Minnie2
Liebe Biggi, Mein Kleiner ist nun 15 Monate alt und geht seit 2 Monaten in die Kita. Die Erzieherinnen machen mir ziemlich Druck dass ich abstillen soll, weil er sich sonst nicht von mir lösen würde und viel schreit :( Eigentlich waren wir vor einem Monat schon so weit dass ich tagsüber nur 1 mal gestillt habe und sonst halt abends zum einschlafen und nachts (nachts allerdings sehr oft...). Die letzten Wochen war er aber dauer-krank (Mittelohrentzündung, Hand-Mund-Fuss-Krankheit, Magen-Darm...) und ich habe wieder voll stillen müssen. Es ist sehr schwer ihn wieder von fester Nahrung zu überzeugen und an Abstillen ist gar nicht zu denken :( Ich weiss ehrlich nicht was ich machen soll. Die Erzieherinnen machen echt Druck. Grundsätzlich würde ich ihn ja auch gerne abstillen (seinen grossen Bruder habe ich bis zum 1. Geburtstag gestillt, da war Abstillen gar kein Problem, weil er die Nuckelflasche mit Pre-Milch akzeptierte), aber ich möchte es natürlich schonend machen. Mein Kleiner akzeptiert aber keine Nuckelflasche und fordert die Brust vehement ein. Ich persönlich würde ihn wenn er es braucht ja noch etwas weiterstillen (zumindest nachts), aber ich möchte natürlich auch nicht dass ihm dann die Kita schwerer fällt weil die Bindung zu mir zu stark ist (das meinen die Erzieherinnen). Kannst du mir helfen??
Liebe Minnie2, gerade jetzt ist es wichtig, dass zu Hause nicht auch noch Veränderungen kommen, dein Kind braucht Sicherheit! Es ist immer gut, sich auch seine eigenen Gedanken zu machen und aufs Mutterherz zu hören... tatsächlich macht es keinen Sinn, dein Baby abzustillen, denn es tut ihm wirklich gut, in der Zeit, die ihr zusammen seid, "Normalität" tanken zu können. Leider lässt uns unser Alltag wirklich wenig Alternativen, und für viele kleine Kinder ist die intensive Fremdbetreuung und das Leben in der Gruppe einfach eine riesige Herausforderung. Ich bedauere es sehr, dass manche Erzieherinnen Mütter so verunsichern und irgendwelche Empfehlungen aussprechen, die nur ihre eigene Meinung spiegeln :-(. Weißt du, was ich auch erschreckend finde: Dass wir Mütter uns immer so schnell verunsichern lassen. Und das meist noch von Leuten, die überhaupt keine eigene Erfahrung vorweisen können, sondern nur aus dem Vorurteil heraus! Geh doch noch mal in der Kita selbst vorbei und stelle das klar: Ihr stillt und werdet das auch weitermachen. Und dass du sie darum bittest, das zu respektieren, auch wenn sie selbst das für völlig verquer halten. Also: Angriff blasen. Ich gehe davon aus, dass danach alles ruhig sein wird (na ja, vermutlich werden sie dir schon bei passender Gelegenheit unter die Nase reiben, dass dein Kind das einzige ist, das dies oder jenes nicht kann oder macht. Auch dann: Bleib locker und denk dir: Daraus können die Erzieherinnen ja wieder was dazu lernen, dein Kind auf jeden Fall wird es schaffen, denn unsere Kleinen sind Weltmeister im anpassen!!!). Wie soll dein Kind es verstehen, wenn es nicht nur von den Betreuerinnen, sondern auch noch von dir abgelehnt wird? Es ist ja nicht so, dass dein Kind auf einmal keine Nähe mehr braucht, wenn es abgestillt ist, im Gegenteil, es wird das Kuscheln noch viel mehr einfordern. Dein Kind muss sich jetzt daran gewöhnen, dass es nur bei dir an die Brust darf und das WIRD es auch lernen, wenn die Betreuerinnen liebevoll und konsequent sind, aber das erreichen sie nicht damit, dass Du abstillst. Für mich sieht es auch ein wenig so aus, dass der scheinbar einfachste Weg gesucht wird und das würde ich auch klären. Sprich mit den Erzieherinnen, erkläre ihnen deinen Weg und steh für dich und dein Kind ein. Frag sie doch mal, was sie sich erhoffen, wenn Du nicht mehr stillst, denn dein Kind wird ja dadurch nicht weniger Nähe brauchen….. Der Einstellung, dass das Langzeitstillen die Loslösung beeinträchtige oder ein Problem in Hinblick auf die Theorie des Übergangsobjektes darstellt, ist keineswegs bewiesen. Dieser Vorstellung liegt eine Hypothese zugrunde, für die es keinen Beweis gibt. Diese Überlegungen beruhen auf Beobachtungen in einer bestimmten Bevölkerungsgruppe die vor langer Zeit gemacht wurden. Dem Stillen oder gar dem längeren Stillen wurde dabei überhaupt keine Aufmerksamkeit entgegengebracht (wohl auch, weil kaum bzw. nicht lange gestillt wurde). Die Praxis zeigt jedenfalls, dass langzeitgestillte Kinder nicht unselbständiger sind als kurz oder gar nicht gestillte Kinder und auch keine vermehrten Probleme mit der Loslösung haben, im Gegenteil: Oft haben sie ein so starkes Vertrauen in sich und die Welt, dass sie recht forsch die Welt entdecken wollen. Außerdem spricht gegen diese Theorie, dass es dann weltweit gesehen sehr viele Kinder Probleme mit der Selbstregulation haben müssten, denn es gibt ja nun mal viele Kulturen, in denen das lange Stillen deutlich über das Babyalter hinaus üblich ist und es gibt Kulturen, in denen keine Übergangsobjekte bekannt sind. Das lange Stillen führt definitiv nicht zu einer verspäteten Loslösungsphase. Wichtig ist, dass Du klar bist und auch den Erzieherinnen zuhörst, dass ihr gemeinsam einen Weg findet, der für alle passt! Ich wünsche dir von Herzen, dass es ein gutes Gespräch wird und würde mich wirklich sehr über eine Rückmeldung von dir freuen. Ganz liebe Grüße Biggi
Flowermama
Lass dich nicht beirren! Es ist dein Kind und du entscheidest über so wichtige Fragen wie Abstillzeitpunkt. Auf keinen Fall würde ich abstillen weil die Erzieherinnen es wollen, obwohl du denkst es ist zu früh. Gerade nach einer Kita Eingewöhnung und Krankheitsphase ist es doch normal, dass er die Nähe vermehrt braucht und daran ändert auch das Abstillen nichts. Im Gegenteil, stillen ist einfach eine bewährte Methode, die ihm offensichtlich hilft. Leg dir ein dickes Fell zu und hör auf deinen Mutterinstinkt!!
zweizwerge
" weil er sich sonst nicht von mir lösen würde und viel schreit :(" Huhu, ich glaube auch nicht, das Abstillen die Lösung ist - warum sollst Du dem Kind noch zusätzlich diese Nähe zu Dir wegnehmen. Versuch den Erzieherinnen zu vermitteln, dass Dein Sohn ganz klasse auch mal bei Papa/Oma o.a. sein kann, ohne dass er da (logischerweise) stillen kann. Das machen sich die Erzieherinnen zu einfach. Wenn das Kind sich in der Kita nicht (immer) wohlfühlt, dann müsst Ihr probieren, gemeinsam daran zu arbeiten, und es nicht aufs Stillen schieben. Nach mehreren Wochen Krankheit hat Dein Kind - in dem Alter - wahrscheinlich die Eingewöhnung vorher mehr oder weniger vergessen. Könnt Ihr da nochmal ein oder zwei Schritte zurückgehen? Bei uns war's das gleiche Problem, Kinder 2 Wochen schon ganz gut eingewöhnt, dann 2 Wochen krank, dann gleich wieder mit Trennungen angefangen => Kind findet das nicht gut. Bei uns ließen sich die Erzieherinnen leider auch nicht mehr vom Neuanfang überzeugen (keine Zeit). Vielleicht fallen Trennungen leichter, wenn Du dem Kind etwas Schönes von Dir (Tuch, Kuscheltier o.ä. mitgibst)? Wenn Ihr Rituale für die Trennungssituation entwickelt? Vielleicht haben die Erzieherinnen da ja auch noch Ideen. Und vielleicht machst Du ein paar Fotos vom Kindergarten, von der Bezugserzieherin, der Lieblingsspielecke mit Kind o.ä., die ihr daheim aufhängt oder im Falle von Krankheit/Urlaub alle paar Tage anschaut. Das hat bei uns geholfen, Wiedereingewöhnungsprobleme nach Abwesenheit zu minimieren. Jetzt im Kindergarten brauchen sie das nicht mehr, aber zu Krippenzeiten hat man den Unterschied gemerkt Alles Gute!.
Celibe88
Ich arbeite selbst in einer Krippe und seit 3 Wochen wird meine Maus selbst eingewöhnt (fast 16 Monate). Auch wenn ich als Mama die gleichen Ängste habe, weiß ich als Fachkraft und auch von meinen Kolleginnen bestärkt, dass die Kinder sehr wohl zu Hause und Krippe trennen können! Zu Hause schlafen wir auch nur mit Brust aber sie wird es schaffen und gerade jetzt wird das Stillen zum Kraft tanken wieder viel wichtiger. Lass dir da bitte nichts vorschreiben!
Julisa
Ich habe 3 Kinder alle sind kurz nach dem 1. Geburtstag in die Kita gekommen. Alle drei habe ich bis zum 2. Geburtstag gestillt. Alle drei haben die Eingewöhnung anders gemeistert, die Jungs taten sich schwerer meine Tochter nahms easy . Ich habe den Erzieherinnen nie erzählt dass ich noch stillte. Stille so lange du es für richtig hältst, so lange du nicht alle 4 Stunden in die Kita marschierst um zu stillen und dabei den Kitaalltag störst, geht das die Erzieherinnen gar nichts an, deswegen würde ich das mit denen auch nicht diskutieren.
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