Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

25 Monate stillt wieder fast so oft wie ein Baby

Frage: 25 Monate stillt wieder fast so oft wie ein Baby

Hudi

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Hallo Biggi, ich bin etwas verzweifelt. Mein Sohn ist Ende Oktober 2 Jahre geworden. Stillen war eigentlich ok, meist abends wenn er mich gesehen hat und zum schlafen. Er war letzte Woche krank (Magen-Darm und eine Mittelohrentzündung) ich hab ihn so viel er wollte stillen lassen, weil ich dachte es sei gut. jetzt ist es aber nun so dass er ständig stillen will. Wirklich ständig. Am Tag bestimmt 15 mal und in der Nacht auch wieder 7 mal und mehr. Ich mache mir vorwürfe und fühle mich unfähig weil ich ihn nicht davon "abhalten" kann. Meine eigene Ressource ist gerade knapp und ich halte dass dann einfach nicht aus wenn er weint oder schreit. Manchmal lenke ich ihn ab, dann geht es eine halbe Stunde und dann fängt er wieder an. Die Nächte sind gerade wirklich wieder sehr anstrengend. Wobei ich sagen muss dass er noch nie gut geschlafen hat. Aber gerade schläft er, weint immer wieder auf und sucht mich. Er schläft auch wieder auf mir ein oder hat Bein oder Hand auf mir. Er klammert extrem. wird das wieder besser? Ich schaffe es wirklich nicht abzustillen und mache mir Vorwürfe. liebe Grüße


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Hudi, du musst dir absolut keine Vorwürfe machen, denn du willst deinem Baby ja helfen, wenn es krank ist. Dein Sohn liebt das Stillen, es ist Wärme, Geborgenheit und wahrscheinlich auch einfach schön. Dein Kind war krank und sucht diese Nähe nun extrem, das ist nicht schlimm, aber es ist auch wichtig, dass du dich wohlfühlst und auch Grenzen aufstellst. Höre mal ganz genau ich dich hinein, was empfindest DU? Ist es für DICH eher schon ein Machtkampf? Fühlst DU DICH wohl? Wenn du dich nicht mehr wohl fühlst, dann ist es dein gutes Recht etwas zu ändern. Stillen ist eine ZWEIERbeziehung und du musst dich nicht zwingen. Sicherlich ist es für dein Kind ein liebgewonnenes Ritual und es wird die Brust schmerzlich vermissen, aber wenn es dich nur noch nervt, dann spürt dein Kind das auch. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und du deinem Kind klar erklärst und sagst, was du willst und was du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Das Wichtigste ist jetzt, dass du Klarheit für dich bekommst. Möchtest du komplett abstillen, oder wäre ein "wir stillen nur noch abends zum Einschlafen und morgens vor dem Aufstehen" auch ok für einige Zeit? Je klarer für dich ist, was dein Ziel ist, desto besser lässt es sich erreichen. Denn unsere Kinder spüren jeden Zweifel in uns und dann fällt es ihnen schwerer, uns zu folgen (im wahrsten Sinne des Wortes). Dein Sohn spürt jetzt deinen Zwiespalt und da er sich nicht hinsetzen und sagen kann „Mama, ich spüre, dass du dir nicht sicher bist, was jetzt das Richtige ist, deshalb werde ich dir jetzt bei deiner Entscheidungsfindung helfen" reagiert er auf deine Zweifel mit Unruhe, Weinen und Verunsicherung. Er hat keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten als Weinen und (vermehrte) Anhänglichkeit. Kinder sind für „geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Nimm dir einmal eine ruhige Stunde für dich, in der du wirklich unbeeinflusst von außen nachdenken kannst und mach dir dabei sogar ruhig eine Liste aller Gründe, die für ein Wenigerstillen jetzt sprechen und auch welche dagegensprechen. Überlege dann, welche der Gründe tatsächlich für DICH Bestand haben. Überdenke deine Beziehung zu deinem Kind. Dein Kind wird Regeln lernen und das kann es auch in diesem Alter! Auch DEINE Gefühle sind wichtig und wenn du dich unwohl fühlst, dann ist es dein gutes Recht, etwas zu ändern! Wenn du dir deiner Entscheidung sicher bist, wird es euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von deiner Seite für das Weniger- oder Abstillen, dann wird dein Kind fühlen „Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Gib deinem Kind ganz viel Liebe und tröste es, zeige ihm, dass du seinen Schmerz verstehst. Dein Kleiner wird das verkraften, denn du bist sein Leuchtturm und er wird sich an dir orientieren. Hab Geduld, mit liebevoller Konsequenz schaffst du das!   Lieben Gruß Biggi      


Hudi

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Liebe Biggi, ich schaffe es nicht abzustillen. Er nuckelt und kaut oft nur. Gegen nächtliches trinken habe ich nichts. Aber tagsüber muss es aufhören, ich halte das bald nicht mehr aus. allerdings schreit und weint er so extrem wenn er die Brust nicht bekommt, das er fast schon keine Luft mehr bekommt. Mir fällt das so schwer und dann gebe ich doch wieder nach weil ich es nicht ertrage. Ich weis einfach nicht mehr was ich machen soll.  Er kommt ohne mich natürlich auch ohne Milch aus. Auch nachts. Sobald ich in der Nähe bin will er an die Brust . Ich weis nicht wie ich das schaffen soll. Selbst wenn ich länger nicht verfügbar wäre geht es ja wieder los sobald er mich sieht. 


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