Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Wie fang ich das Abstillen an???

Frage: Wie fang ich das Abstillen an???

Mitglied inaktiv

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Hallo, meine kleine ist jetzt knapp zehn Monate alt und ich möchte eigentlich langsam abstillen. Ich stille eh meistens nur noch abends und nachts :-( Nachts wacht sie zwei bis dreimal auf und will unbedingt was haben. Sie trinkt auch Fläschchen, aber zum Schlafen ist die Brust halt doch besser. Nachdem ich eh so unregelmäßig stille, weiss ich nicht so recht wie ichs anfangen soll. Ist es ratsam noch weiterzustillen??? Ich find nämlich, dass ich genug gestillt habe. Mir gefällts nicht, wenn die Kinder dann selbst an der bluse rumkruschen, um an die Milch zu kommen. Mit neun Monaten hab ich mich auch lange "aussaugen" lassen. Danke writse


Biggi Welter

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? Liebe Writse, Sie haben doch schon lange mit dem Abstillen begonnen: ab dem Zeitpunkt, zu dem das Kind seine erste andere Nahrung oder Flüssigkeit bekommt, beginnt das Abstillen. Wenn Sie mich als Stillberaterin fragen, ob es ratsam ist, weiterzustillen, dann kann ich Ihnen mit ja antworten, denn Muttermilch und Stillen bieten auch für ältere Babys und Kleinkinder Vorteile und auch die Mutter profitiert gesundheitlich vom längeren Stillen (Langzeitstillen ergibt für die Mutter z.B. einen Schutz vor Brustkrebs und Osteoporose). Doch letztlich können nur Sie entscheiden, ob Sie weiter stillen oder nicht. Wenn Sie nun davon überzeugt sind, dass Sie bald vollständig abstillen wollen, dann ist dies schon der erste Schritt, denn für das Kind ist es wichtig, dass es spürt, dass die Mutter sich ihrer Entscheidung sicher ist. Zweifel führen dazu, dass das Kind verunsichert ist und dann fast immer so reagiert, dass es noch mehr stillen will. Sie sollten sich allerdings vom Abstillen keine Wunder in Bezug auf das Schlafverhalten Ihres Kindes erwarten, denn die Vorstellung „Abstillen = Durchschlafen" geht so gut wie nie auf. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Sie dem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die dem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn sie ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es Sie auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das kannst flexibler gehandhabt werden als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Sie können auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Eine Möglichkeit für die Nacht ist es, dass statt Ihnen Ihr Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Sie wenden sich jedesmal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiterhin Ihre Liebe und Zuneigung spürt und Sieallmählich und mit viel Liebe vorgehen und nicht zu schnell die Geduld verlieren. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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