Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Stillmenge reduzieren bei einem Baby von 10 Monaten

Frage: Stillmenge reduzieren bei einem Baby von 10 Monaten

Ramsauer3

Beitrag melden

Liebes Team, erstmal ein dickes Lob. Ihr gebt immer ganz tolle Antworten und euer Forum hat mir schon in einigen Krisen in der Schwangerschaft und dannach neuen Mut gemacht. Vorallem die Antworten im Bereich von Stillen haben mir sehr geholfen. Weiter so. Liebe Biggi, was bisher geschah: meine Kleine ist jetzt 10 Monate, ein sehr fröhliches, gesundes, entspanntes Kind. Sie wurde bis zum 6. Monat voll gestillt und wollte seit Geburt sehr häufig an die Brust (tagsüber alle 2,5 Stunden, nachts alle 1,5 Stunden). Sie trank immer schon häufig, aber nur kurz (5 Minuten circa pro Stillen). Nuckeln tut sie fast nie, sie hat schon immer Hunger, Körperlich ist sie sehr weit, geht schon an der Hand, krabbelt flink und hat "Hummeln im Popo". Ich habe das Stillen bisher geliebt. Jetzt hat sich seither kaum was geändert. Jule will nach wie vor am liebsten an die Brust. Ich stille sie in der Regel 12 mal in 24 Stunden, in Phasen eines Wachstumsschubs oder Krankheit auch mal 18 mal. Meine Freude am Stillen weicht gerade dem "Angenervtsein". Jule nimmt keinen Brei, Flasche mit Premilch nur wenige Schlücke. Jule isst vom Familientisch begeistert mit. Allerdings ist das eher ein Probieren. Sie findet alles interessant, probiert und macht einige Happen, aber satt essen will sie sich dann an der Brust. Nachts stillt sie sich auch ab 21.30 Uhr bis 1 Uhr alle halbe Stunde bis Stunde. Ich habe überhaupt keine Minute für mich abends (Sie schläft im Familienbett). Zudem gibt es da ja noch meine 5 Jährige Tochter. Ich habe derzeit niemanden, der das Füttern übernehmen kann. Wenn ich weg bin, das haben wir ausprobiert, verzichtet sie einfach auf Nahrungsaufnahme, gerne auch mal 6 Stunden oder länger. Ich fühl mich durch das viele Stillen zu sehr "vereinnahmt". Ich möchte noch nicht abstillen, aber so viel Stillerei will ich nicht mehr stemmen. Vorallem nachts fehlt mir der Schlaf. Ich würde gerne nur noch 6 mal stillen, zB. Ps. Jule hat noch keinen Zahn. Meine Frage, liebe Biggi: was kann ich tun, dass ich die Stillmahlzeiten reduziere? Über einen Tipp wäre ich dankbar.


Biggi Welter

Biggi Welter

Beitrag melden

Liebe Ramsauer3, vielen Dank für das nette Lob :-). Oh ja, wir kennen das so gut - du bist nicht allein mit diesen Gedanken und Gefühlen. Ich glaube, fast jede Mutter, die ihr Baby länger als ein paar Wochen gestillt hat, war schon einmal an diesem Punkt!! Es ist völlig normal, dass du dich ausgepowert fühlst, und du stehst damit nicht allein da! Viele Frauen erleben zwischendurch eine Phase der Stillmüdigkeit. Sie wünschen sich wieder mehr Freiraum für sich und auch wieder mehr Verfügungsrecht über ihren Körper. Dieses Gefühl kennt vermutlich jede Frau, die längere Zeit stillt. Doch das ist letztlich nicht wirklich etwas, was sich durch Abstillen erreichen ließe, denn es ist nicht wirklich so, dass das Stillen die Frau "anbindet" und müde macht, sondern es ist die Mutterschaft. Wir alle haben irgendwann oder immer wieder einmal Sehnsucht nach dem Leben v.K. (= vor dem Kind) als "Mama noch eine Frau war". Muttersein ist einer der härtesten und anstrengendsten Berufe der Welt ist, der sieben Tage die Woche und 52 Wochen im Jahr einen 24 Stunden Dienst ohne Urlaubsanspruch und Krankschreiben bedeutet. Und an dieser Tatsache ändert sich nichts, ob frau nun stillt oder nicht. Dein Kind wird durch längere Stillpausen nicht auf einmal besser schlafen, sondern Du musst es auf andere Weise beruhigen, was noch viel mehr Stress bedeutet. Ich kann dir leider auch kein Datum sagen, denn unsere Kinder sind völlig verschieden. Manche schlafen mit 12 Monaten durch, andere brauchen zwei Jahre und länger. Versuche doch einmal einen anderen Weg: Gönne dir selbst in dieser anstrengenden Zeit so viel Ruhe wie möglich. Jetzt ist nicht die Zeit für blitzende Fußböden und spiegelnde Fenster. Lass den Haushalt auf Sparflamme laufen. Wenn die Fenster erst in einem halben Jahr wieder geputzt werden, dann schadet das niemandem und Tiefkühlgemüse ist nicht so schlecht und muss nicht geputzt werden. Nicht alles muss gebügelt werden. Mach den Tragetest. Bügele etwas und trage es für zehn Minuten. Das nächste Mal bügelst Du es nicht und trägst es für zehn Minuten. Dann vergleichst Du: ist der Unterschied nach der kurzen Tragezeit wirklich so deutlich, dass das Bügeln sich gelohnt hat? Viel Bügelarbeit lässt sich sparen, wenn die Wäsche sorgfältig aufgehängt wurde bzw. nicht lange im Trockner liegen bleibt, wenn der Trockner fertig ist. Es ist nicht viel mehr Arbeit, die doppelte Menge von zum Beispiel Nudelsauce zu kochen. Du kannst dann eine Hälfte einfrieren und hast damit schnell eine Mahlzeit, wenn ein Tag mal wieder sehr hektisch war. Versuche dir am Tag Freiraum für dich zu schaffen. Vielleicht kann dir dein Mann, deine (Schwieger)Mutter, eine Freundin oder ein verantwortungsbewusster Teenager dein/e Kind/er für eine Stunde oder so abnehmen, mit ihm spazieren gehen oder spielen und diese Zeit nutzt du für DICH. Selbst wenn Du nur in Ruhe in der Badewanne liegt, einmal um den Block joggst oder dich mit einer Zeitung und einer Tasse Tee in einen anderen Raum begibst, so ist das ein Weg aufzutanken und wieder neue Kraft zu schöpfen für den anstrengendsten Beruf der Welt: Mutter. Kurz: beschränke viel Dinge auf das absolut Notwendige, so dass Du auf diese Weise mehr Zeit für dich bekommst. Diese "gewonnene" Zeit kannst Du dann dazu nutzen, dich wieder zu erholen, neue Energie zu tanken. Suche dir wirklich Hilfe und Unterstützung. Hast Du denn schon einmal versucht, dass dein Mann Jule beruhigt am Abend? Dann hättest Du wenigstens ein paar Stunden für dich und könntest Kraft tanken für die Nacht. Oft reicht es wirklich schon, wenn man mal in Ruhe baden kann oder wenigstens in Ruhe essen oder Nachrichten schauen….. Es tut mir leid, wenn ich keinen besseren Tipp für dich habe, aber ich verspreche dir, dass es besser werden wird ;-). LLLiebe Grüße, Biggi


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Hallo, erst einmal vielen Dank für Ihre wertvolle Arbeit! Ich schreibe Ihnen, weil ich mit unserer Stillsituation sehr unzufrieden bin. Mein Sohn (14 Monate) fordert sich sehr häufig und auch sehr penetrant die Brust ein. Er isst ausreichend Familienkost und trinkt gerne aus dem Glas Wasser. Seit kurzem arbeite ich wieder und er ist mehrere ...

Ich stille seit elf Monate und habe lediglich die Abendmahlzeit und ein Snack mit Beikost ersetzt. Flüssig ist das meiste Milch. Im neuen Jahr steht nun ganztägig Kita an abpumpen und Milch bringe verboten ) Ich Versuche die Mahlzeit morgens mit Wasser und Essen zu ersetzen doch leider braucht die kleine Milch. Sie heult und setzt ihrem Willen durc ...

Liebe Biggi, Mein Gynäkologe sagt, ich müsse das Stillen reduzieren, da es mein Herz zu sehr belaste. Mein Sohn, 10 Monate alt, nimmt aber nichts anderes, obwohl wir täglich Fläschchen und Becher anbieten. Wenn man damit in die Nähe seines Gesichts kommt, boxt er es weg und zieht an meinem Shirt bzw will mir in den Ausschnitt greifen. Wir la ...

Hallo liebe Biggi, danke für deine liebe und ausführliche Antwort!!! Ja, es wird vermutlich postnatale Kardiomyopathie sein (Troponinwerte erhöht, Schwächegefühl, Rhythmusstörungen)- es gibt schon Studien, die belegen, dass Prolaktin das Herz schädigen kann :-( . Chemisch is es angeblich ein Stresshormon. Ich möchte nicht abstillen, aber ...

Hallo! Ich habe vor 3 Wochen mein zweiten Kind bekommen. Schon bei meinem ersten mussten wir zufüttern und sind nie mehr davon weggekommen. Bei meinem zweiten war es mein sehnlichster Wunsch voll zu stillen. Er kam drei Wochen vor ET per Kaiserschnitt wegen Komplikationen mit 3080g zur Welt. Er war aber anfangs recht fit und hatte gleich großen Hu ...

Hallo, ich habe meinen 2jährigen Sohn vor 9 Tagen (überraschend unproblematisch) abgestillt - zu dem Zeitpunkt hat er noch ca 3 Mal am Tag und 5 Mal in der Nacht getrunken. Nun versteht meine Milchproduktion nur leider nicht, dass es keinen Abnehmer mehr gibt - was mittlerweile sogar zum Auslaufen führt. Wie bekomme ich die Milch nach all di ...

Liebe Biggy, mein Baby ist 8 Monate alt. In den ersten zwei Monaten hat es neben der Brust auch das Fläschchen mit meiner abgepumpten Milch genommen. Seitdem lehnt es jede Art von Flasche und Schnuller ab. Beikost schmeckt ihm teilweise aber nur in geringen Mengen. Ich muss in den kommenden Wochen wieder zu arbeiten beginnen und würde sehr gern ...

Mein 9 Monate alter Sohn war von Tag 1 an ein sehr akribischer Dauernuckler. Am Anfang war es ja noch das Clustern aber mittlerweile ist die Brust für ihn wirklich mehr schnuller als Flasche und er möchte locker alle 10 Minuten ran. Leider ist das aber überhaupt nicht mehr mit unserem Alltag, sowie mit meiner eigenen mentalen Gesundheit vereinbar. ...

Liebe Biggi, unser Kind (14 Monate) war von Geburt am unteren Rand der Gewichtskurve. Mittlerweile ist das zweite Mal ins Untergewicht gerutscht. Die Kinderärztin hat empfohlen nachts abzustillen und tagsüber zwei Stunden vor und nach den Mahlzeiten nicht zu stillen. Das nächtliche Abstillen testen wir seit 1,5 Monaten. Zunächst war es tatsächl ...

Guten Morgen Frau Welter,  Mein 10 Monate alter Sohn kam im Februar per Not-Sectio an 33+6 zur Welt. Da er einige Wochen auf der Neo lag (Pneumonie, intubiert, Magensonde etc.) habe ich direkt am Tag der Geburt angefangen abzupumpen. - bis heute.  Mein Sohn ist inzwischen ein guter Esser und isst aufjedenfall seine 3 Hauptmahlzeiten. So langsa ...