Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, Benjamin ist nun 17 Monate und ich stille ihn zum Einschlafen mittags und abends, sowie mehrmals in der Nacht und auch tagsüber zwischendurch, wenn er unpäßlich sich fühlt oder einfach etwas Ruhe braucht. Da liegt aber nun mein Problem. Das Stillen nimmt nun Formen an, die ich nicht mehr schön finde. Benjamin "grapscht" nach der Brust, zieht mir am Pullover oder geht mit der Hand hinein. Saugt er an einer Seite, dann muß er unbedingt die andere Brust in der Hand halten, meistens die Brustwarzen direkt. Das zweite Problem: Er ist oft viel quengeliger, wenn ich da bin, als wenn er z.B. bei meiner Mutter oder meinem Mann ist - weil er immer nur mich als "Brust" sieht. Ich versuche, mit ihm so oft zu schmusen oder zu kuscheln, aber er hört nicht auf zu jammern, bis er erreicht hat, was er will. Wie schaffe ich es, jemals abzustillen bzw. wie schafft Benjamin das ? Vielen Dank für jeden Rat !!! Viele Grüße, Claudia
Liebe Claudia, Sie haben selbst schon erkannt, dass Benjamin sehr bewusst ist, dass das Stillen viel mehr als nur Nahrung ist und da er noch nicht so weit ist, von sich aus darauf zu verzichten, fürchtet er jetzt, diesen wichtigen Teil seiner Beziehung zu Ihnen zu verlieren. Deshalb ist es ein sehr weiser Entschluss, dass sie den Abstillversuch zunächst einmal beendet haben, um die Situation nicht noch weiter eskalieren zu lassen. Benjamin spürt, dass Sie sich ihm entziehen wollen und das macht ihn unsicher, so dass er noch mehr „klammert", noch stärker Ihre Nähe und die Geborgenheit an der Brust sucht. Das Abstillen jetzt mit aller Macht „durchziehen" zu wollen, wird viel Kraft und Tränen bei allen Beteiligten fordern. Wenn es Ihnen möglich ist, dann warten Sie bis zu einem neuen Versuch solange ab, bis sich die Gemüter wieder beruhigt haben und Ihr Sohn nicht mehr so aufgebracht und verunsichert ist. Das „Grapschen“ und Pulloverziehen ist verständlicherweise für Sie nicht angenehm und darüber sollten Sie mit Benjamin sofort sprechen und ihm erklären, dass Sie das absolut nicht gut finden. Sie können beim Abgewöhnen dieser Angewohnheit ähnlich vorgehen, wie bei einem Kind, das beim Stillen beißt. Erklären Sie Ihrem Kind zunächst, dass es damit aufhören soll. Beim nächsten Mal, wenn er an der Brust oder dem Pulli zu ziehen beginnt, nehmen Sie seine Hände von der Brust, sagen „nein" und halten seine Hände vielleicht auch fest. Hilft das alleine noch nicht, können Sie Ihrem Sohn in Verbindung mit einer Erklärung, dass Sie das keineswegs lustig finden ein Stück von sich wegrücken oder Sie stehen auf. Mit liebevoller Konsequenz werden Sie Benjamin diese Angewohnheit abgewöhnen können. Sobald sich die Situation insgesamt wieder beruhigt hat, können Sie einen neuen Abstillversuch unternehmen. Reden Sie mit Benjamin darüber, das Sie die Stillzeit nun ausklingen lassen wollen, damit er sich nicht überrumpelt fühlt. Auch Anderthalbjährige verstehen schon sehr viel, wenn wir mit ihnen sprechen. Treffen Sie zum Beispiel eine Abmachung mit ihm, dass Sie jeden Abend etwas kürzer stillen und dann eine Geschichte erzählen. Verändern Sie das Abendritual und beziehen Sie Benjamins Vater stark mit ein. Wichtig ist, dass Benjamin spürt, dass Sie ihm zwar die Brust entziehen, nicht aber Ihre Liebe. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was machen die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Außerdem möchte ich Ihnen das Buch „Wir stillen noch über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen. Das Buch ist im Buchhandel, bei der La Leche Liga und bei jeder LLL Stillberaterin (auch bei uns) erhältlich. Zum Schluss noch etwas, was unter Umständen paradox klingt: einige Kinder stillen sich von alleine ab, sobald ihre Mutter die Abstillbemühungen aufgibt. LLLiebe Grüße Biggi Welter
Mitglied inaktiv
Hallo, ich habe ähnliches mit meienr Tochter erlebt. Sie hat zusätzlich auch immer am "Geschmack gedreht". Das habe ich schon einmal gar nicht mehr zugelassen. Jetzt (sie ist fast 3) legt sie nur noch das Händchen drauf. Aber ich glaube, eigentlich ist sie abgestillt, vor 3 Tagen habe ich sie das letzte Mal gestillt und die Abstände wurden immer größer. Ich denke, Du musst ihm einfach deutlich zeigen, was Du nicht willst. Für mich war es absolut tabu, dass mir meine Kinder an die Klamotten gehen. so mit eineinhalb habe ich nicht mehr draußen gestiltl, sondern nur noch zu Hause. Auch getröstet habe ich mit Zuspruch und tragen, aber nicht mehr mit Stillen, weil ich es nicht wollte, es war mir einfach unangenehm. Die Stillzeiten habe ich dann dafür umso mehr gekuschelt und mir Zeit genommen. Mein Sohn hat sich übrigens mit 18 Monaten abgestillt, meine Tochter jetzt ungefähr. Gruß Trine
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