Mammifeb2019
Hallo, Mein Sohn ist jetzt 11 Wochen alt und das stillen war von Anfang an eher schwierig. Erst wollte er dauerhaft an die Brust allerdings nur zum nuckeln. Dann haben wir gemeinsam mit der Hebamme gesagt das er nur noch 15 Minuten pro Brust bekommt, in der Pause gewickelt wird und dann mindestens eineinhalb Stunden Pause, bis er das nächste Mal an die Brust darf. Zur Not zufüttern... Nachts hat er ab der 4. Woche Flasche bekommen, da er immer nach wenigen Minuten an der Brust eingeschlafen ist. Vor ca. 4 Wochen fing er dann jeden Abend an zu schreien sobald ich ihn angelegt habe mal direkt mal nach 5 Minuten und manchmal erst bei der zweiten Brust. Daraufhin habe ich angefangen tagsüber zu Pumpen, damit ich für abends eine Flasche mit muttermilch für ihn hatte. Mittlerweile trinkt er nur noch morgens an der Brust und ich versuche weiterhin ( mittlerweile alle 2-3 Stunden) mit der elektronischen Pumpe abzupumpen. Allerdings bekomme ich nicht mehr als 40-60 ml insgesamt aus beiden brüsten. Das ist für mich ziemlich frustrierend. Jetzt stellt sich mir die Frage sollte ich lieber abstillen oder kann man hier noch was retten? Vielen Dank im voraus und viele Grüße
Liebe Mammifeb2019, ich denke, dass das Baby saugverwirrt ist. Das Saugen an einem künstlichen Sauger unterscheidet sich grundlegend vom Saugen an der Brust. Der künstliche Sauger ist bereits vorgeformt und relativ steif. Die Brust ist weich und nachgiebig. Ein Schnuller kann in den geschlossenen Mund eines Babys gesteckt werden. Um die Brust zu erfassen, muss das Baby den Mund weit öffnen, die Brustwarze reicht dann weit nach hinten in den Mund, wo die Bewegungen des Kiefers und der Zunge nicht stören. Auch die Bewegungsmuster der Muskeln von Mund, Gesicht und Zunge, sind am künstlichen Sauger ganz anders, als an der Brust. Mit der Saugtechnik, die das Baby beim Trinken an einem Flaschensauger oder beim Nuckeln an einem Beruhigungssauger anwendet, kann es kaum Milch aus der Brust bekommen. Allerdings kenne ich dein Baby nicht, ich sehe nicht, wie es trinkt und wie es aussieht, deshalb könnte ich leider niemals sagen, wie Du weiter vorgehen kannst. Ich kann hier am PC aus dem, was mir die Frauen schildern, bestimmte Rückschlüsse ziehen und mehr oder weniger allgemeine Tipps geben, doch das ersetzt in vielen Situationen niemals die direkte Beratung durch eine Stillberaterin vor Ort. J Falls Du noch keinen Kontakt zu einer Stillberaterin hast, solltest Du dich an eine Stillberaterin vor Ort wenden, die dich beim Stillen sehen kann und so feststellen kann, ob Dein Baby korrekt an der Brust saugt oder vielleicht ein Saugproblem vorliegt, das behandelt werden müsste. Auch wenn Du weiter fahren musst, lohnt sich ein Termin bestimmt! Du kannst versuchen dein Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Du kannst ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, dränge aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Evtl. helfen die Tipps, die sich auch bei einem Stillstreik bewährt haben, sind: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Du kannst natürlich auch weiterhin abpumpen und versuchen, die Milchmenge zu steigern. Die benötigte Milchmenge auf Dauer fast nur durch Pumpen aufrechtzuerhalten ist zwar nicht immer leicht und verlangt oft sehr viel Disziplin und vor allem regelmäßiges und ausreichendes Pumpen, aber es ist machbar! Dabei ist es in der Regel sinnvoller häufiger etwas kürzer abzupumpen statt selten und dann länger. Es hat sich bewährt, nach dem Schema 7 Minuten pumpen unterbrechen zum Massieren der Brust 5 Minuten pumpen massieren der Brust 3 Minuten pumpen, vorzugehen. Eine Brustmassage kann auch dazu beitragen den Fettgehalt der abgepumpten Milch erhöhen. Die besten Erfahrungen habe ich mit vollautomatischen, elektrischen Pumpen mit Doppelpumpset gemacht. Diese Pumpen sind von den Firmen Medela und Ardo erhältlich und können auch in Apotheken und Sanitätshäusern ausgeliehen werden. Ich hoffe, ich konnte erstmal weiterhelfen, ganz llliebe Grüße Biggi
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