Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Nachts abstillen, nur wie?

Frage: Nachts abstillen, nur wie?

Lulus-Mom

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Liebe Biggi- Sie hatten mir vor einem knappen halben Jahr schon einmal geraten, als ich - mein Baby acht Monate alt - wieder begann Vollzeit zu arbeiten und Sorge hatte, die lange Stillpause tasgüber (regelmäßig 13 h) würde zu Milchstau führen. Tatsächlich hat alles gut geklappt, sogar ohne Ausstreichen. :) Seit dem 8. Monat stillen wir also nur noch vor dem Schlafen gehen, nachts und vor dem Aufstehen.Tagsüber isst Baby bei Papa alles, was es kriegen kann ;) also mittlerweile wirklich alles außer (weitestgehend) Zucker. Es gab nie Probleme mit Beikost. Nachts stillen bedeutete anfangs (so bis Monat 10) jede Stunde, nun heißt das meist um 8 ins Bett (davor ausgiebig stillen) dann gegen halb zwei und dann gegen 4 und gegen 6, wenn ich frei habe auch nochmals um 8 . Ich möchte das nächtliche Stillen (also um 2 und 4) nun "abschaffen", weiß aber nicht genau, wie. Klar ist mir nur, dass ich das tägliche Pensum mit nie genug Schlaf nachts bald nciht mehr leisten kann.Ich habe um Weihnachten 3 Wochen frei, der Floh ist dann 15 Monate alt, ich würde es in dieser Zeit gerne versuchen. Mein Mann hilft bei allem, wie es auch laufen wird. Bisher haben wir aber nie in Babys Nachtrythmus rein gepfuscht, die Motte hat bisher alles alleine gelernt, nimmt keinen Schnuller, keine Flasche nix... Schreien lassen ist keine Option!! Generell abstillen möchte ich nicht. Wir haben im Freundeskreis und in der Familie keinen vergleichbaren Fall, erhoffen uns also hier gute Tipps! Danke im Voraus für Rat! Lulus-Mom


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Lulus-Mom, Stillen ist viel, viel mehr als nur Nahrung für den Körper und deshalb bedeutet Stillen nicht nur, dass das Kind Mahlzeiten an der Brust zu sich nimmt. Das sollte dir absolut bewusst sein, wenn Du dein Kind abstillst: Du ersetzt nicht einfach nur ein Nahrungsmittel durch etwas anderes. In diesem Alter kann dein Kind durchaus langsam lernen, dass es nachts mal eine Pause gibt, eine stillfreie Zeit. Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihm während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und ihn nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das erst im Herbst auf Deutsch erschienen ist und das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Wichtig ist nun, dass ihr zum Einen wirklich miteinander redet und Du deinem Kind klar erklärst und sagst, was Du willst und was Du nicht mehr willst. Zum Anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. LLLiebe Grüße, Biggi


Lulus-Mom

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Liebe Biggi- Vielen Dank für die erste Antwort. Und für den Buchtipp, ich werde mal nachlesen, Bis Dezember ist ja ncoh etwas Zeit. Da ich tagsüber ja Vollzeit arbeite, habe ich leider nicht die Möglichkeit, auf vermehrte Anhänglichkeit etc. zu reagieren. Daher hatten mein Mann und ich überlegt, die 3 Wochen "Weihnachtspause" zu nutzen, um das nächtliche Abstillen anzugehen. Damit wir beide tagsüber da sind und im Zweifel tags mehr stillen können, Schlaf nachholen, Nähe geben etc. ... Wir gehen davon aus, dass Baby sich mit Händen und Füßen wehren wird, die Motte wird tagsüber von Papa betreut und hat kein Problem damit, aber weiß genau, dass nachts "Mama-Zeit" ist... ich schaffe aber ab 2 Uhr alle zwei Stunden stillen einfach nicht mehr gut, ich bin tagsüber unkonzentriert und muss aber konzentriert arbeiten. Sind denn 3 Wochen zum Lernen ein realistischer Zeitraum für das Unterfangen? Baby darf dann gerne einige Nächte motzen, darf auch im Elternbett schlafen, wird getragen werden... gerne kann sich das morgendliche Stillen auch verschieben auf 5 Uhr... Aber sollte das nächtliche Abstillen nicht in 3 Wochen zu schaffen sein, es sei denn Baby will partout nicht, dann müssten wir dies aber merken, oder? Ich möchte keinenfalls komplett abstillen bzw. Baby ernsthaft verunsichern... Herzliche Grüße, Lulus-Mom


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Lulus-Mom, drei Wochen sind sicherlich eine gute Zeit, da könnt Ihr Euch dann wirklich auf das Kind einlassen und wie Ihr die Zeiten verschiebt, bleibt Euch überlassen. Euer Kind wird das schaffen, keine Bange :-). LLLiebe Grüße, Biggi


Mitglied inaktiv

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Hallo, bei uns hat das Durschlafenlernen gut funktinoniert, indem ich umgezogen bin und Mausilein bei Papa schlief. Wir haben ihr schon am Tag erklärt, dass wir nachts schlafen wollen (sie war vielleicht drei Monate älter als Dein Kind), weil Mama krank ist (ich hatte von der Ärztin die Auflage bekommen, nachts zu schlafen, weil ich sehr heftig erkrankt war und nichts half) und dass Papa auf sie aufpasst und ihr wieder einschlafen hilft, wenn sie mal wach wird. Abends beim ausgiebigen Stillen haben wir ihr das noch einmal erzählt und ihr auch erklärt, wie sie dann wieder einschlafen kann, wenn sie mal wach wird (sich umdrehen, an Papa kuscheln, an was Schönes denken). Das hat super geklappt, sie schläft seitdem normalerweise immer bis mindestens halb fünf, oft länger und einmal sogar bis halb acht. Papa hat sie morgens gegen halb fünf zu mir gebracht, wo sie dann schön stillen und kuscheln konnte und wir bis zum Aufstehen mit beliebig häufigem Stillen weitergeschlafen haben. Sie hat ein paarmal ein wenig geweint, aber das war nicht lange und sie ließ sich gut von Papa trösten. Vielleicht hilft Euch das ja. Ich finde es echt bewundernswert, was Du leistest, mit Job und allem!Toll, dass Du Deinem Kind noch so lange so viel Nähe und Zuwendung gegeben hast! Verständlich, dass es jetzt nachts etwas weniger werden soll. Dein Kind kann das lernen. Langsam und liebevoll. Viel Erfolg! Sileick


Lulus-Mom

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Vielen Dank! Wir können uns einfach (noch) nicht vorstellen, wie das klappen kann. Aber das hat schon mal Mut gemacht. Viele Grüße!


Lulus-Mom

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Vielen Dank für die Blumen und den Erfahrungsbericht. Er macht Mut. Herzliche Grüße!


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