Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Op und nächtliches stillen

Frage: Op und nächtliches stillen

claudi Blumenfee

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Hallo, Wir haben diese Woche eine zahnop, nun meine Frage. Sie ist in der Nacht und auch Morgens noch öfters an der Brust, was mach ich in der Nacht vor der OP ? Man sagt ja das man ab ner bestimmten Zeit nichts mehr essen oder trinken darf. Wenn ich sie nicht lasse weint sie und wir haben eine fruchtbare Nacht. Wandere ich die Nacht aus und lass es meinen Freund übernehmen? Danke schon mal im Voraus LG


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe claudi Blumenfee, ein Kind darf zwar vor einer Vollnarkose acht Stunden nicht mehr essen, aber für das Stillen gelten im Allgemeinen andere Regeln! Da Muttermilch sehr schnell verdaut wird, wird es in vielen Kliniken so gehandhabt, dass bei kleineren Kindern nur eine dreistündige Pause eingehalten werden muss und das lässt sich vor allem wenn der Termin der Narkose günstig gelegt wird meist einigermaßen problemlos überbrücken. Ich zitiere dir hierzu aus dem "Handbuch für die Stillberatung" Mohrbacher, Stock, 2001: "Muss ein Baby operiert werden, sollte die Mutter nachfragen, bis zu welchem Zeitpunkt vor der Operation sie stillen darf und wie lange es nach der Operation dauern wird, bis sie wieder zu ihrem Kind darf und es stillen kann. Einige Ärzte verlangen, dass ein Patient acht Stunden vor einer Operation nichts mehr oral zu sich nehmen darf. Doch diese Richtlinien sind in Veränderung begriffen. Kürzlich durchgeführte Untersuchungen (Litman 1994; Schreiner 1994) weisen darauf hin, dass es sinnvoll ist, die folgenden Zeitabstände zwischen letzter Nahrungszufuhr und Operation einzuhalten: sechs Stunden für künstliche Säuglingsmilch (Spear 1992), drei Stunden für Muttermilch und zwei Stunden für klare Flüssigkeiten. Die Mutter sollte die Frage der Wartezeiten mit dem Chirurgen und dem Anästhesisten bereits im Vorfeld abklären. Viele Ärzte sind bereit, sich den Bedürfnissen eines gestillten Babys anzupassen. Außerdem sollte sich die Mutter überlegen, wie sie ihr Baby in den Stunden unmittelbar vor der Operation, wenn es nicht gestillt werden darf, ablenken und trösten kann. Wenn die Mutter vorher danach fragt, kann sie eventuell unmittelbar nach der Operation wieder zu ihrem Baby und kann es im Aufwachraum stillen. Für viele Babys und Mütter ist das Stillen in dieser Zeit sehr beruhigend." Dr. Nicole Ritsch, Anästhesistin und Stillberaterin hat einen schönen Artikel für „Laktation und Stillen“ geschrieben mit dem Titel „Anästhesie in der Stillzeit“ Du findest den Artikel unter https://www.stillinfo.ch/Dokumente/ls-4_2007-anaesthesie-in-der-stillzeit.pdf und er wird dir wertvolle Informationen liefern, kann aber auch für deinen Anästhesisten gut sein, um euch vielleicht einen individuellen Spielraum zu öffnen. In der Regel klappt es aber viel unkomplizierter, als wir Mamis das immer fürchten!! LLLiebe Grüße, Biggi


Mitglied inaktiv

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Hallo, ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich dir von unserer Erfahrung berichte. Mein Sohn wurde operiert, als er 11 Wochen alt war. Die OP war um 8:30 Uhr, so dass wir mit dem letzten Stillen um 4:30 Uhr fertig sein mussten. Ich habe mir vorher große Sorgen gemacht, weil er nachts einen 2h Rhythmus hat. Als er das nächste mal trinken wollte und fürchterlich schrie, hat sein Vater ihn in die Trage gesetzt und ist spazieren gegangen. Dabei ist er wieder eingeschlafen und die Zeit bis zur OP haben wir tatsächlich gut überstanden. Ich habe ihn absichtlich nicht getragen, weil ich es gemein fand, dass er so dicht an der Quelle ist, aber die Milch ihm verwehrt wird. Ist dein Kind schon etwas älter? Vielleicht wanderst du erst aus, sobald die Zeit erreicht ist, ab der sie nichts mehr darf. Vielleicht stellst du dir den Wecker etwas eher und bietest ihr vorher noch etwas an? Alles Gute für die OP! Gruß Lena


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