Mitglied inaktiv
Hallo, da das physiologische Abstillalter ja gemeinhin später liegt, bin ich etwas verunsichert. Meine Tochter ist jetzt 20 Monate und trinkt seit gut einer Woche gar nicht mehr. Sie hat es einfach "sein gelassen" .. es war immer nur noch abends und gelegentlich morgens, sowie bei Krankheit. Da sie jetzt schon seit wirklich einer Woche gar nicht mehr an die Brust gegangen ist, gehe ich davon aus, dass es das jetzt war. Richtig? Ich hätte sie auch gern noch länger gestillt - wenn sie sich jetzt aber abgestillt haben sollte, ist das wunderbar gelaufen und auch total ok. Danke!
Liebe Textmarker06, es gibt Kinder, die sich tatsächlich so früh abstillen, manche Kinder streiken aber auch nur. Du kannst nun entscheiden, ob Du noch um die Stillbeziehung kämpfen möchtest oder ob Du mit diesem Weg gut leben kannst. Lass deine Gefühle der Trauer ruhig auch zu, aber bleibe nicht dort stehen. Du hast viele Möglichkeiten, deinem Kind Liebe, Nähe, Geborgenheit und Trost zu geben, auch wenn Du nicht mehr stillst. Nicht nur stillende Mütter sind gute Mütter. Wenn Du es noch mal probieren möchtest, kannst Du versuchen dein Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Du kannst ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, dränge aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Weitere Maßnahmen, die sich bei einem Stillstreik bewährt haben, sind: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Um deine Milchproduktion aufrecht zu erhalten und zu verhindern, dass die Brust übervoll wird, sollte die Milch ausgestrichen oder abgepumpt werden. Die so gewonnene Milch kann dem Kind mit einer alternativen Fütterungsmethode angeboten werden, z.B. mit einem Becher. Die Flasche ist in dieser Situation nicht unproblematisch, denn es kann passieren, dass sich dein Kind dann zur Flasche hin abstillt. Ich würde mich freuen, wenn Du dich noch mal meldest und mir schreibst, wie es bei Euch beiden weiter gegangen ist. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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