sich wirklich von alleine!! Ich kann dir dazu ein ganz interessantes Buch empfehlen, dass leider den gruseligen Titel "die neue Elternschule" trägt, von Margot Sunderland. Im Buch wird der Aufbau und die Entwicklung des menschlichen Gehirns vorgestellt und der Einfluss der Erziehung bzw. des Umgangs der Eltern mit dem Kind auf das kindliche Gehirn erklärt. Besonders schön sind die ersten Kapitel über Nähe. Dieses Buch hilft sogar bei genervten Phasen, weil es einem bewußt macht, wie sehr das Kind noch unfähig ist, seine Gefühle zu kontrollieren (geschweige denn seine Eltern zu manipulieren, wie man so oft hört!) und man kann sich dem Kind wieder besser zuwenden, ohne Angst, es zu "verwöhnen" oder andere katastrophale Fehler zu machen! Dein Kind verhält sich absolut normal, und wirklich, das Beste was du machen kannst (langfristig ist das für JEDEN von euch tatsächlich das Beste) ist, auf seine Bedürfnisse einzugehen!! Lieben Gruß, Kristina
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