Mitglied inaktiv
Hallo, ich habe eine Frage bzw ein Problem. Unsere Tochter ist 18MOnate und wird noch gestillt. Morgens und Abends... es ist mittlerweile sehr wenig geworden weil sie den Tag über auch sehr gut und alles isst und somit nur noch so zum kuscheln und weil es einfach schön ist gestillt wird :-) SIe war ein Frühchen lag auf der Intensivstation und ich wollte ihr den Zeitpunkt des abstillens selbst überlassen da ihr Start ins Leben doch sehr arg war... Nun bekomm ich nächste Woche 2 Zahnimplantate gesetzt und der Zahnarzt sagte ein 14tägiges Antibiotikum wäre unumgänglich weil in meinem Fall auch noch neuer Knochen aufgebaut werden muss und die Gefahr einer Entzündung sehr hoch ist... Jetzt bin ich in einem totalen Gewissenskonflikt.... Mach ich so weiter, verschiebe ich den Termin... wie stille ich wenn ab??? Ich hab schon öfter versucht ihr ein Fläschchen zu geben welches sie aber verweigert... Haben Sie einen Rat für mich? Vielen Dank im voraus und viele Grüße Janne
Liebe Janne, keine Sorge, es gibt stillverträgliche Medikamente! Leider wird Medikamentenrisiko häufig überbewertet und die Konsequenzen, die ein plötzliches Abstillen für das Kind mit sich bringen, werden häufig unterschätzt. Tatsächlich kommt es selten zu Symptomen einer gesundheitsschädigenden Wirkung von Medikamenten über die Muttermilch. Die Risikoinformationen in Beipackzetteln und Einschätzungen in Arzneibüchern sind irreführend und geben keine Hilfestellung bei der Wahl einer adäquaten Therapie. Für die meisten Erkrankungen stehen Medikamente zur Verfügung, die mit dem Stillen zu vereinbaren sind. Bei therapeutischen Empfehlungen oder der individuellen Beurteilung des Medikamentenrisikos während der Stillperiode sollten definitiv Handbücher zu diesen speziellen Thema (z.B. "Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit") oder eine Beratungsstelle für Embryonaltoxikologie wie zum Beispiel das Institut für Vergiftungserscheinungen und Embryonaltoxikologie in Berlin hinzugezogen werden. Auch werden die rein praktischen Vorteile die das Stillen für eine Mutter, die durch eine Erkrankung eingeschränkt ist nicht selten übersehen. Es ist für deine Schwester sehr viel weniger Aufwand zu stillen als Flaschennahrung zuzubereiten und einzukaufen, Flaschen zu reinigen und zu sterilisieren usw. Stillen kann sie im Liegen und ohne Aufwand, Flasche geben im Liegen ist eher unrealistisch. Bei Fragen zur Vereinbarkeit von Medikamenten und Stillzeit (und natürlich auch Schwangerschaft) kann und sollte sich Ihr Arzt jederzeit an das Berliner Pharmakovigilanz und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie ("Embryotox") wenden, das unter der Telefonnr. 030 30308 111 erreichbar ist, per mail unter mail@embryotox.de, oder online unter www.embryotox.de bzw. http://www.bbges.de/content/index024a.html. LLLiebe Grüße, Biggi
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