Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Schwierigkeiten beim Abstillen

Frage: Schwierigkeiten beim Abstillen

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Liebe Biggi, zunächst einmal ein frohes neues Jahr wünsche ich Dir! Mein Problem ist folgendes: meine 10 Monate alte Tochter trinkt seit einigen Tagen so gut wie nichts - also keine Tee - mehr. (Sie wird bis heute problemlos voll gestillt und erhält 4mal am Tag Beikost. Sie ist gut!!). Das Verweigern des Tee-Trinkens ging so weit, dass wir letzte Woche -nach 7 (!) Tagen ohne Stuhlgang - ins Krankenhaus mussten, wo sie einen Mini-Klistier bekam! Seit einigen TAgen versuche ich nun, tagsüber langsam abzustillen. Leider trinkt sie nun noch weniger Tee, vermutlich, weil sie fühlt, dass es bald keine Muttermilch mehr gibt! Das Abstillen wird zusätzlich noch dadurch schwierigen, dass sie am Tage und auch abends an der Brust einschläft. Ich hatte heute einmal versucht, sie ohne Brust -nur durch leichtes Schaukeln auf dem Arm- zum Schlafen zu bringen: Das gab leider ein ganz Schlimmes Weinen mit Tränen. Sie tat mir so leid, dass ich ihr dann doch wieder zum Einschlafen heute nachmittag die Brust gegeben habe! Wie kann ich Abstillen, wenn das Stillen für meine Tochter durch unser Einschlafritual -mehrmals tagsüber und noch abends- auch emotional von so viel Bedeutung ist? Bin völlig ratlos, und weiss einfach nicht, wie ich mit dem Abstillen anfangen soll. Beim Einschlafen?? Ganz ganz herzlichen Dank im voraus für Deinen Ratschlag! Mit lieben Grüssen, Sabine


Biggi Welter

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Liebe Sabine, ich kann dir jetzt leider keinen Tipp geben, wie Du dein Kind zum Trinken bekommst. Wie selbst schreibst, ist das Stillen für dein Mädchen im Moment noch sehr wichtig und es verweigert sogar andere Flüssigkeit. Vielleicht wäre es eine Lösung, wenn Du mit dem Abstillen noch etwas wartest? Wenn Du dazu nicht bereit bist, solltest Du deiner Tochter Ersatzmilch anbieten. Hast Du schon einmal versucht, ihr die Flasche mit Babymilch zu geben? Ihr befindet euch im Moment in einem Teufelskreis, je mehr Du abstillen möchtest, umso mehr wird deine Tochter die Brust fordern. Für ein Kind ist das Stillen viel, viel mehr als nur Nahrungsaufnahme. Das Abstillen bedeutet daher auch mehr als das reine Ersetzen einer Nahrung durch eine andere. Im Alter deiner Tochter ist es dem Kind auch sehr bewusst, dass Stillen mehr als nur Trinken bedeutet. Ich werde dir jetzt ein paar Möglichkeiten aufzählen, ein älteres Stillkind von der Brust zu entwöhnen. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Du Deinem Kind die Brust nicht von Dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt dich hinzulegen, wenn Du dein Kind zum einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Ich hoffe, Du bist nicht enttäuscht von meiner Antwort, ich hoffe, ihr findet eine Lösung, die für alle befriedigend ist. LLLiebe Grüße Biggi


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