Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Nächtliches Stillen

Frage: Nächtliches Stillen

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Liebe Biggi, meine Tochter ist 26 Monate alt. Die ersten 1,5 Jahre stillte sie in der Nacht 1-2 mal, was ich völlig ok. finde. Seitdem wir vor über einem halben Jahr ins neue Haus eingezogen sind, hat sie wirklich ganz oft Nächte (etwa 3 schlechte nach 2, 3 guten) in denen sie ständig stillt, letzte Nacht 5 Mal. Versucht der Papa sie zu trösten, klappt das seltenst, früher oder später schreit sie so sehr , dass ich sie doch stille. Sie braucht es ganz eng angekuschelt zu sein (leider kann ich so nicht schlafen) und zum wieder einschlafen ihre "Mima". Mich nervt es langsam wirklich sehr, wie kann das sein, dass mein Töchterchen nie, nie mal durchschläft und nun schon monatelang so häufig wie ein Neugeborenes stillt?? Sie bekommt doch schon tagsüber so viel Nähe, wie sie braucht. Für unser 2. Baby, das wir im Juni erwarten, plane ich jetzt schon Flaschen, Schnuller und am besten ein eigenes Bett ein ;-( ...Es sei denn Du hast noch irgendeinen guten Rat für mich. Viele liebe Grüße, Maren


Biggi Welter

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Liebe Maren, ich kann gut nachempfinden, wie müde Du bist, denn ein Kleinkind und erneut schwanger ist unter günstigen Umständen schon anstrengend. Es wird viele Menschen geben, die dir jetzt empfehlen, mit deiner Tochter ein sogenanntes Schlaftraining durchzuführen. Zu diesem Thema werde ich dir eine Buchbesprechung einer Stillberaterinnenkollegin und Ärztin anhängen. Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, dass deine Tochter spürt, dass "Konkurrenz" im Anmarsch ist? Kinder in ihrem Alter haben zwar vielleicht noch nicht die Fähigkeit sich verbal so auszudrücken und auch das Sprachverständnis erscheint unter Umständen noch nicht so weit, dass ein Kind etwas doch relativ Abstraktes wie eine frühe Schwangerschaft versteht, aber sie haben sehr feine Antennen für solche großen Ereignisse und es kann sie sehr verunsichern. Verständlicherweise will sich das Kind dann vergewissern, dass seine Mama weiter für es da ist und klammert (vor allem nachts). Deine Tochter will dich nicht ärgern oder provozieren. Du hast auch nichts falsch gemacht. Es ist einfach die Erwartungshaltung in unserer Gesellschaft, die von unseren Kindern etwas verlangt, was viele schlicht und ergreifend noch nicht leisten können. Da wir als Eltern selbstverständlich den Erwartungen unserer Umwelt auch ausgesetzt sind, beginnen wir zu zweifeln, wenn ein Kind sich nicht so verhält, wie es (anscheinend) alle anderen Kinder tun. Nicht umsonst gibt es viele Mütter, die einfach erzählen, ihr Kind schlafe nachts zehn oder zwölf Stunden ohne aufzuwachen obwohl es gar nicht stimmt. Diese Frauen haben es einfach satt ständig in Erklärungsnot zukommen, warum denn ihr Kind nicht "funktioniert". Leider erhöhen sie dadurch den Druck auf die nächsten Mütter, die wiederum glauben, dass nur ihr Kind alleine und als einziges in der ganzen Stadt nachts aufwacht und abends schwer einschläft. Doch wie kannst Du jetzt einen Weg finden, dass Du dich wieder besser fühlen kannst und nachts zu mehr Ruhe kommst? Beobachte einmal euren Tagesablauf genau und schau, wann deine Tochter müde zu sein scheint. Probier aus, ob es euch beiden gut tut, einen eher gleichmäßigen Ablauf in euren Alltag zu bekommen. Viele Kinder kommen problemlos damit zu recht, wenn der Alltag sehr spontan abläuft, aber manche Kinder brauchen einen verlässlicheren Rahmen. Lass den späten Nachmittag und den Abend ruhig angehen und ausklingen. Ein festes Ritual vor dem ins Bett gehen kann deiner Tochter helfen. Falls dein Partner dich unterstützen kann, dann spanne ihn ein. Auch wenn Väter keine Brust zum Stillen haben: sie können Kleinkinder ebenfalls beruhigen, sich mit ihnen beschäftigen und sie trösten. Wir Mütter können unseren Partnern da durchaus mehr Kompetenz zugestehen als wir es oft tun. Es wird wahrscheinlich nicht so sein, dass deine Tochter nie protestiert, aber es ist ein großer Unterschied, ob sie alleine in ihrem Bett (oder Zimmer) weinen muss oder geborgen in deiner Nähe erfährt, dass es Grenzen gibt. Kinder brauchen liebevolle Führung und Anleitung und ein beständiges Eingehen auf ihre Bedürfnisse. Das heißt keineswegs "laisser faire" wie es Kritiker behaupten, sondern liebevolle und verständnisvolle Konsequenz, die sich langfristig auszahlt. LLLiebe Grüße Biggi


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