Mitglied inaktiv
Unsere Tochter ist nun 4 Monate alt und wiegt stolze 7500g. Seit einer Woche habe ich das Gefühl, daß unsere Tochter nicht mehr satt wird. Sie weint viel, wird nur wieder ruhig, wenn ich sie erneut anlege. In der Nacht schläft sie auch nicht mehr durch, sondern kommt mind. zwei Mal. Eigentlich wollte ich 6 Monate voll stillen, ist nun die Zeit für ein Zufüttern und wie mache ich das?
? Liebe Silke, leider verwechseln viele Mütter die entwicklungsbedingt auftretende Phase der vermehrten Unruhe und Unzufriedenheit und auch das wieder vermehrte nächtliche Aufwachen zu dem es ab etwa vier Monaten bei der Mehrzahl aller Baby kommt mit einem Mangel an Milch. Schauen Sie sich Ihre Tochter einmal in Hinblick auf die folgenden Kriterien an: • mindestens fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat (um zu sehen wie nass „nass" ist, können Sie sechs Esslöffel Wasser auf eine trockene Windel geben). Diese Regel gilt aber nur für voll gestillte Kinder, das heißt das Baby bekommt nichts außer Muttermilch (kein Wasser, Tee, Saft usw.). • in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen (später sind seltenere Darmentleerungen normal) • eine durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme von mindestens 110 g pro Woche ausgehend vom niedrigsten Gewicht (mit zunehmendem Alter verringert sich die durchschnittliche Gewichtszunahme), • eine gute Hautfarbe und eine feste Haut, • Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs • ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen. Sind diese Punkte alle erfüllt? Dann können Sie sicher sein, dass Ihre Tochter weiterhin allein mit Ihrer Milch gut gedeiht. Gewicht und Größe des Babys sagen nichts darüber aus, ob ein Baby bereit für Beikost ist und der Körper einer Frau ist in der Lage auch für eine großes und schweres Baby genügend Milch zu bilden. Es ist vollkommen normal, dass ein Baby ein unregelmäßiges Schlafmuster hat und das nächtliche Aufwachen ist ebenfalls normal. Gerade in der Zeit ab etwa vier bis sechs Monate wachen viele Babys (wieder) vermehrt auf. Dies liegt nicht an der Ernährung des Kindes, sondern ist wie oben schon erwähnt entwicklungsbedingt. Deshalb ist die Einführung von fester Nahrung oder künstlicher Säuglingsnahrung auch keine Garantie für angenehmere Nächte, im Gegenteil viele Eltern müssen die Erfahrung machen, dass das Baby ab dem Zeitpunkt der Einführung der Beikost schlechter schläft als zuvor. Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Die Bereitschaft Ihres Kindes für Beikost können Sie an den folgenden Anzeichen erkennen: • es ist in der Lage aufrecht zu sitzen, • der Zungenstreckreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem Mund herausschiebt, hat sich abgeschwächt, • es zeigt Bereitschaft zum Kauen, • es kann selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken, • es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht mit einer Erkrankung, dem Zahnen oder einer Veränderung in seiner Umgebung oder in seinem Tagesablauf in Verbindung bringen läßt. Wenn diese Kriterien noch nicht erfüllt sind, ist es noch zu früh für Beikost. Eine zu frühe Einführung der Beikost ist nicht sinnvoll, da dadurch der Organismus des Kindes überfordert werden kann, vor allen der Darm und die Nieren des Kindes können überlastet werden und außerdem erhöht eine zu frühe Einführung der Beikost das Allergierisiko. Schauen Sie sich Ihr Kind einmal genau an und achten Sie auch einmal darauf, ob es gerade damit beschäftigt ist, etwas Neues zu lernen. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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