Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Sanftes Abstillen wie?

Frage: Sanftes Abstillen wie?

Luty78

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Hallo, meine Tochter ist jetzt 6 Monate alt und vor einer Woche habe ich mit dem ersten Gemüsebrei als Beikost angefangen. Bis dahin habe ich ausschlieschlich voll gestillt. Diese Woche kam die Kartoffel zum Gemüse dazu. Das Essen funktioniert auch schon gut. Berufsbedingt habe ich vor bis Ende diesen Jahres abzustillen (Abpumpen funktioniert leider bei mir nicht, bzw. nur, wenn meine Tochter auf einer Seite trinkt "Milchspendereflex!"; auch nicht mit einer professionellen elektrischen Milchpumpe). Meine Frage ist, wie ich am besten so sanft wie möglich abstillen kann? Mit der Einführung der Beikost, kann ich ja peut a peut die Milchmahlzeiten weglassen. Wenn ich drei, vier Milchmahlzeiten durch die Beikost ersetzen, wie viel Milchmahlzeiten braucht dann das Baby im Durchschnitt noch? Muss ich dann notgedrungen doch Pre Milch füttern, wenn ich nicht mehr stille? Ich habe gehört dass man auch Vollmilch zur Milchbrei Aufbereitung nutzen kann? Wie sieht es aber mit richtigen Milchmahlzeiten aus? Ende des Jahres ist meine Tochter dann fast 9 Monate alt. Vielen Dank für Ihre Antworten!


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Luty78, im Moment kannst Du ganz normal mit der Beikost beginnen und diese dann steigern. Später kannst Du dann pro Woche eine Stillmahlzeit durch die Flasche ersetzen. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Generell wird empfohlen, dass mit Kuhmilch und Kuhmilchprodukten gewartet wird, bis das Kind ein Jahr alt ist, es gibt aber auch Meinungen, die sagen, dass es ab zehn Monaten schon kein Problem sei, Milchprodukte einzuführen. Muttermilch ist der Goldstandard und von allen künstlichen Säuglingsnahrungen ist diesem Goldstandard die Pre Nahrung noch am ähnlichsten. Alle weiteren Nahrungen entfernen sich immer weiter von Goldstandard, was keinerlei Vorteile für die Gesundheit des Kindes bringt. Deshalb ist es nicht sinnvoll und vom ernährungsphysiologischen Standpunkt her auch nicht notwendig, andere Nahrung als Muttermilchersatz zu geben, als eine Pre Nahrung. Pre-MIlch kann wie Muttermilch nach Bedarf gegeben werden. Wie sie zubereitet wird, steht auf der Packung. Wenn Du dir die Zusammensetzung der künstlichen Säuglingsnahrungen anschaust, dann kannst Du sehen, dass Pre Nahrung eindeutig zu bevorzugen ist. Spätestens bei der sogenannten Folgemilch 2 ist es dann sogar so, dass diese kaum noch an die Muttermilch angepasst ist, oft sehr süß ist und von der Zusammensetzung her so, dass sie nicht mehr als ausschließliche Nahrung für das Kind ausreicht. Sie darf deshalb auch nur in Zusammenhang mit Beikost gegeben werden. Es gibt Länder, in denen Folgenahrungen gar nicht erhältlich sind. Eltern erhoffen sich, was die Werbung ja auch deutlich suggeriert, dass ihre Kinder mit einer Folgenahrung seltener gefüttert werden müssen und länger schlafen. Das ist der Hauptgrund, warum diese Nahrungen verkauft werden. LLLiebe Grüße Biggi Welter Pre, 1 oder 2 – was bedeuten die Kürzel der Säuglingsnahrung von Denise Both, IBCLC Die EU Norm unterscheidet zwischen drei verschiedenen Nahrungsarten: • Säuglingsanfangsnahrung • Folgenahrung • Antigen Reduzierte Nahrung Säuglingsanfangsnahrungen sind künstliche Säuglingsnahrungen, die den Nährstoffbedarf eines Babys in den ersten vier bis sechs Monaten als Alleinnahrung decken und zusammen mit geeigneter Beikost das gesamte erste Lebensjahr gegeben werden können. Sie tragen die Silbe "Pre" oder die Zahl "1" im Namen. Unter einer Pre Nahrung wird eine adaptierte Säuglingsnahrung verstanden, die der Muttermilch weitestgehend angeglichen ist, was ihre Zusammensetzung an Mineralstoffen, Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß betrifft. Pre Nahrungen können, wie Muttermilch, nach Bedarf (ad libitum) gegeben werden. "1" steht für teiladaptierte Nahrung. Diese Säuglingsnahrung ist zum Teil der Muttermilch angeglichen, enthält mehr Eiweiß und außer Milchzucker noch weitere Zucker sowie Stärke. 1er Nahrung ist nicht so dünnflüssig wie Pre Nahrung und hält länger vor. Teiladaptierte Nahrung sollte nicht nach Bedarf gegeben werden. Folgenahrung wird durch eine "2" gekennzeichnet. Sie ist nicht mehr als alleinige Nahrung für den Säugling gedacht, sondern sollte frühestens ab dem fünften Monat zusammen mit Beikost gegeben werden. Ihre Zusammensetzung unterscheidet sich grundlegend von der der Muttermilch. Für allergiegefährdete Babys, zu denen zur Zeit etwa ein Drittel aller Neugeborenen zählen, gibt es antigen reduzierte Nahrungen, die durch die Abkürzung "HA" erkennbar sind. "HA" steht für hypoallergen und es bedeutet, dass in diesen Nahrungen das Kuhmilcheiweiß in kleinere Bestandteile aufgespalten wurde. Durch die Zerlegung des Eiweißes kann das Allergierisiko verringert werden. Außer den oben aufgezählten Nahrungen gibt es noch Spezialnahrungen (zum Beispiel laktosefreie Säuglingsnahrung oder Nahrungen mit sehr geringem Phenylalaningehalt), die besonderen Situationen vorbehalten sind. So kommt es zwar sehr selten vor, aber es gibt tatsächlich Fälle, in denen ein Baby keine Muttermilch erhalten darf (bei Galaktosämie, einer sehr seltenen Stoffwechselstörung) oder nicht ausschließlich gestillt werden darf (z.B. bei Phenylketonurie (PKU), ebenfalls eine Stoffwechselstörung).


Luty78

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Liebe Biggi, vielen Dank für deine schnelle Antwort. Noch eine Abschlussfrage: Da ich ja erst mit 6 Monaten mit der Beikost angefangen habe, gehe ich bzw überspringe ich bei der Beikostgabe keine Schritte? Konkret,ca. 1 Monat bis zur kompletten Einführung des Gemüse Fleisch Breies, dann den Milch Getreidebrei usw.? Oder kann / doll ich aufgrund des Alters (6 Monate) parallel mit dem Milchgetreidebrei beginnen? Ich frage, weil zB meine Bekannte bereits mit 4 Monaten mit der Beikost angefangen hat und jetzt der Meinung ist mit 6 Monaten benötigt das Baby mehr Nahrung! Da meine Kleibe aktuell ca 90 gr Gemüse Kartoffelbrei ist und als Nachtisch ca 30 gr Obstbrei bekommt sie nach der Mahlzeit noch Muttermilch u ab und zu etwas Tee. Wasser/ Tee Gaben, sind aber erst nötig, wenn eine Mahlzeit von ca 190 gr zu sich genommen wird, oder?


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