Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Probleme wegem Stillen - Abstillen

Frage: Probleme wegem Stillen - Abstillen

Nancy_85

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Hallo, Mein kleiner Mann wird demnächst 11 Monate und seit etwa 3 Monaten, seit der ersten Brustentzündung, wird das Stillen für mich zur Qual. Von der ersten Brustetzündung (im Dezember) blieb ein weißer Punkt, der erst vor wenigen Wochen verschwand. Daraufhin kam ein neuer Punkt an der selben Brust und ein paar Tage später ein Milchstau. Nun habe ich seit ein paar Tagen an der anderen Brust einen weißen Punkt und seit heute Nacht einen Milchstau. Auf beiden Seiten zu Stillen tut nun ungemein weh. Die Brustwarzen schmiere ich schon immer mit einer Brustwarzensalbe ein. Tagsüber stille ich 2mal zum einschlafen und nachts derzeit zwischen 1/2 und 2 Stunden. Ich stille hauptsächlich im Liegen. Er isst problemlos vom Löffel und trinken aus dem Becher klappt auch sehr gut. Er nimmt weder Flasche noch Schnuller. Derzeit zahnt er und beginnt Laufen zu lernen, daher nehme ich an, dass es für ihn ein ziemlich ungünstiger Zeitpunkt ist, abzustillen. Um tagsüber vom stillen zu kommen, habe ich überlegt, ihn im Kinderwagen zum schlafen zu bringen, wäre das eine Alternative? Abends schläft er nur durch stillen ein. Wacht eine halbe Stunde später wieder auf, möchte nochmal etwas trinken, dockt ab und dreht sich um. Und so macht er es auch nachts weiter, dockt alleine ab und dreht sich um. Sehe ich das richtig, dass er dann bewusst ohne Brust schlafen kann? Nur beim zu Bettbringen will er solange nuckeln, bis er im Schlaf den Zog löst, oder ich ihn vorsichtig löse. Das Buch "Schlafen statt schreien" habe ich bereits seit Dezember, nur hat es mir bisher nicht wirklich weitergeholfen. Habe schon desöfteren versucht ihn nach dem Stillen mit kuscheln zum schlafen zu bringen, leider immer vergebens. Mit dem Papa klappts auch überhaupt nicht, da gibt es noch mehr Theater. Bis zum ersten Geburtstag wollte ich eigentlich stillen, doch solangsam zerrt es wirklich stark an den Nerven und ich mag teilweise nicht mehr stillen. Meine Gedanken sind teils schon so, wenn ich ein drittes Kind bekommen würde, das ich da schon gar nicht mehr stillen möchte. Aber unsere Familienplanung ist mit 2 Kindern zum Glück bereits abgeschlossen. Was soll ich jetzt tun, noch durchhalten, gibt es eine Möglichkeit sanft abzustillen, oder ein paar Nächte ohne Stillen versuchen? Sorry, dass es so lang geworden ist. Verzweifelte Grüße


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Liebe Nancy, vor allem solltest du dringend kompetente Unterstützung bekommen, damit deine Brust schnell wieder gesund wird!! Bist du in ärztlicher Behandlung? Schau doch bitte auch mal, ob es nicht eine IBCLC in deiner Gegend gibt. Still und Laktationsberaterinnen IBCLC sind professionelle Stillberaterinnen (d.h. ihre mit medizinischem Grundberuf, die entweder in Kliniken oder in freier Praxis arbeiten und ein internationales Stillberaterexamen abgelegt haben. Du kannst nachschauen, ob eine in deiner Nähe ist unter www.bdl-stillen.de Chronisch gestaute Milchgänge lösen sich unter Umständen, wenn Frau alle Fette, die sie zu sich nimmt durch mehrfach ungesättigte Fette ersetzt und zusätzlich pro Tag einen Esslöffel flüssiges Lecithin einnimmt. Die Einnahme von Vitamin C kann ebenfalls helfen! Ja, es ist jetzt sicher nicht der optimalste Zeitpunkt, deinen Kleinen abzustillen, allerdings soll das Stillen ja auch nicht unter Qualen erfolgen! Immerhin hast du ja 8 Monate zufrieden (hoffentlich) gestillt, bis es zu der ersten Brustentzündung gekommen ist. Wenn du also jetzt nicht mehr magst, dann ist es absolut legitim, dass du abstillst. Dein kleiner Mann wird es verkraften, wenn du ihn liebevoll dabei begleitest, ihm seine Trauer, Wut und Hartnäckigkeit im Einfordern der Brust zugestehst und ihm zeigst, dass es auch Alternativen gibt :-) Du wirst sehen: Wenn du eine absolut klare Linie hast, wird er dir folgen! Lieben Gruß, Kristina


Nancy_85

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Lieben Dank für die informative Antwort. Ich habe mir heute viel Gedanken über das Thema abstillen gemacht und mich dazu entschlossen, abzustillen. Nun wollte ich Dich noch fragen, ob ich das langsam angehen soll, oder kosequent die Brust verweigern und versuche ihn ohne einschlafstillen, auch wenn es für uns beide hart werden könnte, von der Brust zu entwöhnen. Bisher war ich nur bei der Brustentzündung im Dezember beim Arzt. Liebe Grüße


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LIebe Nancy, am besten ist es meistens, allmählich abzustillen. Aber auch das ist von Kind zu Kind unterschiedlich: Manchen fällt es leichter, ganz zu verzichten als nur noch jede 2. Stillmahlzeit haben zu "dürfen". Lass dich von deinem Herzen leiten und denk immer daran: Dein Kind will dich nie ärgern oder provozieren, und ist auch nicht verwöhnt oder ein "Teufelchen", wenn es gegen deine Entscheidungen protestiert. Es folgt nur seiner Natur, und ist intelligent und stark, sich für seine eigenen Interessen eben auch mal lautstark einzusetzen. Lass ihn spüren, dass er das darf, auch wenn es nicht zu dem Ziel führt, dass er sich wünscht. Die Liebe verbindet euch dennoch und er wird lernen, dass er auch dann geborgen und gehalten wird von dir, wenn's mal nicht so "rund" läuft. DAS schafft Urvertrauen :-) Lieben Gruß, Kristina


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