Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Nachts Abstillen

Frage: Nachts Abstillen

Froschin

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Hallo, meine Tochter wird in zwei Wochen ein Jahr alt und wird nachts noch zwei mal gestillt. Tagsüber stille ich sie jetzt schon seit ca. 2 Monaten nicht mehr und seit ein paar Tagen ist auch das abendliche Einschlafstillen weggefallen. Jetzt würde ich gerne auch nachts abstillen, da ich a) wirklich nicht mehr möchte und b) meine Tochter gerne mal zubeißt. Sie schläft im Familienbett (Beistellbett hat sie von Anfang an abgelehnt) und das kann auch erstmal so bleiben. Es geht mir hier wirklich nicht um das durchschlafen sondern darum, dass ich nicht mehr stillen möchte. Die Frage ist, wie ich das am besten anstelle. Brauchen Kinder in diesem Alter tatsächlich nachts noch Nahrung? Kann ich meine Tochter irgendwie schädigen wenn ich abrupt abstille? Ich erkläre ihr schon seit ein paar Tagen, dass sie bald nachts nicht mehr gestillt wird in der Hoffnung, dass sie es versteht. Im Notfall würde ich ihr nachts auch eine Flasche machen, die nimmt sie im Moment aber nicht genauso wenig wie einen Schnuller!


Biggi Welter

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Liebe Froschin, erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird (sie verstehen es auch dann, wenn wir denken, sie seien noch viel zu klein um zu begreifen, was los ist!), und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du - oder der Papa, wenn er für dich diese Nachtschichten übernimmt - ihr während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Auch Milch ist möglich, und sie muss auch nicht unbedingt eine Flasche nehmen. Wenn Sie Hunger oder Durst hat, geht auch ein Trink(lern)becher. Nur, wie gesagt, zunächst wird deine Maus alles ablehnen, was nicht Mama heißt! Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du bzw. der Papa ihr wirklich beisteht und ihr eure Kleine nicht "straft" für ihre natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. LLLiebe Grüße Biggi


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