Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Ständiges nächtliches stillen bei Kleinkind

Frage: Ständiges nächtliches stillen bei Kleinkind

cocotara

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Hallo, Mein Sohn ist 16 Monate alt und ich stille noch nach Bedraf. Die ersten 10 Wochen hat er sehr gut Nachts geschlafen, 8h am Stück. Aber dann hat es angefangen dass er nur noch durch aktives zutun in den Schlaf gefunden hat, also entweder über seine Wippe oder Kinderwagen. Aber auch hier dauerte es einige Zeit bis er dann endlich schlief. Als er ein dreiviertel Jahr alt war habe ich dann versucht ihn über das stillen zum einschlafen zu bringen, das hat sehr gut geklappt. Was noch war, nach den ersten 10 Wochen hat er nachts oft geweint oder war es so eine Art jammern, das ging dann ständig so. Als das wippen nicht mehr geholfen hat, habe ich dann auch nachts angefangen zu stillen. Ich muss dazu sagen, er wird nie richtig wach dabei, das macht er alles im Schlaf. Wenn ich dann nicht gleich bei ihm bin dann wacht er auf. Er schlief lange bei uns im oder am Bett, aber nach 14 Monaten hatten wir den Fall dass ich durch das nächtliche verlangen nach stillen bis zu 15 mal geweckt wurde. Wir hatten ihn dann in sein eigenes Zimmer gelegt und siehe da die ersten Nächte waren super, ich musste nur noch drei Mal aufstehen. Nun sind wir aber schon wieder so weit dass ich Nachts bis zu 9 mal gebraucht werde, was mir inzwischen wirklich auch Energie raubt. Ich fühle mich tagsüber oft müde. Da er Nachts im Bett sehr aktiv ist und das Gitterbett einfach zu klein war haben wir nun ein großes Bett in dem ich auch Platz habe und mich zu ihm legen kann. Er schläft dort gut, aber kommt Nachts trotzdem. Ich denke es ist einfach auch schon zur Gewohnheit geworden. Ich stille gerne, mir macht es auch nichts aus dass ich im Moment eben Abends gebunden bin und nicht außer Haus kann, aber eben das häufige Aufstehen schlaucht mich. Wenn ich Abends mal weg bin und mein Sohn dann wach wird weil der Papi bei ihm ist, dann lässt er sich kaum mehr beruhigen. Auch ich kann ich Nachts nicht mit Schnuller oder ähnlichem austricksen. Da gibt es dann gebrülle und beruhigen lässt er sich kaum mehr. Und ich möchte ihn nicht über weinen lassen „trainieren“. Ist das denn noch normal? Gibt es sonst noch was was man ausprobieren könnte? Abstillen möchte ich eigentlich nicht, da er es doch noch braucht und auch genießt. Nur auf das Nächtliche stillen könnte ich gut verzichten. Vielleicht weiß ja jemand Rat. Herzliche Grüße


Biggi Welter

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Liebe cocotara, es gibt wohl keine garantierte Antwort, oft ist es tatsächlich so, dass manche Babys noch schlechter schlafen, wenn man längere Pausen erzwingen möchte. Trotzdem ist es Dein gutes Recht, jetzt langsam eine Veränderung herbeizuführen! Selbstverständlich wird sich nicht von heute auf morgen eine plötzliche Änderung ergeben, das geschieht in kleinen Schritten und selbstverständlich wirst Du mit Rückschritten rechnen müssen, doch mit viel Liebe und Beharrlichkeit, kannst Du einen Weg finden. Wenn Du nicht mehr ständig stillen möchtest, wird es am besten sein, wenn du schrittweise vorgehst, z.B. in dem du zunächst eine gewisse stillfreie Zeit einführst. Dazu kannst du wie folgt vorgehen: Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihm Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Dein Kleiner wird vermutlich schreien, toben, treten oder dich gar schlagen wollen. Ist das schlimm? Nein, es ist völlig normal, denn es ist die einzige Art, wie er in diesem zarten Alter seinen Frust ausdrücken kann. Wie kannst du damit umgehen? Lass es zu. Lass dich nicht verunsichern, denn es geht deinem Kind ja trotzdem gut, es bekommt kein Trauma fürs Leben, wird nicht an deiner Liebe zweifeln. Dein Baby ist sauer, und das wird auch wieder vergehen. Bleibe bei ihm und sei du ruhig und klar, so dass deine Kleine sich an dir orientieren kann. Vielleicht wirst du ihn ein wenig ablenken wollen (falls er sich ablenken lässt), vielleicht bleibst du auch einfach nur in seiner Nähe und versicherst ihm, dass alles ok ist. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das nun auf Deutsch erschienen ist und das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Ich hoffe, die Antwort hilft dir weiter. LLLiebe Grüße, Biggi


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