Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

reicht die Milch evtl. doch nicht?

Frage: reicht die Milch evtl. doch nicht?

Mitglied inaktiv

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Mein Sohn ist nun 4,5 Monate. Bei jeder Stillmahlzeit wechselt er in den letzten Tagen 5-6 mal die Seite, und ich kann ihn nicht dazu bewegen, an einer Seite erst mal weiter zu essen. Er kommt alle 3-4 Stunden auch nachts, fängt während dem Essen zu schreien an und schreit auch nach dem Essen. Mittags haben wir nun mit Beikost angefangen, weil er uns immer so gierig beim Essen zuschaute. Als Nachtisch trinkt er dann immer noch beide Busen leer, und das ist die einzige Mahlzeit zu der er wirklich zufrieden und satt wirkt und nicht schreit, auch nicht so hektisch die Seiten wechselt. Was können wir tun?


Biggi Welter

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? Liebe Chamilla, bitte schauen Sie sich Ihr Kind einmal in Hinblick auf die folgenden Kriterien an: • mindestens fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat (um zu sehen wie nass „nass" ist, können Sie sechs Esslöffel Wasser auf eine trockene Windel geben). Diese Regel gilt aber nur für voll gestillte Kinder, das heißt das Baby bekommt nichts außer Muttermilch (kein Wasser, Tee, Saft usw.). • in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen (später sind seltenere Darmentleerungen normal) • eine durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme von mindestens 110 g pro Woche ausgehend vom niedrigsten Gewicht (mit zunehmendem Alter verringert sich die durchschnittliche Gewichtszunahme), • eine gute Hautfarbe und eine feste Haut, • Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs • ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen. Sind diese Punkte alle erfüllt? Dann gedeiht Ihr Baby gut und bekommt auch die Milch, die es braucht. Die Unruhe muss dann einen anderen Grund haben. Mit gut vier Monaten können sich die Zähen deutlich bemerkbar machen, aber es gibt auch unzählige andere Gründe, warum ein Kind unzufrieden und unruhig sein kann. Vorsichtshalber sollten Sie Ihren Sohn auch vom Kinderarzt anschauen lassen. Sollten die obigen Punkte nicht erfüllt sein, dann ist es der beste Weg, sich an eine Stillberaterin vor Ort zu wenden, die mit Ihnen gemeinsam einen Plan ausarbeiten kann, wie Sie Ihre Milchmenge wieder an den Bedarf Ihres Sohnes anpassen können. Bis Sie eine Stillberaterin in Ihrer Nähe erreichen können, hier einige allgemeine Tipps zur Steigerung der Milchmenge: Oberste Regel: Häufiges Anlegen und ein gut saugendes Kind stimulieren die Brust zu mehr Milchbildung. Deshalb sollten Sie Ihr Baby in den nächsten Tagen oft anlegen. Etwa alle zwei Stunden (jeweils vom Beginn der letzten Mahlzeit bis zum Beginn der nächsten Mahlzeit gerechnet) und vermeiden Sie den Schnuller. Der Schnuller befriedigt das Saugbedürfnis ihres Kindes, ohne dass es dabei Nahrung erhält. Bei einen wenig zunehmenden Kind ist dies nicht günstig. Um das Interesse Ihres Babys an der Brust wachzuhalten, können Sie es mit Wechselstillen versuchen. Beim Wechselstillen legen Sie Ihr Baby an und stillen es, solange es wirkungsvoll saugt, d.h. es schluckt nach jeder oder jeder zweiten Saugbewegung. Sobald es seltener schluckt, nehmen Sie es sanft von der Brust (vergessen Sie nicht den Saugschluss zu lösen) und lassen es aufstoßen, streicheln seine Fußsohlen oder massieren es sanft entlang der Wirbelsäule, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Dann wird es an der anderen Brust angelegt und wieder gestillt, so lange es wirkungsvoll saugt. Schluckt es wieder seltener, wird es zurück an die erste Brust gelegt, nachdem Sie es wieder etwas ermuntert haben. Dieses „Wecken und Wechseln" wird zwanzig bis dreißig Minuten lang ausgeführt, tagsüber alle zwei Stunden und nachts mindestens alle vier Stunden. Nach ein paar Tagen sollte eine Gewichtszunahme bei Ihrem Baby feststellbar sein. Achten Sie darauf, dass SIE so viel Ruhe und Erholung wie möglich bekommen (am besten legen Sie sich zusammen mit Ihrem Baby ins Bett) und sich möglichst ausgewogen und ausreichend ernähren. Kohlenhydratreiche Nahrung wirkt sich positiv auf die Milchmenge aus. Trinken Sie entsprechend Ihrem Durstgefühl. Sie müssen keinen Milchbildungstee trinken und wenn Sie ihn trinken wollen, dann bitte nicht mehr als zwei bis drei Tassen täglich, mehr kann Bauchprobleme bei den Kindern verursachen. Eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr wirkt sich nicht positiv auf die Milchbildung aus. Sie trinken genügend, wenn Sie sich nicht ausgedörrt fühlen, wenn Ihr Urin hell ist und Sie keine Verstopfung bekommen. Bieten Sie bei jeder Mahlzeit beide Brüste an. Dadurch das Baby wirklich die gesamte vorhandene Milch bekommt und die Milchproduktion in beiden Seiten angeregt wird. LLLiebe Grüße Biggi Welter


Mitglied inaktiv

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Hallo Biggi, doch noch eine Frage dazu, kann ich denn in diesem Alter schon versuchen ihn nachts etwas hinauszuzögern oder sollte ich lieber noch etwas warten? P.s. vielen Dank für die ausführliche Info zum Abpumpen, es hat tatsächlich das letzte mal geklappt.


Biggi Welter

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? Liebe Chamilla, ich halte absolut nichts davon ein Kind warten zu lassen, wenn es hungrig oder durstig ist. Stell dir mal vor, Du hast Durst und es sagt jemand zu dir „nein, es gibt erst in einer Stunde etwas zu trinken". Und selbst wenn es sich nicht um Durst und Hunger, sondern um das Bedürfnis nach Nähe geht, ist das Hinauszögern sicher nicht sinnvoll. Auch hier kannst Du dich ja einmal in die Lage des Kindes versetzen: es wacht auf und sucht nach Geborgenheit und niemand reagiert. Stell dir vor, Du bist allein, es ist möglicherweise dunkel und Du fürchtest dich. Wie lange möchtest Du diesem Zustand ausgesetzt sein? Sicher keine Sekunde länger als notwendig. Warum soll dann ein Baby, das noch dazu über keinerlei Zeitgefühl verfügt, in einer solchen Lagen verharren müssen? LLLiebe Grüße Biggi


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