Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Still-Trinkverhalten/Abstillen

Frage: Still-Trinkverhalten/Abstillen

Dine322

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Hallo, meine Tochter ist jetzt fast 6 Monate alt und ich stille bis dato noch voll. Das Still-/Trinkverhalten meiner Tochter sieht folgendermassen aus: Sie trinkt ca. 5 Min, hoechstens 10 Min von einer Seite, legt dann eine Pause von ca. 10-15 Min ein und moechte dann nochmals trinken (ich lege sie dann an die andere Seite an). Seit ein paar Tagen laesst sie sich - nicht immer, aber immer oefters - ablenken beim Trinken, jeder Laut erweckt ihr Interesse, sie trinkt nicht weiter bzw. laesst die Brust los, sieht um sich und saugt dann wieder weiter, dieses "Spiel" erfolgt einige Male. Nachts moechte sie auch noch mind. 2-3 Mal gestillt werden. Vor kurzem hatte ich wieder einmal abgepumpt, damit mein Mann in meiner Abwesenheit notfalls die Flasche geben kann und ich hatte in ca. 20 Min (10 Min/pro Seite) nur 60ml zusammen bekommen. Ich hatte sowas schon vermutet, denn sie moechte alle 2h, gegen Abend hin sogar manchmal jede Stunde gestillt werden. Von anderen Muettern habe ich gehoert, dass sie nur alle 3-4h stillen. Nun habe ich versucht abzustillen - nach unzaehligen Versuchen die passende Flasche zu finden - was auch fuer ein paar Tage geklappt hat, nur habe ich jetzt das Problem, dass sie die Flasche nun total verweigert. (Sie hat auch in dieser Zeit nicht mehr als 90ml getrunken und nach 10-15 Min, nochmals ca. 20-30ml) Sie straeubt sich total mit Hand und Fuss, weint und schreit. Ich habe ich sie dann einfach weiterhin ganz normal, wie zuvor auch, gestillt. Eine Freundin von mir meinte, ich solle sie doch schreien lassen, irgendwann trinkt sie schon. Das bringe ich aber nicht uebers Herz und ich bezweifle auch, dass das der richtige Weg ist...... In dieser Zeit habe ich auch versucht mit Beikost zu beginnen. Jedoch habe ich das Gefuehl, dass sie nicht richtig schluckt. Somit habe ich auch den Versuch nach 1,5 Wochen die Beikost einzufuehren fuers erste auch aufgegeben. Ich weiss nicht mehr weiter, haben Sie einen Rat fuer mich? Was mache ich falsch? Viele Gruesse und vielen Dank im Voraus fuer Ihre Antwort. Dine322


Biggi Welter

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Liebe Dine322, Muttermilch ist innerhalb von 60 bis 90 Minuten verdaut und der Organismus eines Babys ist auf häufige Mahlzeiten eingestellt. So kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys. Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Es ist also völlig normal, wenn das Baby oft gestillt werden möchte und es ist auch normal, dass ein Baby sich in diesem Alter leicht ablenken lässt. Es kommt vor, dass Babys in diesem Alter schlicht und ergreifend so aufgedreht sind, dass ihnen die nötige Ruhe fehlt, um gut an der Brust zu trinken. Als erste Maßnahme ist dann zu empfehlen, das Baby auch am Tag unter den Bedingungen zu stillen, wie sie in der Regel nachts herrschen: in einem ruhigen, ablenkungsarmen, abgedunkelten Raum. Neben dem Tipp, möglichst gelassen zu bleiben ist dies die nächste Empfehlung, die dem Kind und damit auch der Mutter in solchen Zeiten helfen kann. In dieser Situation bewähren sich auch die Tipps, die bei einem Stillstreik empfohlen werden: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. LLLiebe Grüße, Biggi


Dine322

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Liebe Biggi Welter, DANKE fuer Ihre Antwort, eine Frage steht allerdings noch offen. Denken sie also nicht, das ich zu wenig Milch habe? Und was koennen Sie mir fuer einen Rat zum Abstillen geben? Habe einen Auszug von meiner urspruenglich gestellten Frage nochmals kurz eingefuegt (wie folgt): Vor kurzem hatte ich wieder einmal abgepumpt, damit mein Mann in meiner Abwesenheit notfalls die Flasche geben kann und ich hatte in ca. 20 Min (10 Min/pro Seite) nur 60ml zusammen bekommen. Nun habe ich versucht abzustillen - nach unzaehligen Versuchen die passende Flasche zu finden - was auch fuer ein paar Tage geklappt hat, nur habe ich jetzt das Problem, dass sie die Flasche nun total verweigert. (Sie hat auch in dieser Zeit nicht mehr als 90ml getrunken und nach 10-15 Min, nochmals ca. 20-30ml) Sie straeubt sich total mit Hand und Fuss, weint und schreit. Ich habe ich sie dann einfach weiterhin ganz normal, wie zuvor auch, gestillt. Eine Freundin von mir meinte, ich solle sie doch schreien lassen, irgendwann trinkt sie schon. Das bringe ich aber nicht uebers Herz und ich bezweifle auch, dass das der richtige Weg ist...... In dieser Zeit habe ich auch versucht mit Beikost zu beginnen. Jedoch habe ich das Gefuehl, dass sie nicht richtig schluckt. Somit habe ich auch den Versuch nach 1,5 Wochen die Beikost einzufuehren fuers erste auch aufgegeben.


Biggi Welter

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Liebe Dine322, der „Abpumptest“ ist nicht aussagekräftig, wenn es darum geht, festzustellen, wieviel Milch eine Frau bildet. Abpumpen muss gelernt und geübt werden, es muss eine für die Frau passende gut funktionierende Pumpe verwendet werden und selbst die beste Pumpe der Welt kann die Brust nicht so effektiv leeren und zur Milchbildung anregen, wie ein Baby. Viele Frauen erleben, dass sie nach einige Wochen Stillzeit kaum Milch abpumpen können. Die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stilmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Beim Abstillen könnten Sie anfangs Muttermilch mit Säuglingsmilch mischen und dann immer weiter strecken, das klappt meist ganz gut. Auch können Sie verschiedene Sorten ausprobieren, da sie tatsächlich recht unterschiedlich schmecken. Lassen Sie IMMER JEMANDEN ANDERS die Flasche anbieten, nie Sie selbst. Es gibt einige Tricks, die Sie probieren können: - versuchen Sie, die Flasche anzubieten, wenn Ihr Baby nicht allzu hungrig (zur regulären Stillzeit wird er keine Experimente mitmachen wollen) ist; - lassen Sie die fütternde Person das Baby ganz liebevoll halten, während die Flasche angeboten wird; - anstelle den Sauger in den Mund zu schieben, lassen Sie die Betreuung die Unterlippe damit kitzeln, damit sie selbst ihn nimmt; - Ihr Baby könnte in ein Kleidungsstück eingewickelt werden, welches nach Ihnen riecht; - der Sauger der Flasche könnte mit warmen Wasser auf etwa Körpertemperatur gebracht werden; - versuchen Sie verschiedene Sauger - Silikon + Kautschuk, verschieden Formen, größere oder kleinere Sauger; - versuchen Sie, verschiedene Positionen ausprobieren zu lassen; - vielleicht geht es mit rhythmischen Schaukeln besser, auch Gehen kann Erfolg bringen. Einige Babys nahmen die Flasche, wenn sie im Autositz saßen, besser; - probieren Sie, die Flasche zu geben, wenn Ihr Baby schläft; - versuchen Sie es weiter - aber bedenken Sie auch, er kann auch aus einer Tasse, vom Löffel, mit der Pipette oder dem "Soft Cup" gefüttert werden; Versuchen Sie verschiedene Sorten der Säuglingsmilch aus und wie gesagt, oft klappt es mit abgepumpter Muttermilch am besten! Wichtig ist, dass Sie wirklich geduldig bleiben. LLLiebe Grüße Biggi


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