Mitglied inaktiv
Hallo, ich habe momentan etwas "Angst", dass die schöne Zeit des Stillens bald vorbei sein könnte. Dabei weiß ich aber nicht ob es von mir oder meiner Tochter ausgeht. Sie ist 8 Monate alt und wird abgesehen von 2 Breimahlzeiten noch etwa 3 bis 4mal gestillt. Vor 2 Wochen hatte sie Durchfall (1.Zahn), Da hatte sie wieder 1-2 Stillmahlzeiten mehr am Tag gefordert. Aber seitdem trinkt sie eher luschig oder eben bei mir ist nicht mehr so viel "Druck auf der Leitung". Jedenfalls ist die Brust zwar nicht total schlapp, aber ich kann auch keine Milchseen ertasten. Sie scheint auch insgesamt mit größeren Essensabständen zufrieden zu sein. Wenn an der Brust der erste Schwall vorüber ist (so kommt es mir vor), dann nuckelt sie lieber noch etwas, das Trinken selbst scheint nicht mehr im Vordergrund zu stehen. Sie hat aber deswegen nicht früher Hunger danach. Ich hatte eigentlich immer eher Probleme mit zuviel Milch, daher habe ich seit dem 3. Monat nur 1 Seite pro Mahlzeit angelegt. Seit ein paar Tagen bekommt sie wieder beide, aber ich merke keine Steigerung der Milchmenge. Vielleicht weil sie gar nicht mehr trinkt, insgesamt? Ich fürchte, dass es bald vorbei sein könnte weil sie sich selbst abstillt oder vielleicht trinkfaul geworden ist. Kann oder soll ich noch mehr tun oder mein Kind "einfach machen lassen"? Vielleicht bin ich ja die Einzige von uns 2, die das noch so will. Vielen Dank und freundliche Grüße.
Liebe Schietbüddel, eine weiche Brust ist kein Hinweis auf zu wenig Milch. Die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stillmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Ein acht Monate altes Kind stillt sich nicht selbst ab, es streikt eventuell an der Brust oder es ist saugverwirrt. Am besten wendest Du dich einmal für eine persönliche Beratung an eine Stillberaterin in deiner Nähe. Ich suche dir gerne die nächstgelegene LLL Stillberaterin heraus, wenn Du mir deinen Wohnort mit Postleitzahl angibst. Bis Du eine Kollegin erreichen kannst, hier einige allgemeine Tipps: Du kannst versuchen dein Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Du kannst ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, dränge aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Weitere Maßnahmen, die sich bei einem Stillstreik bewährt haben, sind: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Um deine Milchproduktion aufrecht zu erhalten und zu verhindern, dass die Brust übervoll wird, sollte die Milch ausgestrichen oder abgepumpt werden. Die so gewonnene Milch kann dem Kind mit einer alternativen Fütterungsmethode angeboten werden, z.B. mit einem Becher. Die Flasche ist in dieser Situation nicht unproblematisch, denn es kann passieren, dass sich dein Kind dann zur Flasche hin abstillt. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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