Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, wie Sie aus dem Betreff bereits erkennen koennen, habe ich ein Problem, mit dem ich offensichtlich nicht alleine dastehe: Ich habe meine kleine Tochter, die am 18. August geboren ist, von Anfang an voll gestillt, zunaechst ohne Schwierigkeiten. Vor ca drei Wochen bemerkte ich, dass sie nicht mehr soviel zunahm (ca 70 g/Woche). Ich habe mich zunaechst davon nicht wirklich beunruhigen lassen und ganz normal weiter gestillt. Aber ich bin wachsamer geworden und mir viel auf, dass sie auch viel haeufiger weinte und nicht mehr so gut an der Brust drank! Ich pumpe auch ab und zu ab und musste feststellen, dass meine Milchmenge sicher nicht "ueberwaeltigend" ist. Irgendwann habe ich ihr dann - wenngleich schweren Herzens" - eine Flasche bereitet, die sie mit Wonne in einem Zug ausgedrunken hat, danach ist sie selig eingeschlafen. Von da an war mir klar, dass sie wohl eine Zeitlang nicht mehr wirklich satt wurde beim Stillen. Ich glaube, es hat damit begonnen, dass sie ziemliche Blaehungen hatte - dadurch hat sie oft nicht mehr so richtig trinken koennen bzw ist vielfach nach ein paar Zuegen vor Erschoepfung eingeschlafen. Ausserdem habe ich probiert, ihre Bauchschmerzen mit Tee zu lindern - vielleicht hat sie sich auch zu sehr mit der Flasche angefreundet. Ausserdem ist sie auch ein "Schnullerbaby - das war aufgrund ihrer staenigen Blaehungen sehr oft die einzige Art, sie zu beruhigen (und mich auch!!!). Ich nehme an, diese Faktoren sind fuer sich nicht alleine "schuld" an der Milchreduktion (ich kenne viele "Teebabies", bei denen stillen kein Problem bereitet), haben aber in Kombination zum unerwuenschten Resultat gefuehrt! Ich schreibe dies alles nur, damit sie sich ein Bild machen koennen! Tatsache ist, dass ich natuerlich nach wie vor stille, morgens ausserdem abpumpe (da sie bereits durchschlaeft und morgens nicht alles trinken kann - das gebe ich ihr dann auch noch im Laufe des Tages) und ihr einmal am Tag, meist am Abend, noch dazu 120ml NAN HA gebe! Ich koennte damit eigentlich leben (obwohl ich natuerlich viel lieber nur stillen wuerde), aber ich befuerchte vor allem, dass durch das Zufuettern meine ohnehin begrenzte Milchmenge noch weniger wird. Ich studiere sehr oft Ihre website und Ihre Beitraege und hab schon alles probiert (staendig anlegen, "clusterfeeding" etc), aber leider konnte ich noch keinen Erfolg sehen! Und ich bringe es einfach nicht uebers Herz, sie "hungern" zu lassen. Ich trinke 2-3 Liter taeglich und fuehre auch kein wahnsinnig stressiges Leben Meine Kinderaerztin, mit der ich an und fuer sich sehr zufrieden bin, hat mir geraten, nur alle drei Stunden zu stillen, da sie ansonsten nie richtig satt wird und sich mein Busen in den kurzen Abstaenden dazwischen kaum erholen kann - ist da was drann??? Ich kann nur sagen, dass auch das staendige Anlegen in meinem Fall nichts bringt! Sorry, dass ich so viel schreibe, aber ich dachte, ich muss Ihnen ein wenig die Hintergruende schildern! Ich versuche, nicht allzu frustriert zu sein, da sich das wahrscheinlich eher negativ auswirken wuerde, aber ich bin schon enttaeuscht, da ich sehr gerne 6 Monate voll gestillt haette. Meine Kleine gedeiht trotzdem sehr gut und ist ein froehliches Kind - aber vielleicht haben Sie ja doch noch einen Tip fuer mich??? Vielen, vielen Dank fuer Ihre Zeit Liebe Gruesse Elisabeth PS Ich lebe in Belgien - Stillberaterinnen gibt es hier meines Wissens nicht
? Liebe Elisabeth, Ihre Vermutung, dass die Faktoren Schnuller, Teegabe usw. zu dem Problem beigetragen haben, ist sicher nicht aus der Luft gegriffen. Doch ich bin überzeugt, dass es auch für Sie und Ihr Baby noch einen Weg geben kann, dass Sie Ihre Milchmenge wieder an den Bedarf Ihrer Kleinen anpassen können. Allerdings sicher nicht, wenn Sie das Stillen auf einen starren Zeitrhythmus einschränken. Da die Brust keine Flasche ist, die erst wieder gefüllt werden muss, ist der Rat der Kinderärztin nämlich mehr als kritisch zu betrachten. Mein Rat an Sie ist der, dass Sie sich so rasch wie möglich an eine Stillberaterin wenden, die es auch in Belgien gibt! Adressen der belgischen LLL-Stillberaterinnen erhalten Sie bei Christine van den Broecke Tel.: 015-557943 oder unter info@lalecheleague.be Scheuen Sie sich wirklich nicht, sich direkte Hilfe bei einer Stillberaterin vor Ort zu suchen. LLLiebe Grüße Biggi Welter
Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, vielen herzlichen Dank fuer Ihre prompte Antwort! Was ich nicht ganz verstanden habe: Sie schreiben sinngemaess, dass es nicht logisch ist, wenn nach ein paar Stunden nicht stillen mehr Milch zur Verfuegung steht, oder habe ich da etwas durcheinander gebracht! Tatsache ist, dass ich bei mir sehr wohl das Gefuehl habe, dass nach ein paar Stunden wieder mehr kommt. Ist das nicht so???? Wie funktioniert die Milchproduktion eigentlich, koennen Sie mir da vielleicht eine website empfehlen, wo ich das nachlesen kann??? Vielen Dank! Liebe Gruesse aus Bruessel Elisabeth
Mitglied inaktiv
Hallo! Es ist niht so, daß die Milch im Laufe der zeit gebildet wird und in der Brust wartet, bis das Baby trinkt. Das trifft nur für einen kleineren Teil der Milchmenge zu. Der größte Teil wird erst während des Stillens gebildet. Außerdem steht die Milch in der Brust in einem ständigen Austausch mit der Brust selbst und wird teilweise wieder "umgebaut" (daher entspricht z.B. der Alkoholgehalt in der Mumi immer dem im Blut, wenn die Mutter Alkohol getrunken hat). Daher ist es eben nicht so, daß mehr Milch in der Brust ist, wenn seltener gestillt wird. Im Gegenteil: Je häufiger das Baby angelegt wird und den Milchspendereflex auslöst, desto mehr Milch wird gebildet. Und daher dürfte es auch kommen, daß Deine Tochter so schleht zugenommen hat: Durch den Tee war ihr Magen gefüllt, das Saugbedürfnis hat sie am Schnuller gestillt und so hat sie zu selten und zu wenig an der Brust getrunken. Wahrscheinlich kommt noch eine Saugverwirrung dazu, d.h. sie weiß nicht mehr, daß sie an der Brust den Milchspendereflex mehrfach auslösen muß, um an die Hintermilch zu kommen. da sind die Kinder sehr verschieden: Manche wechseln problemlos monatelang zwischen Brust und Flasche hin und her, mein erster Sohn hattte nur einmal in einer Nacht kurz einen Schnuller und hatte einen ganzen Tag riesen Probleme, an die Brust zu gehen. du kannst aber zum vollen Stillen zurückkommen, wirst dazu aber vermutlich die direkte Hilfe einer Stillberaterin brauchen. Such mal im Internet, die La Leche Liga Belgie hat sicher auch eine Seite. Alles Gute Martina A.
Mitglied inaktiv
Vielen Dank für die Tips!!!
? Liebe Elisabeth, es kann schon sein, dass sich ihre Brust nach ein paar Stunden Stillpause „voll" anfühlt, aber das bedeutet nicht, dass mehr Milch da ist, denn die Brust speichert nur sehr wenig Milch, die meiste Milch wird während des Stillens gebildet. Peter Hartmann von der Universität von Western Australia in Perth konnte das in seinen Forschungen sehr gut nachweisen und Stillberaterinnen wissen darum aus der praktischen Erfahrung schon lange. Die neuesten Forschungen von Prof. Peter Hartmann in Australien haben nicht nur bestätigt, dass die meiste Milch während des Stillens gebildet wird, sie haben auch die Vorstellung eine „Reservoirs" in der Brust widerlegt. Zwischen den Stillzeiten wird nur eine sehr geringe Menge Milch gebildet und wichtig für die Milchbildung ist und bleibt die Stimulation der Brust durch Entleerung. Dabei ist es nicht möglich, die Brust restlos zu entleeren, wie sich das manche Menschen vorstellen. Das heißt, dass Sie mehr Milch bilden, wenn Sie häufiger anlegen, denn nur dann erhält die Brust auch das Signal, mehr Milch zu bilden. Es sprengt absolut den Rahmen dieses Forums, hier auf die ganzen Einzelheiten des Milchbildungsprozesses einzugehen. Wenn Sie sich dazu weiter informieren wollen, empfehle ich Ihnen die Artikel „Wie Muttermilch gebildet wird" von Linda Smith (Laktation und Stillen 1/2002), „Auf den Spuren der Wissenschaft - Eindrücke von der Arbeit von Peter Hartmann und seinem Team" von Kerri Frischknecht (Laktation und Stillen 2/2003), die entsprechenden Kapitel in „Breastfeeding and Human Lactation", Riordan und Auerbach, 2. Auflage und die Veröffentlichungen von Thomas Hale zum Thema Prolaktin. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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