Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Nach 21 Monaten ENDLICH abstillen

Frage: Nach 21 Monaten ENDLICH abstillen

Mitglied inaktiv

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Hallo! Melina wird nächste Woche 21 Monate alt und ich habe es noch nicht geschafft sie endlich abzustillen. Jetzt ist das 2. Kind in Planung und spätestens wenn ich schwanger bin möchte ich es gerne mal schaffen Melina von der Brust zu entwöhnen. Es ist so, dass sie noch nie etwas anderes als die Brust akzeptiert hat. Sie hat also nie eine Flasche oder den Schnuller angenommen. Mittlerweile nuckelt sie hauptsächlich nur noch an der Brust, da Milch nur noch tröpfchenweise vorhanden ist. Sie bekommt immer noch morgens nach dem Aufstehen die Brust, zum Mittagsschlaf, so daß wir dann gemeinsam einschlafen und so zwischendurch wenn ihr das mal in den Sinn kommt. Bekommt sie ihr "mjam mjam" nicht, dann ist direkt die Hölle los und so hat mir bis jetzt die nötige Konsequenz gefehlt. Kann mir hier irgendjemand einen Tip geben, der mir und ihr das entwöhnen leichter machen kann? Ich wäre sehr dankbar dafür LG Thea


Biggi Welter

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? Liebe Thea, da das Abstillen viel mehr als das reine Ersetzen der Muttermilch durch eine andere Nahrungs ist, ist es wichtig, dass Sie mit viel Geduld und Liebe vorgehen. Ich werde Ihnen nun einige Methoden vorstellen, die sich beim Abstillen eines älteren Babys oder Kleinkindes bewährt haben: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Sie Ihrem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Sie viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmen, die Ihrem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Sie Ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie Ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal ist es sinnvoll, wenn der Vater das abendliche Zubettbringen übernimmt. Manchmal bringt es das Abstillen auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das können Sie flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Sie können auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Sie können Ihr Kind eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Womöglich wäre „punktuelles Abstillen" eine Lösung für Sie. Es ist eine Alternative zum vollständigen Abstillen. Damit meine ich, dass zu bestimmten Zeiten nicht mehr gestillt wird oder Sie versuchen Ihr Kind davon zu überzeugen, nach einer ausreichend langen Zeit an der Brust, etwas anderes zu tun. Beim nächtlichen Abstillen kann es hilfreich sein, dass statt Ihnen Ihr Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Sie wenden sich jedesmal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Baby auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Zum Schluss noch etwas, was unter Umständen paradox klingt: einige Kinder stillen sich von alleine ab, sobald ihre Mutter die Abstillbemühungen aufgibt. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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