Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Stillpause von 10 Stunden möglich?

Frage: Stillpause von 10 Stunden möglich?

Sandra88

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Hallo! Ich hoffe Sie können mir weiter helfen. Meine Tochter ist letzte Woche grade ein Jahr alt geworden. Ich stille sie nach wie vor recht häufig. Morgens nach dem Aufstehen, mittags zum einschlafen und am Abend meist noch zweimal und dann in der Nacht ein- bis zweimal. Die Eingewöhnung in der Krippe hat gut funktioniert. Dort geht sie seit letzter Woche von 9 -15 Uhr hin. Diese Stillpause hat für uns beide gut funktioniert. Nun habe ich am Freitag angefangen wieder zu arbeiten und werde drei Tage die Woche nur am Vormittag weg sein, sodass wir da kein Problem haben werde. Aber wegen der anderen beiden Tage mache ich mir Sorgen, an diesen werde ich nachmittags arbeiten und erst gegen 19.00 Uhr wieder zu hause sein, das heißt ich könnte in der Zeit von 8.00 bis 19.00 Uhr nicht stillen. Meine Tochter scheint das ganz gut zu verkraften, zumindest hatten wir diese Situation letzten Freitag und sie war laut Aussage meines Mannes die ganze Zeit zufrieden. Ich mache mir allerdings trotzdem Sorgen. An einem Tag in der Woche werde ich acht Stunden arbeiten, sodass ich (mit Arbeitsweg) etwa zehn Stunden lang weder zum Stillen noch abpumpen kommen werde. jetzt befürchte ich, dass es zum Milchstau kommen könnte oder meine Brüste dann weniger Milch produzieren. Ein weiteres Problem besteht darin. dass ich in einer Apotheke arbeite und auch ab und an mit Gefahrstoffen in Kontakt komme (z.B. Glucocorticoide bei der Salbenherstellung). Ich weiß noch nicht auf wie viel Verständnis ich diesbezüglich auf Arbeit stoßen werde und möchte daher auch nicht vor Ort Milch abpumpen. Meine Frage wäre nun ob eine Stillpause von ca. elf Stunden an zwei auf einander folgenden Tagen in der Woche sich sehr negativ auf die Milchproduktion auswirkt und ob Sie wissen in wie weitich ein recht darauf habe nicht mit Gefahrstoffen arbeiten zu müssen oder ob ich meine Tochter dann doch abstillen muss. ich will sie schließlich keines Falls gefährden. vielen Dank im Voraus Gruß Sandra


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Sandra, Du solltest in der ersten Zeit auf alle Fälle ausstreichen oder abpumpen, um einen Milchstau zu verhindern. Im Mutterschutzgesetz sind Einschränkungen für Schwangere und stillende Mütter ausdrücklich vorgesehen: "Außerdem dürfen stillende Mütter nicht mit schweren körperlichen Arbeiten und nicht mit Arbeiten beschäftigt werden, bei denen sie besonderen Gesundheitsgefahren ausgesetzt sind, zum Beispiel durch Strahlen, Staub, Hitze, Nässe, Erschütterungen oder Lärm. (...) Muss die Arbeitnehmerin ggf. aufgrund der arbeitsplatzbedingten Schutzmassnahmen vorübergehend versetzt werden, darf sie finanziell nicht schlechter gestellt werden: Lohn und Gehaltsminderungen sind verboten." In deiner Firma muss es eine Fachkraft für Arbeitssicherheit geben, die für solche Fragen zuständig ist und Zugang zu den Informationen über Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit und Gefahrstoffverordnung hat. Am besten wendest du dich an diese Person. Möglicherweise ist euch die Embryotox da auch eine Hilfe. Das Berliner Pharmakovigilanz und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie ("Embryotox") berät Ärzte und andere Fachleute bei Fragen zur Vereinbarkeit von Medikamenten und Stillzeit (und natürlich auch Schwangerschaft). Es ist unter der Telefonnr. 030 450-525700 erreichbar, per mail unter mail@embryotox.de, oder online unter www.embryotox.de bzw. http://www.bbges.de/content/index024a.html. Du kannst auch mit eurem Kinderarzt sprechen. Wenn er/sie stillfreundlich eingestellt ist und über die Bedeutung des Stillens auch im 2. Lebensjahr Bescheid weiß, kann er dir vielleicht ein Attest ausstellen, dass du weiterstillen solltest (dass dein Baby aus gesundheitlichen Gründen auf Muttermilch angewiesen ist). Und wenn du dann mit deinem Brötchengeber sprichst und mit ihm erörterst, welche Einsatzmöglichkeit er für dich hätte, die weniger gefährlich ist, dann ist es mit Attest sicher weniger problematisch. Ich hoffe, das hilft dir weiter. LLLiebe Grüße Biggi


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