Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Wie bei Kleinkind abstillen?

Frage: Wie bei Kleinkind abstillen?

ulina1810

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Liebe Biggi, ich stille meine Tochter bereits seit 3 Jahren und ich hätte es nie vermutet, dass es so lange gehen wird. Eigentlich wollte ich auch schon mit 1 1/2 oder spätestens mit 2 Jahren aufhören. Aber gerade am Abend und am Morgen war immer viel Geschrei, wenn ich nicht richtig wollte. Sie war immer ein Sensibelchen und war schnell reizüberflutet, deshalb habe ich mich schon auf mein Gefühl verlassen. Nun rede ich ab und an schon mal zu ihr, ob wir nicht aufhören wollen und lieber nur kuscheln, weil sie doch nun immer größer wird. Dann sagt sie nein und will trotzdem. Jetzt ist meine Frage, ob es denn auch eine Möglichkeit gibt, dass trotz dieses wenigen Stillens die Milch "abgestellt" werden kann?? Wird wirklich weiter produziert, wenn man wenig stillt und z.B. Salbei trinkt? Und wir würden gerne wieder schwanger werden, ob es trotzdem klappen kann? Meine Regel habe ich sehr gleichmäßig und auch einen Eisprung. Ich freue mich über eine Rückmeldung. Liebe Grüße, Ina


Biggi Welter

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Liebe Ina, ich kann keine Statistik zur Fruchtbarkeitswahrscheinlichkeit für deine Situation bieten. Niemand kann vorhersagen, wie schnell Du nun ob mit oder ohne Abstillen wieder schwanger werden kannst. Sogar ohne Periodenblutung kann es zu einem Eisprung kommen und es gibt viele Frauen, die in der Stillzeit gleich beim ersten Eisprung, dem keine Blutung vorangegangen war, wieder schwanger geworden sind. Stillen hat eine empfängnisverhütende Wirkung und tatsächlich kann auch bei einem älteren Stillkind die Empfängnis erschwert und die Einnistung der Eizelle behindert sein. Aber eben „kann" und nicht „muss". Es kann sein, dass durch das vermehrte Stillen der Zyklus durcheinander kommt, aber es kann auch sein, dass Du trotzdem bald schwanger wirst. Es gibt da übrigens eine interessante Theorie auch über die Reife des Kindes in Bezug auf Geschwister: so lange ein Kind noch so häufig an der Brust der Mutter trinkt, dass dadurch die Fruchtbarkeit der Mutter eingeschränkt wird, so lange ist es auch noch nicht reif genug, die Mutter mit einem weiteren Geschwisterkind zu teilen. Manche Menschen halten dies vielleicht weit hergeholt, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass da viel Wahres dran ist. Die Entscheidung, ob Du zugunsten einer erneuten Schwangerschaft bzw. um die Wahrscheinlichkeit einer neuen Schwangerschaft eventuell zu erhöhen, abstillen oder einfach der Natur ihren Lauf lassen und abwarten willst, kannst nur Du alleine treffen. Es gibt in jedem Fall unzählige Mütter, die in der Stillzeit schwanger wurden, weiter gestillt haben und anschließend (ohne Schaden für Mutter, neues Baby und älteres Stillkind) auch noch nach der Geburt tandemgestillt haben. So viel ist davon abhängig, wie deine Kleine drauf ist, was für euch funktioniert, kann bei jemand anderem nichts bringen und umgekehrt. Darum hilft oft einfach nur das Ausprobieren. Wichtig ist vor allem, dass du dein Kind ernst nimmst. Also ihm ruhig erklärst, was du ändern möchtest und warum. Dein Baby versteht mehr, als du denkst, und es nimmt wahr, ob du es einfach nur ablenken möchtest oder ob du klar weißt, was du willst, und auch dazu stehen kannst, Proteste hin oder her. Vielleicht ist es für dich wieder tragbar, wenn sie weniger stillt und du festlegst, wann gestillt werden darf und wann nicht, und das durchsetzt? Es ist aber genauso dein gutes Recht zu entscheiden, dass du nicht länger stillen möchtest. Dazu kannst du eine "Abstillparty" ansetzen, oder ihr vereinbart ein besonderes Abstillgeschenk, das sich deine Kleine jetzt schon aussuchen darf, und das sie an dem Tag X, den ihr vorab vereinbart, bekommen wird, weil sie ja dann nicht mehr stillen wird. Erfahrungsgemäß ist ein Zeitraum von 10 bis 14 Tagen schon hilfreich. Auch ihr könnt jeden Tag darüber sprechen, dass am Tag X das letzte Mal gestillt wird, und dafür etwas Besonderes passiert (z.B. das Geschenk). So kann sich deine Kleine mental auf den Wechsel vorbereiten, und die Vorfreude lässt bei ihr den Verzicht aufs Stillen in den Hintergrund rücken. Ich weiß, dass nicht jedes Stillkind dann auch wirklich ohne Protest den Wechsel akzeptiert - und hier ist Mamas Konsequenz extrem wichtig!!! Entscheidend ist unsere eigene Überzeugung. Unsere Kleinen vertrauen uns blind, das dürfen wir nicht unterschätzen. Das, von dem wir überzeugt sind, das glauben auch sie. In den ersten Tagen solltest du darauf eingestellt sein, ausstreichen oder abpumpen zu müssen, um keinen Milchstau zu bekommen. Ich hoffe, diese Infos helfen dir weiter. LLLiebe Grüße Biggi


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