Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Warum ist mein Sohn so fixiert auf meine Brust?

Frage: Warum ist mein Sohn so fixiert auf meine Brust?

Lilie2017

Beitrag melden

Mein Sohn wird Ende November drei Jahre alt. Ich stille ihn derzeit noch abends zum Einschlafen, nachts zum Weiterschlafen und morgens wenn er aufwacht. Meine Hebamme sagte zu mir vor ca. eineinhalb Jahren, dass ich doch (solange es mich nicht stört) so lange weiterstillen soll, bis mein Sohn von sich aus nicht mehr gestillt werden möchte. Das wäre das beste für die Entwicklung des Kindes und die Bindung zwischen Mutter und Kind. Ist dies wirklich so? Oder ist es überhaupt nicht realistisch, dass ein Kind von sich aus die Stillbeziehung beendet? Bzw. in welchem Alter setzt ein Kind von sich aus denn ca. den "Schlussstrich"? Ich merke in letzter Zeit immer deutlicher, dass ich so langsam eigentlich froh wäre, wenn er nicht mehr an der Brust trinken würde. Zumal er in letzter Zeit sehr fixiert auf die Brust ist. Er möchte tagsüber ständig von mir getragen werden. Dabei hat er die Hände dann immer an meiner Brust. Er streichelt sie durch das T-Shirt durch und beklagt sich auch wenn ich z.B. einen Pullover trage, da ihn dann der dicke Stoff stört. Das wird mir momentan einfach etwas zu viel, dass ich tagsüber ständig seine Hände an meiner Brust habe. Abends braucht er auch ziemlich lange zum Einschlafen. Ein bis zwei Stunden in denen ich abends mit ihm im Bett liege bis er eingeschlafen ist, sind völlig normal. In dieser Zeit will er auch ständig trinken und mit der dann nackten Brust kuscheln. Ihm das jetzt alles zu verweigern, traue ich mich aber irgendwie auch nicht, da ich Angst habe, es dann später zu bereuen, da die Kleinen ja sowieso so schnell groß werden. Irgendwie fühle ich mich bzgl. des Stillens auch so, wie wenn ich jetzt auf der Zielgeraden aufgeben würde, wenn ich ihn jetzt von mir aus abstille. Dass diese von mir ausgehende Unentschlossenheit schlecht ist, ist mir auch klar. Man liest ja immer, dass langgestillte Kinder ein tiefes Vertrauen in sich selbst entwickeln. Diese Ausgangsbasis würde ich meinem Sohn auch gerne geben. Aber ich kann eben auch nicht ignorieren, dass es mich stört wenn mir ständig jemand an der Brust herummacht. Wenn mein Sohn sich irgendwie weh tut, eine Enttäuschung erlebt oder einfach nur müde ist, ist es auch immer dasselbe. Zuerst weint er nach seinem Schnuller, dann möchte er von mir hoch genommen werden und dann wandern seine Hände an meine Brust. In wie weit ist dies für dieses Alter denn normal oder akzeptabel? Gibt es irgendeinen Rat, wie ich mit der Situation besser umgehen kann und irgendwie für uns beide den richtigen Weg finden kann? Vielen Dank und viele Grüße


Biggi Welter

Biggi Welter

Beitrag melden

Liebe Lilie2017, statistisch gesehen stillen sich die Mehrzahl der Kinder, denen der Zeitpunkt des Abstillens selbst überlassen wird irgendwann zwischen den zweiten und vierten Geburtstag ab, wobei es Abweichungen nach unten wie nach oben gibt. Wenn es dir und deinem Kind beim Stillen gut gehen würde, dann gäbe es keinen Grund zum Abstillen. Du schadest damit weder dem Kind noch dir, im Gegenteil es gibt eine ganze Reihe von gut dokumentierten Vorteilen sowohl für dich als auch dein Kind, die sich aus einer längeren Stillzeit ergeben. Statistisch gesehen stillen sich die Mehrzahl der Kinder, denen der Zeitpunkt des Abstillens selbst überlassen wird irgendwann zwischen den zweiten und vierten Geburtstag ab, wobei es Abweichungen nach unten wie nach oben gibt. Trotzdem ist das Stillen eine ZWEIERbeziehung und wenn sich einer nichtmehr wohl fühlt, müssen Lösungen her. Das Wichtigste ist jetzt, dass du Klarheit für Dich bekommst. Möchtest Du sofort komplett abstillen, oder wäre ein "wir stillen nur noch abends zum EInschlafen und morgends vor dem Aufstehen" auch ok für einige Zeit? Je klarer du für Dich hast, was dein Ziel ist, desto besser lässt es sich erreichen. Denn unsere Kinder spüren jeden Zweifel in uns und dann fällt es ihnen schwerer, uns zu folgen (im wahrsten Sinne des Wortes). Nimm dir einmal eine ruhige Stunde für Dich, in der Du wirklich unbeeinflusst von außen nachdenken kannst und mach Dir dabei sogar ruhig eine Liste aller Gründe, die für ein Wenigerstillen jetzt sprechen und auch welche dagegen sprechen. Überlege dann, welche der Gründe tatsächlich für DICH Bestand haben. Überdenke Deine Beziehung zu Deinem Kind. Dein Kind wird Regeln lernen und das kann es auch in diesem Alter! Auch DEINE Gefühle sind wichtig und wenn Du Dich unwohl fühlst, dann ist es Dein gutes Recht, etwas zu ändern! Wenn Du Dir Deiner Entscheidung sicher bist, wird es Euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von Deiner Seite für das Weniger- oder Abstillen, dann wird Dein Kind fühlen „Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Vielleicht ist es aber auch so, dass Du gar nicht sooo sehr genervt bist und merkst, dass es so noch okay ist für dich. Dein Kind wird diese Phase hinter sich lassen, auch ohne Druck. Ich kann Dir noch einen Tipp geben: In diesem Alter hilft es oft, einen "Abstilltag" zu definieren. Dazu kannst Du eine "Abstillparty" ansetzen, oder ihr vereinbart ein besonderes Abstillgeschenk, das sich Dein Kleiner jetzt schon aussuchen darf, und welches er an dem Tag X, den ihr vorab vereinbart, bekommen wird, weil er ja dann nicht mehr stillen wird. Erfahrungsgemäß ist ein Zeitraum von 10 bis 14 Tagen ganz gut. Ihr könnt jeden Tag darüber sprechen, dass am Tag X das letzte Mal (zumindest in der Nacht) gestillt wird, und Deine Kleiner dann sein Abstillgeschenk bekommen wird. So kann er sich mental auf den Wechsel vorbereiten, und die Vorfreude lässt bei ihm den Verzicht aufs Stillen in den Hintergrund rücken. Ich wünsche Euch einen friedlichen Weg, der für alle passt! Lieben Gruß Biggi


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Liebe Fr. Welter!   Seit etwa einer Woche produziert meine linke Brust deutlich mehr Milch als zuvor und auch als die rechte Brust und mein Milchspendereflex ist stärker. Auch spukt meine Tochter häufiger. Meine Tochter ist 2 Monate alt, ich stille sie voll. Am Anfang hatten wir kleine Startschwierigkeiten, da habe ich zusätzlich abgepumpt ...

Hallo! Meine 10 Wochen alte Tochter schreit tagsüber ganz doll die Brust an und dockt dauernd an und ab. Wegen meiner vielen Milch und meines extrem starken Milchspendereflexes verschluckt sie sich dauernd und spuckt auch noch extrem (wobei sie das auch tut, wenn sie Ma ruhig trinkt). Woran kann es liegen, dass sie sich so ärgern muss und warum nur ...

Liebe Biggi, ich wende mich an dich, weil ich seit Längerem mit einem zu starken Milchspendereflex kämpfe und seit einigen Tagen das Gefühl habe, dass wir mittlerweile eher Rückschritte statt Fortschritte machen und meine Tochter bereits 11 Wochen alt ist.  Ich habe bereits einiges versucht um es unter Kontrolle zu bringen, leider mit nur mäßigem ...

Guten Tag Biggi, ich bin total aufgelöst. Ich hab seit 7 Tagen einen Ausschlag unter der Brust bei dem ich mir unsicher bin ob es durch meinen Waschzwang "Wund" ist oder es sich tatsächlich um eine Pilzinfektion handelt. Da mein Hausarzt in Pension gegangen ist, musste ich mir einen neuen suchen, bei der ich soeben war.  Die Ärztin war sehr unfreu ...

Hallo liebe Biggi!  Mein Sohn (7 Monate) hat bereits vier Zähne und mir vor einer Woche beim Stillen kräftig in die Brustwarze gebissen.  Dadurch ist eine kleine, recht tiefe Bisswunde entstanden, die höllisch schmerzt. Mit Tipps meiner Nachsorge-Hebamme und unter Einsatz eines Softlasers hat die Wunde recht gut angefangen zu heilen. Das Problem is ...

Meine Tochter ist nun 10 Monate und mag nichts essen, auch nimmt sie kein Fläschchen. Vor ca 1-2 Monaten waren wir schon bei einem halben Gläschen Brei am Abend. Dann hat sie ihre ersten 2 Zähne bekommen und aus war's. sie macht einfach den Mund nicht auf, isst maximal ein kleines Löfferl und dreht dann den Kopf weg, oder schlägt sogar mit der Hand ...

Guten Morgen Biggi, ich stille meine Tochter seit 4, fast 5, Monaten und habe seit gestern Nachmittag plötzlich einseitig eine schwere, harte Brust die punktuell auch schmerzt. Auch das Trinken bei den ersten Zügen ist schmerzhaft.  Es ist meine dritte Tochter welche ich stille aber das kenne ich nicht. Kann das ein Milchstau sein? Da die schmerz ...

Guten Abend, meine Tochter (20 Mon) hat sich wohl bei einem Familienmitglied mit Herpes angesteckt (was mich wahnsinnig ärgert) und seit gestern kleine weiße Bläschen im Mund und an der Lippe, dazu seit 3 Tagen Fieber. Sie stillt eigentlich nur noch zum Schlafen Mittags, Abends und in der Nacht, wenn sie krank ist jedoch fast durchgehend.  Seit g ...

Guten Abend, ich wollte wie gewünscht ein kurzes Update geben und um Rat fragen. Laut Kinderärztin hat meine Tochter wohl wirklich eine Herpes Erstinfektion. Bei meiner Brust ist es laut Frauenärztin kein Herpes. Es sieht mehr nach falscher Trinktechnik, einer Righarde und einer entzündeten Drüse aus. Es sind seit der Untersuchung am Dienstag auc ...

Hallo, Mein Sohn und ich stillen gerade ab. Er hat sowieso kaum noch getrunken und ich habe ihn zuletzt nur noch 1x am Tag aus Gewohnheit gestillt. Das haben wir jetzt auch ersetzt.  Ich habe nun seit drei Tagen gar nicht mehr gestillt und merke jetzt, dass meine Brust mittlerweile sehr schwer ist. Sie fühlt sich auch voll an, allerdings spannt sie ...