Lyta85
Sehr geehrte Frau Welter oder Frau Heindel, meine kleine Tochter ist jetzt 8 Monate alt. Ihr Speiseplan sieht momentan folgendermaßen aus: ca. 6 Uhr eine Stillmahlzeit ca. 9 Uhr 3/4 zerdrückte Banane oder 100g püriertes Obst ca. 12 Uhr Gemüse-Kartoffel-Fleisch Brei (190 - 200g) + 20-30g Obst als Nachtisch ca. 15 Uhr Obst-Getreide Brei (190g) ca. 18 Uhr Milch-Getreide Brei (isst sie nicht gerne, wenn es gut läuft ca 100g) ca. 19 Uhr vor dem Schlafen gehen noch ein bisschen stillen (ca 8-10 min) Zum trinken biete ich ihr zu den Mahlzeiten und zwischendurch immer etwas Wasser oder ganz dünne Apfelsaftschorle im Schnapsglas an (die Flasche oder eine Trinklernflasche nimmt sie leider nicht, nur wenn sie richtig Durst hat). Viel trinkt sie da allerdings nicht, max. 80 - 100 ml am Tag. Wie kann ich die morgendliche Stillmahlzeit ersetzen? Muss ich dann noch Fläschchennahrung einführen? Die abendliche Stillmahlzeit ist auch schwierig. Da sie wenig von ihrem Abendbrei isst und auch nicht so viel trinkt, wollte ich diese Stillmahlzeit noch nicht weglassen. Die Kleine schläft von 19.15 Uhr - 6.00 Uhr durch. Wenn ich die Stillmahlzeit weglasse habe ich die Befürchtung, dass ich Nachts dann wieder anfangen muss zu stillen bzw. ihr etwas anderes zu geben. Haben Sie eine Idee was ich da machen könnte? Ausserdem ist das abendliche Stillen momentan noch ein Einschlafritual. Sobald ich mit dem Zähneputzen anfangen muss wird das auch zum Problem. Da sollte ich ihr nach dem Zähneputzen ja auch nichts mehr geben. Grundsätzlich stille ich gerne, möchte aber spätestens bis zu ihrem 1. Geburtstag komplett abgestillt haben. Das heißt ich möchte jetzt auch nicht sofort komplett aufhören, ich bin nur ratlos wie ich weiter vorgehen kann. Vielen Dank im Voraus :-)
Liebe Lyta85, im ersten Lebensjahr sollte Milch die Hauptnahrungsquelle sein und wenn Sie jetzt abstillen möchten, sollten Sie noch Säuglingsmilch anbieten. Es kann dann sein, dass Ihr Baby sich recht schnell zur Flasche hin abstillt und die Brust verweigert, wenn Sie das nicht möchten, können Sie die Milch auch aus einem kleinen Becher anbieten. Wenn Ihr Baby nachts noch stillen möchte, brauch en Sie keine Angst zu haben. Selbstverständlich ist Zahnpflege ab dem ersten Zahn bei gestillten Kindern wichtig. Da gibt es überhaupt keine Diskussion, aber Stillen führt nicht zu Karies. Muttermilch greift die Zähne nicht an. Auslöser für Karies ist ein Bakterium mit dem Namen Streptokokkus mutans. Weder Langzeitstillen noch nächtliche Stillen leistet entgegen der immer wieder geäußerten Meinung dem Karies keinen Vorschub. Lange gestillte Kinder, die auch zum Einschlafen und während der Nacht gestillt werden haben nicht mehr Karies als andere Kinder, eher im Gegenteil. Beim Stillen werden die Zähne nicht ständig mit Milch umspült, da im Gegensatz zu einem mit der Flasche gefütterten Kind, die Milch erst weit hinter den Zahnleisten in den Mund gelangt und von dort geschluckt wird. Die Milch läuft aus der Brust nicht einfach aus (wie das bei der Flasche der Fall ist), das Kind muss aktiv arbeiten und schluckt dann auch. Gestillte Kinder und auch langzeitgestillteKinder bzw. noch lange während der Nacht gestillte Kinder haben nicht mehr Karies als nicht gestillte Kinder und wenn es zu Karies kommt, dann nicht wegen, sondern trotz des Stillens. Selbstverständlich ist aber auch für gestillte Kinder Zahnpflege notwendig und wenn ein Stillkind Karies hat, dann muss das behandelt werden. LLLiebe Grüße, Biggi
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