Jule4321
Hallo, ich würde mich freuen, wenn einer von Euch beiden, gern auch Kristina, meine Fragen noch beantworten würde. Vielen Dank und Grüße Hier der Link: http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/Nachts-abstillen_131207.htm
Kristina Wrede
Liebe Jule4321, zum Abstillen in der Nacht: Das geht schon, losgelöst vom Stillen tagsüber, aber es funktioniert - vorausgesetzt, dein Kind trinkt nachts aus reiner Gewohnheit und nicht, weil es das Trinken wirklich noch "braucht". Leider bekommt man das erst durchs Probieren aus, und wenn eine Mutter das nächtliche Stillen nicht mehr leisten kann - oder will -- wäre der folgende ein zumindest achtsamer Weg hin zum Abstillen in der Nacht. Er geht so: Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihr während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Zu der Theorie von Dr. Posth: Sicher ist da was dran, dass sich ein Baby im Alter von unter einem Jahr leichter abstillen lässt - die Frage ist aber vielmehr: Was ist denn schlimm daran, dass das Baby die Brust auch als Trost und Hort der Geborgenheit "nutzt", so lange es so klein ist, dass es das braucht? Warum soll das, was die Natur sich als sinnvoll ausgedacht hat, verkehrt sein, wenn es doch jahrhundertelang das Überleben der Menschheit gesichert hat. Mittlerweile ist auch wissenschaftlich nachgewiesen (siehe dazu das Buch "Die neue Elternschule" von Margot Sunderland), dass sich das Stresszentrum im Gehirn anders - besser - entwickelt, wenn die Bedürfnisse eines Babys nach Nähe und Geborgenheit befriedigt werden! Und wenn man darüber nachdenkt, künstliche Milch in der Nacht als Ersatz für die Muttermilch einzuführen: Würdest du selbst wenn du nachts hungrig wach wirst, eine Konservendose aufmachen statt z.B. eine frische, echte Banane essen? Oder wenn du nachts wach wirst und dich an deinen Partner kuschelst, weil das Gefühl der körperlichen Nähe des geliebten Menschen einfach so unendlich wohltuend ist... wenn er dir statt dessen ein Kissen hinschieben würde und sich aufs Sofa legt... Klar GEHT das, aber schön ist das nicht. Und warum erwarten wir von unseren Kleinen so viel? Warum fürchten wir so sehr, dass sie durch zuviel LIEBE Schaden nehmen könnten? Sie tun es nicht, das habe ich in vielen vielen Jahren feststellen und beobachten können. LIeben Gruß, Kristina
Jule4321
Liebe Kristina, vielen, vielen Dank für die ausführliche Antwort. Nun habe ich noch eine Frage: Wenn ich nun weiter nachts stille, was ich wohl werde nach Deiner Antwort :-), wann wird mein Sohn denn nachts/ grundsätzlich das stillen nicht mehr benötigen? Ich weiß, jedes KInd ist anders, aber gibt es Durchschnittswerte? Muss ich damit rechnen, in 6 Monaten das immer noch zu tun? Ich will ja auch wieder schwanger werden (Ende des Jahres) und würde dazwischen gern mal noch ein Gläschen Sekt genießen und durchschlafen :-)... Liebe Grüße, Julia Vielen Dank für Eure Arbeit!!!!
Liebe Jule4321, manche Kinder schlafen ab dem ersten Geburtstag besser, andere brauchen zwei Jahre und länger. Den Sekt kannst Du aber auch so genießen ;-). Die Amerikanische Akademie der Kinderärzte sieht gelegentlichen, mäßigen Alkoholkonsum als mit dem Stillen zu vereinbaren an. Die Alkoholkonzentration in Blut und Muttermilch verläuft in etwa parallel. Daher erhält der vollgestillte Säugling rund 10 % der gewichtsbezogenen Alkoholmenge seiner Mutter (je nach dem in welchem Abstand zum Alkoholkonsum gestillt wird). Obwohl junge Säuglinge Alkohol nur etwa halb so schnell abbauen können wie ein Erwachsener, verursacht die bei gelegentlichem Alkoholkonsum auf das gestillte Kind übergehende Alkoholmenge wohl keine Schäden bei dem Säugling. Man hat herausgefunden, dass die Konzentrationsspitze in der Muttermilch 30 bis 60 Minuten nach dem Trinken bzw. 60 bis 90 Minuten nach dem Genuss von alkoholhaltigen Nahrungsmitteln erreicht wird (Lawton 1985). Alkohol wird auch unverändert aus der Milch und dem Kreislauf der Mutter ausgeschieden. Bei einer Frau mit einem Gewicht von 55 kg dauert es etwa zwei bis drei Stunden, bis die Alkoholmenge von einem Glas Bier oder Wein von ihrem Körper abgebaut wird (Schulte 1995). An anderer Stelle im Internet (einer sehr detaillierten Seite zum Thema "Promille berechnen") habe ich folgende verkürzte Formel gefunden: "Die Faustregel für die Abbaugeschwindigkeit von Alkohol im Körper ist (bei) Frauen nur 0,085g Alkohol pro Stunde pro kg Körpergewicht". (Quelle: http://www.leoaspekt.de/leokram/diesdas/ls-diesdas_promille-00000x.html) Lieben Gruß, Biggi
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