Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

NÄCHTLICHES ABSTILLEN

Frage: NÄCHTLICHES ABSTILLEN

Paradise13

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Liebe Biggi, liebe Kristina, Mein Sohn ist heute 21 Monate alt geworden. Er will tagsüber noch etwa 2-3 Mal an die Brust ansonsten hauptsächlich nachts. Ich möchte ihn auch gerne noch ein bisschen weiter stillen, aber ein paar Stunden Schlaf brauche ich auch. Gerne möchte ich ihn dazu kriegen, dass er zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens nicht mehr gestillt wird. Vor 3 Nächten war ich abends beruflich unterwegs und als ich nach Hause kam, hat der kleine Mann schon geschlafen. Um 12 Uhr habe ich ihn dann wie gewohnt nochmal gestillt, aber um 2 Uhr und um 5 Uhr habe ich ihm liebevoll die Brust verweigert. Er hat ein bisschen protestiert und geweint, aber es lief eigentlich ganz gut. Die nächste Nacht habe ich es gleich getan und es lief sogar noch ein bisschen besser. Ihr könnt Euch vorstellen, ich war total glücklich. Aber letzte Nacht, hat er nicht mehr aufgehört zu weinen und am Ende habe ich nachgegeben. Jetzt weiss ich nicht mehr weiter, soll ich es heute Nacht nochmal probieren oder lieber eine Pause einlegen und es in sagen wir drei Wochen nochmal probieren? Wäre über einen Tipp von Euch wirklich sehr dankbar. Ich will meinen kleinen Schatz ja auch nicht leiden sehen :-( Danke!


Biggi Welter

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Liebe Paradise13, so lange DU nicht ABSOLUT sicher bist, dass Du weniger stillen möchtest, wird dein Kind das spüren. Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind ab- oder weniger stillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Dein Kind spürt jetzt deinen Zwiespalt und da es sich nicht hinsetzen und sagen kann „Mama, ich spüre, dass Du dir nicht sicher bist, was jetzt das Richtige ist, deshalb werde ich dir jetzt bei deiner Entscheidungsfindung helfen" reagiert es auf deine Zweifel mit Unruhe, Weinen und Verunsicherung. Es hat keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten als Weinen und (vermehrte) Anhänglichkeit. Kinder sind für „geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und Du deinem Kind klar erklärst und sagst, was Du willst und was Du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Abende und Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und ihn nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Dein Kleiner wird vermutlich schreien, toben, treten oder dich schlagen wollen. Ist das schlimm? Nein, es ist völlig normal, denn es ist die einzige Art, wie er in diesem zarten Alter seinen Frust ausdrücken kann. Wie kannst du damit umgehen? Lass es zu. Lass dich nicht verunsichern, denn es geht deinem Kind ja trotzdem gut, es bekommt kein Trauma fürs Leben, wird nicht an deiner Liebe zweifeln. Dein Baby ist sauer, und das wird auch wieder vergehen. Bleibe bei ihm und sei du ruhig und klar, so dass dein Kleiner sich an dir orientieren kann. Vielleicht wirst du ihm ein wenig ablenken wollen (falls er sich ablenken lässt), vielleicht bleibst du auch einfach nur in seiner Nähe und versicherst ihm, dass alles ok ist, und dass ihr weiter stillen könnt (oder kuscheln), sobald er sich etwas beruhigt hat. Wenn du konsequent bleibst, wird es klappen. Nur davon hängt es ab: Schaffst DU es... LLLiebe Grüße, Biggi


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