Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, zuerst einmal danke für dieses tolle Forum, dass mir so oft bei Problemen geholfen hat! Mein Sohn Niels ist 9 1/2 Monate alt und ein echter Wirbelwind - krabbelt, klettert, steht und plappert den ganzen Tag. Noch dazu ist er ein echter Beikostfan, so dass er jede Mahlzeit (1x Gemüse-Fleisch und nachm. und abends GOB) mit Rieseappettit verspeist. Das Einzige, das ihn nicht mehr besonders zu interessieren scheint ist das Stillen. Tagsüber stößt er die Brust entschieden weg, abends trinkt er nur noch ab und zu und scheint geradezu darauf zu warten, dass wir lieber ein Bilderbuch anschauen. Auf unsere drei Milchmahlzeiten kommen wir eigentlich nur noch, da er nachts sehr unruhig schläft und ich ihn dann umgehend stille (schon alleine weil ich sonst echte "Probleme" bekomme). Nun zu meiner Frage. Sollte er sich tatsächlich selbst abstillen, möchte ich dies akzeptieren (unsere Stillbeziehung hat so schlimm angefangen, da wäre das ein versöhnliches Ende, nach nunmehr vielen schönen Monaten). Welche Milch müsste ich ihm dann geben? Bei der HA- MIlch vermute ich, dass er sie ablehnt und Kuhmilch geht nicht wegen der Allergiegefährdung...Kann ich sie ihm aus dem Becher anbieten? Nach einer Saugverwirrung durch die Flaschenfütterung im KH habe ich ihm nämlich nie wieder eine Flasche angeboten. Vielleicht löst sich ja alles von selbst, allerdings wirkt es diesmal anders als bei den zwei Stillstreiks, die wir erfolgreich gemeistert haben. Liebe Grüße und ganz herzlichen Dank schon mal im Voraus! Melanie
Liebe Melanie, es ist unter Experten umstritten, ob eine HA Nahrung überhaupt einen Effekt hat und erst recht ist umstritten, ob es noch sinnvoll ist HA Nahrung zu verwenden, sobald das Kind Beikost erhält. Da man eben nicht so genau weiß, was nun tatsächlich richtig ist, wird von den einen empfohlen vorsichtshalber weiter HA Nahrung zu verwenden und von anderen, dass ab der Einführung der Beikost keine HA Nahrung mehr gegeben werden muss. Bis Nils also ein Jahr alt ist, kannst Du ihm entweder HA- oder Pre-Milch geben, danach kannst Du mit Vollmilch beginnen. Warum soll denn das Kind aus der Flasche trinken, wenn im Alter von 9,5 Monaten langsam ans Abstillen gedacht wird? Es geht doch ganz problemlos auch ohne Flasche. Ihr könnt euer Kind an das Trinken aus dem Becher heranführen und gleichzeitig jeden Monat eine weitere Beikostmahlzeit einführen und dabei das Stillen langsam reduzieren. Auf diese Weise wird das Stillen langsam und unkompliziert beendet und niemand muss sich damit plagen, das zunächst eine Flasche eingeführt und später wieder abgewöhnt werden muss. Wenn Nils sich nicht mehr zum Stillen überreden lassen will, solltest Du darauf achten, dass er sein Saugbedürfnis stillen kann, z.B. mit einem Schnuller oder einem Schmusetuch. Hier noch einige allgemeine Tipps: Du kannst versuchen dein Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Du kannst ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, dränge aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Weitere Maßnahmen, die sich bei einem Stillstreik bewährt haben, sind: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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