schnuffeline2012
Ich stille meine Tochter ( 1Jahr 2 Wochen ) nach Bedarf. Seit dem 8.Monat kommt sie nachts dauernd...also nicht nur eine Phase...seit 4 Monaten kommt sie nachts 5-8x und trinkt dann auch richtig. Ich habe noch eine Tochter fast 4 Jahre alt ( hat mit 8 Wochen durchgeschlafen und sich mit 2 selvst abgestillt- lief toll ) Jetzt bin ich echt an der Grenze...mir ist schwindelig vor Müdigkeit und ich empfinde das Stillen immer mehr als unangenehm. Ich habe mich immer wieder aufgerafft und mir gesagt dass sie es braucht zwecks schub zähne laufen lerben etc...allerdings isst sie tagsüber jetzt auch immer weniger- klar sie trinkt nachts viel. Habe versucht tagsüber mehr zu stillen....ändert an den nächten nichts. Schlafen alle im Familienbett, wird auch getragen tagsüber. Fakt ist ich hatte vor 6 Wochen einen Zusammenbruch und mir ging es echt lange zeit davor schon schlecht weil ich nur noch fertig bin. Mir das stillen aber wichtig ist. Habe Haushalt und Einkäufe abgegeben und werde viel unterstützt. Teilweise kann ich nach dem stillen nur schlecht einschlafen. Es ist Monate her dass ich 4 std am stück geschlafen habe. Tagsüber kann ich nicht gut schlafen. Lege mich trotzdem immer mit der Kleinen hin. Ich weis nicht mehr weiter. Was würden sie mir raten? Nachts abstillen? Vor allem weil sie tagsüber immer weniger isst? Brei wird aus der Hand geschlagen...sie isst am Tisch mit und hat da richtig gute Portionen gegessen. Trinkt gut Wasser. Entwicklung alles altersgemäß. Habe überlegt im Wohnzimmer zu schlafen und Papa die Nächte machen zu lassen. Wollte es gerne selbst machen damit sie merkt dass mama sie nicht im stich lässt sondern da ist- die Brust aber ja auch. Tagsüber kann ich ohne Probleme weggehen mehrere Std und sie verlangt nicht nach der Brust. Wasser oder Banane macht sie nachts wütend. Entschuldigung für den langen Text.... Habe versucht es anzunehmen wie es ist aber ich schaffe es nicht :-(
Liebe schnuffeline2012, Stillen ist eine Zweierbeziehung und wenn es dazu kommt, dass sich ein Partner dabei nicht wohl fühlt, dann müssen Lösungswege gefunden werden. Das Wichtigste überhaupt ist allerdings, dass Du fest zu deinem Entschluss stehst. Solange hier noch der geringste Zweifel besteht, wird dein Kind diese Zweifel spüren und Du wirst weiterhin `schwach" werden. Für viele von uns ist es sehr ungewohnt zu sehen, wie begeistert und mit wie viel Freude ein Kleinkind stillt. Deine Tochter verhält sich gar nicht so "brustversessen" wir Du glaubst, viele langzeitgestillte Kinder zeigen sehr deutlich wie viel ihnen das Stillen bedeutet. Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab sechs Monaten (oder einer anderen Altersgrenze) nachts nicht mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten. Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25 % ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind. Es gibt Kinder, die nachts keine Nahrung mehr brauchen, aber es gibt eben auch sehr viele Kinder, die auch mit 12 Monaten noch nicht so weit sind. Leider hilft das Abstillen überhaupt nicht, dein Kind würde trotzdem aufwachen und Du musst es dann auf andere Weise beruhigen und herumtragen oder Flasche kochen. All diese theoretischen Überlegungen helfen dir jedoch nicht weiter, denn Du fühlst dich in der derzeitigen Situation unwohl. Wenn sich in einer Stillbeziehung ein Partner nicht mehr wohl fühlt, dann ist es an der Zeit zu überlegen, was geändert werden kann. Selbstverständlich wird sich nicht von heute auf morgen eine plötzliche Änderung ergeben, das geschieht in kleinen Schritten und selbstverständlich wirst Du mit Rückschritten rechnen müssen, doch mit viel Liebe und Beharrlichkeit, kannst Du einen Weg finden. Wenn Du nicht mehr ständig stillen möchtest, wird es am besten sein, wenn du schrittweise vorgehst, z.B. in dem du zunächst eine gewisse stillfreie Zeit in der Nacht einführst. Dein Baby könnte in der Nacht von Deinem Mann gefüttert werden, damit Du wenigstens ein paar Stunden schlafen kannst. Wichtig ist auch, dass Du weißt, dass dies zwar eine lange Phase ist, aber sie WIRD vorbei gehen! Bis dahin ist es meist einfacher, das Drumherum zu ändern, als das Baby. • Nimm ALLE Hilfe an, die Du bekommen kannst. Erkundige dich mal, ob Du nicht eine Haushaltshilfe bekommen kannst (wegen absoluter und chronischer Erschöpfung). Möglicherweise kann dir auch deine Mutter, Schwiegermutter, Schwester oder eine Freundin (selbstverständlich auch das männliche Pendant dazu) etwas unter die Arme greifen. Das können ganz simple Dinge sein z.B. einmal alle Fenster putzen, deinen Bügelkorb leerbügeln, einige vorgekochte Mahlzeiten für deine Tiefkühltruhe, ein Nachmittag Babysitten während Du in die Sauna gehst oder sonst etwas für dich tust ... • Vielleicht findest Du auch einen verantwortungsbewussten Teenager, der gegen geringes Entgelt bereit ist, mit deinem Kind zu spielen oder spazieren zu gehen. In dieser Zeit solltest Du dann aber wirklich entweder schlafen (bzw. ruhen) oder DIR etwas Gutes tun. • Lass den Haushalt auf Sparflamme laufen. Nicht alles muss gebügelt werden. Wenn Handtücher nach dem Baden und Duschen wieder aufgehängt werden, statt auf dem Fußboden zu landen, können sie mehrmals benutzt werden, das spart Wäsche. Es ist nicht wesentlich mehr Arbeit die doppelte Menge Spaghettisoße zu kochen, aber Du hast dann eine fast fertige Mahlzeit für die Tiefkühltruhe. Es schadet nicht der Gesundheit der Familie, wenn Du die Fenster erst wieder im nächsten Jahr putzt. Du wirst sicher einiges finden, was im Haushalt nicht so perfekt gemacht werden muss. • Achte darauf, dass Du genügend isst und trinkst. Du musst keine perfekten Menüs kochen und essen, einigermaßen ausgewogen reicht und es darf auch Tiefkühlgemüse statt frischem Gemüse sein (dann sparst Du dir auch das Schälen und Putzen). Eine hungrige Mutter ist nicht so belastbar. Überlege dir auch einmal zu einem Stillgruppentreffen zu gehen und tausch dich dort mit den anderen Müttern aus. Vielleicht hast Du sogar das Glück so wie ich vor Jahren, dass Du dort Mütter oder eine Stillberaterin kennen lernst, die bereits ältere Kinder haben und Du kannst miterleben, dass es sich lohnt noch etwas durchzuhalten. Ich hoffe, die Antwort hilft dir weiter. LLLiebe Grüße, Biggi
schnuffeline2012
Ach so....mir ist bewusst dass es "normal" ist was Schlafverhalten bwtrifft- aber mit über 1 Jahr? Dr.Rüdiger Posth schreibt dass ein Kind da nachts ohne Nahrung auskommen kann. Und ja stillen ist viel mehr als Nahrung. Aber so oft? Und nicht nuckeln sondern richtig stillen? Ich möchte meinem Kind nichts nehmen was es braucht und ursprünglich liebte ich das Stillen. Ich bin nur seit Wochen an der Grenze und bin auch mit Erschöpfungssyndrom beim Arzt gewesen - bei 2 Ärzten. Beide sagen ich müsse mehr als 3 std am stück schlafen und das häufige stillen würde mich erschöpfen. Habe gelesen dass das so nicht richtig ist und meine Umstände so einfach wir möglich gemacht....es reicht nicht. Wenn es phasen wäre und dazwischen besser- ok aber durchgehend? Dennoch würde ich mir Vorwürfe machen abzustillen nur weil ich es nicht schaffe. Ach ich glaube es haben zu viele Menschen mit rein geredet und hoffe Sie haben einen guten Rat. Auch vielleicht darüber dass sie tagsüber jetzt schlechter isst. Vielen Dank schon mal für Ihre Mühe!
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