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Hallo Frau Welter, mein Sohn ist mittlerweile 11 Wochen alt. Er hat bis jetzt an beiden Brüsten immer 1 Stunde getrunken (ich stille voll) ,30 Minuten pro Brust. Seit 3 Tagen fällt mir auf, dass er die eine Brust trinkt und wenn ich dann zur anderen Brust wechseln möchte, schaut er mich an und fängt an zu grinsen (ist echt niedlich) und möchte die zweite Brust aber nicht trinken. Er dreht dann irgendwann demonstrativ den Kopf zur Seite. Ist es normal, dass er plötzlich weniger trinkt? Er schaut mich auch manchmal beim Trinken an und fängt an zu grinsen, das hat er vorher nie gemacht. Oder er hält plötzlich inne, nimmt die Brust aus dem Mund, schaut mich ein paar Minuten an und trinkt dann irgendwann weiter. Auf der einen Seite ist das echt total süß, gerade wenn er dann auch lächelt, aber manchmal denke ich, dass er vielleicht zu schnell ablenkbar ist? Grüße Susi
Liebe Susi, Ihr Sohn nimmt nun ganz einfach Kontakt auf und er wird nun immer leichter ablenkbar sein. Genießen Sie diese Innigkeit und legen Sie Ihr Baby einfach nach Bedarf an. Es gibt keinen Grund einen Mindestabstand zwischen zwei Stillmahlzeiten einzuhalten. Im Extremfall kann das "Hinhalten" des Babys zu Gedeihstörungen führen. All die Erzählungen von einem bestimmten Rhythmus eines Babys sind schlicht und ergreifend falsch. So kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys. Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Dazu kommt, dass in bestimmten Alterstufen Wachstumsschübe zu erwarten sind, in denen die Baby manchmal schier ununterbrochen an die Brust wollen. Das Dauerstillen kann sehr anstrengend und auch nervend sein, aber es hat seinen Sinn. Rein wissenschaftlich gesehen ist es so, dass das Baby durch den Stillmarathon die Prolaktinausschüttung anregt und so dafür sorgt, dass die Milchbildung angeregt wird und genügend Milch für das Kind zur Verfügung steht. Legen Sie Ihr Kind an, wenn es nach der Brust verlangt, ganz gleich ob die letzte Stillzeit vier Stunden oder eine Viertelstunde her ist. (Den Abstand zwischen zwei Stillzeiten berechnet man übrigens vom Beginn des letzten Anlegens bis zum Beginn des nächsten Anlegens). LLLiebe Grüße, Biggi
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