Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

...und noch einmal Thema "Abstillen"

Frage: ...und noch einmal Thema "Abstillen"

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Hallo Biggi, bin - genau wie Sanne - in der gleichen Situation mit meiner 12 Monate alten Tochter beim Abstillen und stille sie derzeit nur noch morgens, nachts und abends und einmal nachmittags zum Einschlafen. Ich möchte gerne ganz abstillen. Hättest du eine Idee, wodurch ich das Stillen beim Einschlafen nachmittags und abends ersetzen bzw. ändern kann?? Lieben Dank und herzliche Grüsse aus Hamburg (-wir haben bereits einmal miteinander telefoniert, vielleicht erinnerst du dich-) Sabine


Biggi Welter

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? Liebe Sabine, hier geht es um zwei Dinge: einmal braucht dein Kind einen Ersatz für die Nahrung, die es mit der Muttermilch bekommt und zum anderen braucht es neue Wege, die Kuscheleinheiten, die beim Stillen gleich „mitgeliefert" werden zu bekommen. Ihr werdet also statt Muttermilch andere Nahrung brauchen (das muss keineswegs eine Flasche mit Milch sein) und neue Wege zu Kuscheln, Trösten und Beruhigen finden müssen. Der erste Punkt ist bei einem Einjährigen unproblematisch, denn es kann so gut wie alles essen und trinken. Der zweite Punkt ist etwas schwieriger, aber sicher lösbar. Es ist für deine Tochter besser, wenn sie allmählich und sanft abgestillt wird, als radikal und abrupt (für dich und deine Brust übrigens auch). Du kannst zum Beispiel das Stillen jedes Mal weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst Dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Ihr könnt am Abend zuerst noch ein gemütliches, immer kürzer werdendes Still-Kuscheln machen und dann eine Geschichte vorlesen, den Tag Revue passieren lassen o.ä. und dann erst ins Bett gehen (bringen). Eine Möglichkeit nachts das Stillen einzuschränken ist es, dass statt dir dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedesmal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, dein Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du allmählich und mit viel Liebe vorgehst und nicht zu schnell die Geduld verlierst. LLLiebe Grüße Biggi


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